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Freitag, Februar 20, 2026

bedeutungslosigkeit.

Manche Beziehungen hinterlassen viel Lautstärke, aber sehr wenig tragfähige Verbindung. Menschen verblassen. Sie verlieren an Schärfe, an Kontur, an Gewicht. Was einmal wichtig war, wird still. Gespräche, die früher etwas bedeutet haben, lösen nichts mehr aus. Namen tauchen auf und bleiben ohne Echo. Keine Trauer. Kein Zorn. Nur ein sachliches Nichts. Bedeutungslosigkeit ist kein Verrat an der Vergangenheit. Sie ist kein Vergessen. Sie entsteht, wenn Verbindung sich löst. Wenn Nähe ihre Funktion verliert. Wenn etwas, das einmal getragen hat, nicht mehr greift.

Es braucht keinen Abschied dafür. Keine letzten Worte. Keine Klärung. Das Verblassen passiert leise. Irgendwann merkt man, dass man nicht mehr zurückdenkt. Dass nichts mehr zieht. Manche verblassen schneller, wenn sie sich festklammern. Wenn sie Nähe erzwingen, Bedeutung behaupten, Wichtigkeit einfordern. Je stärker der Griff, desto schneller löst sich etwas. Festhalten macht nicht präsent. Es macht schwer. Es nimmt Luft. Und irgendwann auch Farbe. Bedeutung lässt sich nicht sichern. Sie entsteht aus Gegenseitigkeit, aus Bewegung, aus dem stillen Einverständnis, dass Nähe freiwillig ist. Wo sie kontrolliert werden soll, wird sie hohl. Was bleiben will, indem es zieht, verliert an Kontur.

So gehen Menschen, weil ihre Zeit vorbei ist. Sie gehörten zu einem Abschnitt, zu einer Version von uns. Und dann nicht mehr. Das ist kein Verlust. Es ist Ordnung. Ein inneres Zurücktreten, weil niemand mehr daran zieht. Vielleicht ist genau das das Natürlichste überhaupt. Dass Menschen kommen, Bedeutung haben, gehen. Und Raum lassen. Und dass das, was wirklich bleibt, sich nicht festklammern muss.

Irre, wo wir ein Jahr später stehen. Sowas von verdient und es ist erst der Anfang, sagt er. Liebe alles daran. 

Freitag, Juni 06, 2025

irgendwann.

Du sagst, Du liebst mich. Nicht nur heute, sagst Du und lächelst. Du meinst, Du könntest mich glücklich machen, dass ich Deinetwegen nie wieder traurige Texte schreiben müsste. Manchmal, sagst Du, wartet man so sehr auf etwas, dass man all die anderen offenen Türen übersieht. Und Du findest, ich hätte genug gewartet. Dass sich Türen manchmal melden müssten. Laut und deutlich. Damit man sie nicht übersieht. Und jetzt stehst Du vor mir, laut und deutlich – und lächelst. Während ich still auf den Boden starre, mit dem Fuß kleine Kiesel hin und her rolle, als wäre das das Einzige, was gerade zählt.

„Liebst Du mich auch, wenn ich nicht gut gelaunt bin?“, frage ich, ohne den Kopf zu heben. „Wenn ich Dich niemals ganz an mich heranlasse, Dich wegstoße, an Dir reiße, vor Dir fliehe. Wenn ich kalt bin, mich tagelang zurückziehe, nicht auf Deine Anrufe reagiere, Deine Nachrichten ignoriere. Würdest Du mich dann immer noch lieben? Wenn ich Deine Nähe nicht aushalten kann… und Dir nie versprechen könnte, dass Du der Einzige für mich bist – wärst Du dann trotzdem noch da?“

Ich sehe Dich nicht an, aber ich weiß, dass Du gerade Deine Finger gegeneinander drückst. Dass Du auf Deiner Unterlippe kaust. Dass Du Dir eine Haarsträhne hinters Ohr schiebst. „Man kann sich nicht aussuchen, wen man liebt, oder?“, sagst Du. Ich höre das Kratzen in Deiner Stimme. Spüre das Stechen in meiner Brust. Die Worte bleiben mir im Hals stecken. Ich schüttle nur den Kopf, ziehe mit dem Fuß eine Spur in den Kies. „Dann werde ich Dich wohl weiterhin lieben, so wie Du ihn immer noch liebst. Auch wenn mich das traurig macht“, sagst Du. Und lächelst wieder.

Ich höre, wie Du aufstehst. Will nicht hochsehen. Nicht nach dem Kratzen in Deiner Stimme. Bis ich Deine Hand auf meiner Schulter spüre. „Irgendwann sieht man die neuen Türen“, flüsterst Du. Streichst mir eine Strähne hinters Ohr, drückst mich kurz an Dich, küsst mich auf die Stirn und gehst zurück zu den anderen. „Irgendwann sieht man die neuen Türen… und schließt die alten ab.“

Sonntag, März 18, 2018

umsonst.

Ich habe gekämpft. Und wie. Um Dich und mich. Um unsere kleine Familie. Überzeugt war ich - den richtigen Kampf zu kämpfen. Sonst hätte ich nicht gekämpft. Ich hab für unsere Liebe und  Freundschaft gekämpft. Dann war da diese tiefe Verzweiflung, Hilflosigkeit und Ratlosigkeit. Ich bin für Dich ersetzbar und austauschbar geworden. Das warst Du für mich nie.

Danach war da nur noch die Wut. Ich war so verdammt wütend auf mich, auf Dich und den Rest der Welt. Am meisten war ich wütend auf Dich. Du hast mich mehr verletzt als alle anderen Menschen bisher. Du hast mein Herz in Fetzen gerissen. Ich habe Dich sehr geliebt, aber das gibt Dir noch lange nicht das Recht mir wehzutun. Warum zum Teufel warst Du nicht in der Lage einmal ehrlich zu sein? Ehrlich zu Dir selbst und zu mir? Das hätte ich verdient gehabt. Ich weiß, dass Du das auch getan hast, um mir nicht weh zu tun, das macht aber überhaupt gar nichts besser.

Du hast gewusst, dass es so enden würde. Ich nicht. Du hast mich sehenden Auges ins Messer laufen lassen. Du hast gewusst, dass ich irgendwann müde bin. Keine Kraft und keinen Willen mehr zum Kämpfen habe. Ich hätte uns ein anderes Ende gewünscht, wirklich. Eines, in dem Du wenigstens den Versuch unternommen hättest, um uns zu kämpfen. Das Einzige, was mich tröstet ist, dass nicht nur ich etwas verloren habe, sondern auch Du. Du hast sogar so viel mehr verloren. Da war so viel Gefühl. Nur für Dich. Alles umsonst.

Donnerstag, März 15, 2018

mach's gut.

Wie kann ich Dir nur für all die wunderbaren Jahre der Liebe und Freundschaft danken? All meine Erinnerungen mit allen Höhen und Tiefen hätten ohne Dich nicht die geringste Bedeutung. Ich würde gern sagen, ich würde alles wieder genauso machen - mit Dir an meiner Seite. Aber gerade ist da kein Gefühl mehr. Ich hatte Angst davor, so große. Ich habe mit Dir den Menschen verloren, der am nächsten an mir dran war. Meinen Partner in Crime, mein Herz, meine Liebe, meinen besten Freund. Meinen Lieblingsmenschen.

Ich war so felsenfest überzeugt, wir würden alle(!) Herausforderungen rocken, miteinander alt werden, irgendwann auf unserem Boot sitzen, lautlos dem Sonnenuntergang entgegen segeln und uns tattrig, aber glücklich und erfüllt von Zufriedenheit & Liebe an den Händen halten. Weißt Du noch, was mein Motto auf der Party war? Vor über 8Jahren als wir uns kennen und lieben gelernt haben? "Mache niemanden zu Deiner Priorität, für den Du nur eine Option bist!" Also mach's gut und werde glücklich!

Freitag, November 03, 2017

ende.

Ich wähnte mich in Sicherheit, doch die Realität kam uns auf die Schliche. Nun kam der große Knall.
Er ist gegangen. Offenbar schon vor längerer Zeit. Was bleibt? 

Dienstag, Oktober 19, 2010

superarschloch.

Monatelanges Stalking deluxe. Selbstmorddrohungen. Morddrohungen. Hilfloses Schulterzucken bei Polizei und Anwälten. Schließlich eine einstweilige Verfügung und dann Ruhe. Endlich. Sieben Jahre. Frau Eiskalt hat alles verbrannt, was an die zwei Jahre Beziehung und den Psychoterror danach erinnerte. Telefonnummern, Pseudonyme & Emailadressen geändert, Spuren verwischt, für Jahre die Stadt verlassen. Und heute dann überraschend eine Nachricht auf Facebook, der einzigen Community, die Sie mit Klarnamen nutzt: "Hallo Frau Eiskalt, liebe Grüße XY ;)" Vom Superpsychoarschloch. Vor zwei-drei Jahren hätte Sie ihm für ein paar Euro & etwas Vodka eventuell noch ein-zwei russische Schläger vorbei geschickt, die ihm ein bisschen die Kniescheiben brechen und nett grüßen.

Donnerstag, August 05, 2010

vernarbt.

Wir sind glücklich. Jeder für sich. Bis dieser Schatten an unserer Seite auftaucht und alles verdunkelt. Wir sind nicht vorbereitet auf diese Situation, weil wir so sehr an die Gerechtigkeit glauben. Ich glaubte an Deine Unverwundbarkeit, die Liebe und das Leben. Als er still und leise an meiner Seite auftauchte, zerbrach etwas in mir und alles veränderte sich. Es ist, als würde man plötzlich mit einem Objektiv die Situation scharfstellen und für einen winzigen Moment einen Teil der großen Wahrheit erkennen. Auf den Tod sind wir nie vorbereitet, weil er nicht in unser Leben passt. Wenn er den Menschen nimmt, den man liebt, dahin wo der Himmel blau ist. Das Meer und der Strand endlos, dann versteht man das Leben nicht mehr. Ich wollte nicht an diese Ungerechtigkeit glauben, die schweigend und mahnend an meiner Seite steht. Ein Autounfall und aufeinmal war ich ohne Hoffnung, nackt und kaputt. Und wenn ich heute am Meer sitze und Steine in das tiefschwarze, spiegelglatte Wasser werfe, glaube ich fest daran, dass Du sie in Deiner neuen Welt am Strand findest und aufsammelst.

Donnerstag, Juli 01, 2010

glücklich.

Er so: "Du hast grad fünf Minuten unheimlich traurig ausgesehen. Wo warst Du in Gedanken?"

Sie denkt. Manchmal bist Du leise und dann wirst Du ganz still. Das dumpfe Zuschlagen des Friedhoftors hinter ihr hörte sich einst so endgültig an, als ob es sie nie wieder herauslassen wollte. Erinnerungen bleiben. Und manchmal kannst Du sogar ein paar aus der Luft pflücken und für einen Moment wieder fühlen, was war und nie mehr sein wird. Sie schaut ihn an, lächelt und sagt, dass er sie sehr glücklich macht und sie jetzt nirgendwo anders sein möchte. Und sie ist wirklich voller Glück. Innerlich. Äußerlich. Und Überhaupt. Manchmal muss sie sich noch selbst kneifen, um das alles glauben zu können. Und irgendwann findet sie vielleicht auch Worte für das Vergangene.

Dienstag, Juni 08, 2010

losgelassen.

Das Schlimmste am Abschied von Menschen, ist zu wissen, dass man ohne sie auskommen kann und wird. Manchmal, wenn er mir fehlt, fahre ich zu seiner Wohnung, setze mich auf die Treppe vor die Tür und wähle seine Nummer. Mir hilft das irgendwie. Irgendwann nach dem dritten Mal habe ich aufgehört zu hoffen, dass er gleich lächelnd um die Ecke biegt und ich endlich aus diesem furchtbaren Traum aufwache. Der Tod ist ein überdimensionales Stop-Schild und nichts ist mehr, wie es war. Die Telefonnummer ist längst nicht mehr vergeben und die Wohnung seit November wieder vermietet. Der Schmerz war eines morgens nicht mehr dumpf, sondern wich Erinnerungen & Dankbarkeit.

Dienstag, Mai 04, 2010

kinderwunsch.

Soeben im Fahrstuhl des Fitnessstudios. Wenn ich gekonnt hätte, ich hätte mich in Luft aufgelöst.
Er besänftigend: "Schatz, ich liebe Dich." - Sie anklagend: "Und warum willst Du dann kein Kind mit mir?"

Seltsam das. Heute morgen fiel mir beiläufig ein, dass der Ex und ich vor einer Weile Jahrestag gehabt hätten, den 7. Bis auf denselben Friseur, eine meiner Freundinnen, verbindet uns nichts mehr und sie koordiniert unsere Termine sorgfältig aneinander vorbei. Es hat seine Zeit gedauert, aber ich bin über ihn hinweg, kann ihm von Herzen alles Gute wünschen und es auch so meinen. Das Einzige, was mich vermutlich noch treffen würde, dachte ich, wäre es zu wissen, dass er Vater wird.

Bei uns gab es nie diese Fahrstuhl-Diskussion, aber eine "ungeplante" Schwangerschaft. Ich, die eigene Kinder bis dato stets abgelehnt hatte, spürte zum ersten Mal, dass ich Kinder gar nicht so blöd finde und dieses gern bekommen würde. Das waren wohl mit die schlimmsten Wochen meines Lebens. Er tröstete mich mit den Worten, dass wir irgendwann ein Kind haben werden. Jahre später wurde daraus, "er möchte keine Kinder in diese Welt setzen - aber wenn ich unbedingt ein Kind will, dann tut er mir den Gefallen." Das war der Punkt, an dem ich unsere Beziehung überdachte und eine Trennung vorschlug. Nicht nur, dass sich unsere Lebensentwürfe zunehmend voneinander entfernten (auch OHNE drängenden Kinderwunsch in den folgenden 5 Jahren). Nein, ich will kein Kind von einem Mann, der mir damit lediglich einen Gefallen tut, weil er mich liebt, und mir das aber vielleicht irgendwann in der Zukunft vorwerfen würde. Die Vorstellung, dass er nun dagegen mit einer anderen Frau vielleicht plötzlich gern ein Kind haben wollen würde, sticht. Irgendwie. Dabei ist er mir doch total egal.

Dienstag, April 20, 2010

geträumt.

„Denkst Du oft an mich?“, fragtest Du mich in dem Traum.
„Sehr oft.“
„Das darfst Du nicht!“
, sagtest Du, "Ich bin tot. Und will, dass Du glücklich wirst. Schau nach vorn, öffne Dein Herz und lebe wieder ohne angezogene Handbremse!" und lächeltest mich an, wie Du es in der Vergangenheit immer getan hast, bevor Du gegangen bist. Ehe ich etwas erwidern konnte, war ich wieder allein.

Dienstag, März 23, 2010

zeit.

Zählt eigentlich jemand mit, wieviele Tränen wir weinen? Und so steht sie da im Supermarkt vorm Müsliregal und es treibt ihr plötzlich, überraschend und unvorbereitet, Tränen in die Augen. Ein dicker Kloß im Hals. Das Herz fühlt sich wie ein schwarzes Loch an. Über ihrem Kopf bricht die Welt ein und sie steht da. Regungslos. Starrt gebannt auf die bunten Schachteln, als wäre kein Mensch da, um nicht endgültig die Fassung zu verlieren.

Du sagtest zum Abschied: "Gute Nacht, Traumfrau! Ich habe Dich in meinem Herzen immer bei mir.", ich küsste Dich auf die Stirn. Ahnte nicht, dass es das letzte Mal sein sollte. Ein Abschied für immer. Deine Verletzungen waren stärker, als mein Glaube, dass es so nicht enden kann und darf. Du gingst. Ich blieb. Das Leben fragt nicht. Niemanden.

Es ist viel Zeit vergangen, vielleicht nicht genug. Ich habe verdrängt, geweint, mich betäubt, erinnert, gelacht, war traurig, leer, lange nicht fähig mich von Dir zu verabschieden und habe schließlich weitergemacht. Irgendwie. Die Leere zunehmend gefüllt mit Erinnerungen und einer tiefen Dankbarkeit. Doch manchmal wirft mich ein Gedanke an Dich in die Umlaufbahn. Manchmal sitze ich da und rede mit Dir. Und Du? Du lächelst und bleibst still. Deine Hände, ich kann mich kaum noch an sie erinnern.

Ich habe Dich bei mir, in meinem Herzen.

Montag, März 08, 2010

überraschungsmoment.

Da geht Frau Eiskalt Sonntagabend nichtsahnend ins Fitnessstudio und läuft quasi direkt in DEN Mann, den sie nie wiedersehen wollte. Der Überraschungsmoment hätte sie, im wahrsten Sinne des Wortes, fast vom Crosstrainer geworfen.

Das erste Kaffee-trinken dauerte 7 (in Worten: sieben) Stunden. Dafür, dass ich eigentlich nur 30 Minuten Zeit hatte und er mich wochenlang darum "beknieen" musste, war es gar nicht so schlecht. Okay, es war ein bisschen phänomenal. Wir kannten uns gefühlte hundert Jahre. Er fuhr mich bis vor die Haustür. Wir sahen uns am nächsten Tag wieder. Während der vierten Verabredung vereitelte ich den ersten Kuss, indem ich in der letzten Sekunde spontan auswich, ihn blitzschnell auf die Wange küsste, aus dem Auto sprang und wegrannte. Für diese Peinlichkeit hätte ich liebend gern das Land verlassen - Richtung Grönland für zwei-acht Jahre. Es sah vielversprechend aus, Frau Eiskalt lies sich langsam darauf ein und alles entwickelte sich hervorragend, bis der Kerl eines Tages plötzlich von der Bildfläche verschwand. Ohne ein Wort. Einordnen konnte ich das nicht. Nach einer Woche gehen einem dann spätestens die Rechtfertigungen und Entschuldigungen für den Anderen aus. Das Kopfkino war Oscar-Preisverdächtig. Und in der darauffolgenden Woche musste ich mich davon abhalten, mich abends vor seine Haustür zu setzen und ihm beide Hände zu brechen, wenn diese nicht zufällig bereits eingegipst gewesen wären, was eventuell erklärt hätte, warum er sein Telefon nicht selbständig benutzen kann, um mir wenigstens zu sagen, dass ich doof bin und er das Interesse verloren hat. Der Stolz siegte. Ich litt leise. Wochen später stand er aufeinmal vor meiner Tür, wollte alles erklären, um Verzeihung und eine zweite Chance bitten. Das müsste bald zwei Jahre her sein, dass wir um den See spazierten, er sich hundertmal entschuldigte & erklärte. Ich ihn ein letztes Mal küsste und dann sagte, dass er meine Basis, mit ihm eine Beziehung einzugehen, zerstört hat und ihn nie wiedersehen will.

Es gibt Millionen Fitnessstudios in der Stadt - was macht der bitte ausgerechnet in meinem? Und das natürlich genau dann, wenn Frau Eiskalt total verschwitzt Bad Hair Day in hautengen Lauftights, die nichts verzeihen, feiert. Wer hat denn dieses bescheuerte Drehbuch geschrieben? Und das Schlimmste ist, er ist immer noch irgendwie toll. Aber wer will schon einen Mann, der zwei Regentonnen zum Waschen seiner Autos hat??? Seine Nachricht, hinter meinem Scheibenwischer, flog jedenfalls ungelesen in den Papierkorb des Parkhauses.

Montag, Februar 22, 2010

kopflos.

Eine Todesnachricht am Montagmorgen und Frau Eiskalt sucht ein Pflaster. Kopflos.
Manchmal frage ich mich ganz leise, wie viel ein Mensch aushält?

Mittwoch, Februar 17, 2010

stille.

Die Anderen waren längst gegangen, nur die Beiden saßen noch in den weichen Ledersesseln. Tranken Wein. Genossen den wunderbaren Ausblick auf den Genfer See. Und schwiegen sich taub.

"Was ist passiert?", unterbrach er die Stille. Sie blickte durch die Dunkelheit aufs Wasser und schluckte schwer: "Es war ein Autounfall. Er ist gegangen. Ich bin geblieben. Bevor er starb, hat er alles Ungesagte ausgeräumt und reinen Tisch gemacht. Er redete, ich schwieg. Ich habe ihm nicht mehr sagen können, dass ich ihn liebe. Niemals hätte ich gedacht, dass es so enden und er sterben würde." Tränen liefen über ihre Wangen in die Tiefe. "Mein Herz akzeptiert es nicht. Wenn ich ihn jetzt loslasse, kommt er nie wieder... "

Er nahm ihre Hände, sah ihr wissend in die Augen und sagte: "Es zählt nicht, dass er nicht mehr da ist. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot. Deine Erinnerung, Sehnsucht und Liebe ist unsterblich - das hört nie auf, aber ich verspreche Dir, dass der dumpfe Schmerz eines Tages etwas Neuem weichen wird. Verschließe Dein Herz nicht! Du musst Dich irgendwann von ihm verabschieden und ihn gehen lassen!" Er atmete tief durch und nahm einen Schluck aus seinem Glas: "Wenn sie mir besonders fehlt und ich glaube, sie ans Vergessen zu verlieren, dann schaue ich in den Himmel und stelle mir vor, sie ist einer der Sterne, der Windhauch oder das Glitzern der Sonne. Sie sind stets bei uns. Leben weiter. In unserem Herzen. Für immer." Sie musste nichts sagen. Dankbar drückte sie seine Hand und folgte seinem Blick, der schweigend die Lichter betrachtete, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelten.

Manchmal ist Stille die wunderbarste Melodie, weil Träume in ihr unbegrenzt tanzen können.

Dienstag, Februar 09, 2010

stefan.

"Wann hast Du morgen Feierabend? Warte vor der Firma, ich hol Dich ab! Zum Spanier ist es ein schöner Spaziergang ...achso und Stefan, ein alter Studienkollege kommt übrigens mit. Ihr werdet euch mögen, da bin ich sicher." sprach mein ehemaliger Kollege & enger schwuler Freund ins Telefon und legte, eh ich Einwände erheben konnte, auf.

Es war ein wunderschöner, warmer, sonniger Samstagnachmittag im Herbst als die Jungs mir entgegen kamen. Max umarmte & busselte mich (wie immer) als hätten wir uns mindestens(!!!) 10 Jahre nicht gesehen und stellte mir freudestrahlend seinen Studienfreund vor. STEFAN - Ende 20, ca. 1,90m, äußerst attraktiv wie sportlich, Muskeln an den richtigen Stellen, dunkelblond, leuchtende Augen, tolle Zähne und ein Lächeln zum Niederknien mit sympathischen Grübchen. Ein Mann nach dem sich Frauen alle zehn Finger lecken. Und ich konnte ihn nicht leiden. Dass er auch noch intelligent, charmant, aufmerksam, witzig und angenehm schlagfertig war, machte es nicht besser. So ein blöder, eingebildeter Sunnyboy. Während des Essens unterhielten wir drei uns ziemlich gut, lachten viel und schmissen Spitzen, die souverän gekontert wurden. Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe, aber irgendwann auf der Straße meinte er: "Dir muss einfach mal jemand den Po versohlen.", packte und warf mich unter Protest über seine Schulter, als hätte er die vergangenen Jahre täglich ausschließlich schwere Mehlsäcke geschleppt. Und lief so entspannt weiter die Straße entlang - ich kopfüber zappelnd, diskutierend & schimpfend. Wenn ich eins hasse, dann wenn mich jemand hochhebt oder trägt. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Von da an trafen wir uns regelmäßig - auch zu zweit. Versackten bis zum morgendlichen Rauswurf in Bars, gingen ins Kino, Inline skaten, shoppen, essen, kochten, grillten, feierten, redeten ganze Nächte durch und starrten gemeinsam aufs Wasser oder in den Himmel. Er rief mich auch nachts an, wenn er jemanden zum Reden brauchte, erzählte mir von seiner vergangenen großen Liebe, seinen Geheimnissen, Ängsten und hörte mir jederzeit wortlos zu. Stefan zeigte mir wie man segelt und oft lagen wir stundenlang auf dem Boot in der Sonne, träumten und ließen uns von Wind & Wasser treiben. Er war da als ich Affairen begann & beendete, mich letztlich von meinem damaligen Freund trennte und mich an einem We im Mai am See schließlich in meinen Ex verliebte. Er schlief nach dieser exessiven Grillparty am See mit meiner besten Freundin. Er machte mir kalte Nackenwickel, wenn ich mal wieder Nasenbluten hatte. Er respektierte meinen Freund, auch wenn er der Meinung war, dass dieser mich nicht dauerhaft glücklich machen wird und diesen nicht sonderlich mochte, was (warum auch immer) auf Gegenseitigkeit beruhte. Wir schliefen Arm in Arm in einem Bett, weil ich mich allein im Haus am See fürchtete. Er küsste mich in dieser Nacht auf die Stirn und rührte mich aber sonst nicht an, wovor ich mich insgeheim gefürchtet hatte, weil ich nicht sicher wusste, was ich dann getan hätte. Er war da als ich Berlin, um die Fernbeziehung zu beenden, für einige Zeit verließ und nach zwei Jahren mit meinem Freund im Gepäck wiederkam.

Und Ende 2006 stand er eines Tages vor mir, nahm mich in den Arm und sagte: "Es tut mir leid, ich kann nicht länger Dein bester Freund sein. Du bist glücklich, das ist das Wichtigste für mich. Ich habe meine Chance verpasst und muss endlich aufhören auf Dich zu warten, nur das kann ich so nicht." und beendete unsere vierjährige Freundschaft. Auch wenn dieser Cut schwer & schmerzhaft war, habe ich ihn für diese Konsequenz stets bewundert und diesen Schritt respektiert. Aber es ändert nichts daran, dass er mir auch heute noch manchmal sehr fehlt und ich kurz davor bin seine Nummer zu wählen.

Dienstag, Februar 02, 2010

absurd.

Manchmal versetzt es mir einen Schlag, wenn ich durch die Fußgängerzone laufe oder abends unterwegs bin und da sitzt jemand, mit dem gleichen störrischen Haar und gestikuliert wie er. Dann vergesse ich für einen kurzen Augenblick zu atmen. Aber er kann es ja nicht sein, nicht mehr. Er ist tot. Wenn ich es schreibe, klingt es so absurd, wenn ich es ausspreche noch viel mehr.

Donnerstag, Januar 14, 2010

schlaflos.

Schlaflos vor Müdigkeit. Innere Unruhe. Anspannung. Nicht greifbar. Mir ist schwindelig vom Gedankenkarussell. Immer im Kreis. Dreht es sich unablässig. Rasant. Vertraute Bilder. Die Konturen verschwimmen. Farbenmeer. Farben überlagern sich. Vervielfachen sich. Verschwimmen zu einer Grauzone. Aus grau wird schwarz. Erholung. Noch immer das Rauschen im Kopf. Berühren meine Fingerspitzen die Realität. Aus der Finsternis heben sich Umrisse hervor. Schattierungen. Graustufen. Gesichter. Vertraute Augen. Ein Lächeln. Unwiderstehlich. Hände. Die Hände, die mich tausendmal zärtlich berührt haben. Weiterhin im Grau. Greife ich nach den Händen. Freudig. Verzweifelt. Komme nicht ran. Strecke mich. Sie bleiben unerreichbar. Rote Flecken tauchen auf im Grau. Das Lächeln hat sein Haltbarkeitsdatum erreicht. Ich muss zusehen, wie es sich entfernt. Trotz meiner Rufe. Kann nichts tun. Das Rauschen wird leiser. Verschwindet. Ebbe. Nichts als Hässlichkeit und Beklemmung hinterlässt das Meer. Alles färbt sich tiefschwarz. Hilfloses festkrallen an Erinnerungen. Ich falle. Dunkelheit. Eisige Kälte. Gänsehaut. Blinzeln. Aufschlagen auf den Boden. Wieder Farben. Licht. Verschwommen. Passen nicht zum Gefühl. Nur ein Traum. Surreal. Normalität. Benommenheit. Watte im Kopf. Für einen Moment. Sekunden später schlägt die Realität mir gnadenlos ins Gesicht. Kein Traum. Tatsächlich passiert. Der stumpfe Schmerz kehrt zurück. Durchnässte Kissen. Angst vorm Einschlafen. Träumen.

Mittwoch, Dezember 30, 2009

tschüss.

Tschüss 2009. Schön, aufregend und emotional war's. Vorsätze für 2010 gibt es keine (abgesehen von 10h Sport/ Woche, weniger denken, mehr tun,...), die halte ich eh nicht ein. Vor kurzem hat mich jemand an etwas Wichtiges erinnert: "Es ist völlig unerheblich, was wir denken, es geht einzig und allein darum, was wir tun!" Diesen Satz mache ich zu meinem persönlichen Mantra für 2010. Es soll sich einfach alles weiterentwickeln und der Rest wird sich finden, wenn es soweit ist.

Den Jahreswechsel zum Anlass nehmend, möchte ich mich bei euch allen bedanken. Es erstaunt mich nach wie vor, wieviele Menschen hier täglich vorbeischauen. Und wie viele Menschen sich an den Diskussionen beteiligen, kommentieren, Mails schreiben, Mut machen, Tipps geben, einfach nur aufmuntern oder lachen. Es gab Momente der unfassbaren Freude, der Ohnmacht & Sprachlosigkeit, der Hyperventilation vor Aufregung, des Glücks, Kopfschüttelns - sprichwörtlich eine Achterbahn der Gefühle - die ich mit euch geteilt habe. Das ist es, was meinen Blog für mich so wichtig macht. Dafür danke ich euch allen von ganzem Herzen!

Auch wenn ich nicht immer meine Spuren hinterlasse oder antworte - ich lese und sehe euch alle. Und ich mag euch alle, naja fast (bis auf Herr Schmidt ;)) – bleibt so wie ihr seid auch 2010 und rutscht gut rein!

Ein glückliches neues Jahr mit vielen fantastischen Höhepunkten, wünsche ich euch.