Donnerstag, Oktober 01, 2026

speed.

In zwei Tagen hat das Kind Geburtstag und ich fühle mich wie ein Eichhörnchen auf Speed. Ich schlafe kaum. Mein Kopf ist knallvoll. Hier noch etwas besorgen, da noch etwas vorbereiten, zwischendurch arbeiten, organisieren, umplanen, erinnern. Ich denke an zwölf Dinge gleichzeitig und vergesse dabei zuverlässig das dreizehnte. Sie wird einfach fucking 15. Fünfzehn. Ich weiß nicht genau, wann aus dem kleinen blonden Wirbelwind dieser ziemlich großartige Teenie geworden ist, der mir zwischendurch ein Glas hinstellt, einen Eiswürfel reinwirft und offenbar besser erkennt als ich selbst, wann meine Belastungsgrenze erreicht ist. 

Und gleichzeitig verschiebt sich gerade so viel. Nicht nur bei ihr. Es ist der erste Teenie-Geburtstag, den wir so richtig zu dritt feiern. Mit Frühstück. Mit einem gemütlichen Abend. Mit allem dazwischen. Mit diesem neuen Selbstverständnis, dass wir inzwischen ein richtiges kleines Team sind. Gestern Abend haben wir schon die Geschenke eingepackt. Mit Getränk daneben, Geschenkpapier überall und regelmäßigem „Finger drauf“, um die Schleifenbänder festzuziehen. War richtig schön. Und immerhin ist dieser Stress schon mal weg.

Ich möchte, dass es wie immer richtig schön wird. Nicht perfekt. Eigentlich weiß ich das. Nur hat mein Gehirn diese Information offenbar nicht erhalten und betreibt weiterhin Hochleistungslogistik. Vielleicht ist das auch ein bisschen der eigentliche Punkt. Sie wird 15 und bewegt gerade wahnsinnig viel. Wird größer, selbstständiger, klarer. Probiert aus, grenzt sich ab, kommt wieder zurück. Und während sie sich verändert, verändert sich unser Leben einfach mit. Warum macht das eigentlich jedes Jahr aufs Neue so emotional?

Vielleicht weil ich plötzlich nicht nur auf diesen einen Geburtstag schaue. Sondern auf den ganzen Weg bis hierhin. Auf das, was sie in den letzten Jahren getragen hat. Auf das, was sie daraus gemacht hat. Und auf die Person, die da gerade immer deutlicher zum Vorschein kommt. Noch zwei Tage. Dann ist sie 15. Und vermutlich werde ich irgendwann zwischen Frühstück und Geburtstagskerzen kurz dastehen, sie ansehen und sentimental denken: „Ach. Da bist Du ja. So groß schon. Und wahnsinnig wunderbar.“