Sie schreibt über Arbeit ohne Buzzwordfilter. Über Führung, Verantwortung und die organisatorische Besonderheit, dass zuverlässige Menschen meistens mit noch mehr Arbeit belohnt werden. Über Meetings, in denen alle „Transparenz“ sagen und anschließend niemand einen vollständigen Satz zu Ende bringt. Beruflich bringt sie Ordnung in komplexe Themen. Privat versucht sie dasselbe mit Kühlschrankinhalten, Beziehungen und Menschen, die ihre Schuhe manchmal mitten im Weg stehen lassen. Das funktioniert unterschiedlich gut.
Sie schreibt über Liebe ohne Zuckerguss. Eher über zwei müde Menschen, die nebeneinander sitzen und sich von ihrem Tag erzählen. Über Nähe, die manchmal einfach darin besteht, nicht sofort eine Lösung anzubieten. Und über die irritierende Erkenntnis, dass ein stabiler Stuhl trotzdem knarzen kann. Sie schreibt über Mutterschaft ohne Heiligenschein. Über eine bald erwachsene Tochter, die im Blog lange als Untermieterin geführt wurde und inzwischen zunehmend autark agiert. Mit eigenen Ansichten. Eigener Zeitrechnung. Und einer bemerkenswert flexiblen Vorstellung davon, wann Geschirr als weggeräumt gilt. Aber dieses Mädchen ist der Hammer. Der beste Mensch, den Frau Eiskalt je hervorgebracht hat. Und ziemlich sicher das Beste in ihrem Leben.
Sie schreibt über Freundinnen, die auch nachts kommen. Mit Taschentüchern, einer Schaufel, Rum und Limetten. Je nachdem, was die Lage verlangt. Über Menschen, die einem die schweren Wege des Lebens nicht abnehmen können. Wir können den Weg nicht füreinander gehen, aber wir können uns begleiten. Ein Stück mitlaufen. Proviant reichen. Dableiben, wenn es anstrengend wird. Geben kann Frau Eiskalt sehr gut. Organisieren auch. Schwierig wird es erst, wenn sie selbst irgendwo anrufen und sagen muss: „Ich brauche Dich.“ Dann analysiert sie die Situation zunächst gründlich. Meistens dreimal. Und bringt vorsichtshalber noch den Müll raus.
Sie schreibt über alte Wunden, neue Leben und die Tage, an denen beides gleichzeitig unter derselben Haut stattfindet. Über Verlust. Über das Bleiben. Über die merkwürdige Fähigkeit des Körpers, sich an Dinge zu erinnern, die der Verstand längst ordentlich abgeheftet glaubte. Manchmal tut das weh. Manchmal sehr. Und dann steht da wieder eine falsch abgestellte Tasse. Das hilft.
Frau Eiskalt ist schlagfertig und empfindlich. Kontrolliert und gelegentlich vollständig überfordert. Sie liebt schwarzen Humor, Musik, handgeschriebene Post, gute Gespräche, ihre Tochter, den Mann, ihre Freundinnen und Menschen, die nicht nur ankündigen zu bleiben. Manchmal ist es hier lustig. Manchmal tut es weh. Meistens beides und trotzdem muss noch jemand die Spülmaschine ausräumen.
außerdem.
Mom eines Teenies · Partnerin · beste Freundin · Working Mom · reiseverrückt · organisiert und ein bisschen chaotisch · sarkastisch · nachdenklich · laut und leise · warmherzig und gelegentlich unnahbar · direkt · loyal · freiheitsliebend · verwundbar · Sturkopf · Genussmensch · Cuba Libre Junkie · Yoga-Anfängerin · Fettnapfmagnet · blond · 1,75 m · kurvig
