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Dienstag, Juni 10, 2025

vielleicht.

Vielleicht habe ich neulich eine Zahnbürste für jemanden gekauft. Und vielleicht hat er gefragt, ob er die hier lassen kann. 

Ich wäre nicht ich, wenn ich mich nicht noch regelmäßig über die eine Zahnbürste mehr in der Schublade wundern würde, aber es fühlt sich ziemlich gut an. 

Montag, Juni 02, 2025

betrunken.

Ich will mit Dir betrunken durch die Straßen laufen. Nachts, lachend, glücklich, gedankenlos und frei. Huckepack auf Deinem Rücken. Du und ich. Arm in Arm. Ich will bei Dir sein, wenn Du schläfst, wenn Du am nächsten Morgen erwachst und mich lächelnd ansiehst. Dich küssen. Will Dir nahe sein, jeden Augenblick genießen. Ich will, dass Du meine Hand hältst, wenn die Welt zu laut ist und sie nie loslässt. Will mich verlieren in Momenten, in denen nichts zählt außer Deinem Blick.

Dienstag, Mai 20, 2025

raum.

Zwei Menschen betreten einen Raum. Es gibt kein bestimmtes Ziel, keinen Vertrag, keine Bedienungsanleitung und keinen Notausgang. Ich bringe Angst mit, er Vertrauen. Ich werfe mit Fragen, er fängt sie mit offenen Händen. Ich teste Grenzen, er nennt es Herausforderung. Er balzt, ich kontere – manchmal einfach mit einem Augenrollen. Dann ist da diese Art von Stille, die Platz schafft. Raum für Nähe, die kein Tempolimit kennt. Und irgendwo dazwischen erzählen wir uns die Dinge, die sonst keiner sehen darf. Die guten, die kaputten und die mit der Aufschrift „Vorsicht, kann bei Berührung explodieren“. Und es passiert etwas, das sich nicht benennen lässt, aber seltsam richtig anfühlt. Leicht und im Flow. 

Es fühlt sich an wie ein System, das sich selbst austariert und gefunden hat. Wie ein Spiel, das keiner gewinnen muss, weil beide freiwillig mitspielen und bleiben. Ohne Agenda. Ohne Druck. Nur zwei Menschen, die sich gegenseitig aufmachen. Wort für Wort, Bild für Bild, Kuss für Kuss, Hemdknopf für Hemdknopf. 

Donnerstag, Mai 15, 2025

nulllinie.

Es gab eine Zeit, da war ich richtig effizient und habe meine Gefühle abgestellt. Ich wollte diesen ganzen Stress mit zwischenmenschlicher Kommunikation - insbesondere diesen emotionalen Tanz zwischen Mann und Frau - aus meinem Leben herausschneiden. Das Resultat: Ich war innerlich tot. Ich habe überhaupt nichts mehr gefühlt. Ich habe niemanden in mein Herz und Leben gelassen. Ich hatte nicht nur den ganzen Stress ausgeschaltet und weggeschnitten, sondern mein komplettes Herz weggesperrt. Keine Aufs, keine Abs. Emotionaler Ruhepuls von null. Und dann kam da unerwartet jemand um die Ecke und setzte sich dazu. Ohne Drama. Ohne Druck. Einfach da. Auf Augenhöhe. Einer, der Fragen stellt, statt Spielchen zu spielen. Und ich? Ich merke: Ich bin offenbar doch nicht innerlich tot. Und plötzlich fühlt es sich nicht mehr wie ein Risiko an – sondern wie eine ziemlich gute Idee.

Samstag, Mai 03, 2025

stolpern.

Manchmal sitzt man jemandem gegenüber und realisiert, dass man sieben Jahre lang ganz gut darin geworden ist zu funktionieren – aber nicht mehr weiß, wie man sich öffnet und wie Nähe eigentlich geht. Und während der andere spricht, lacht, erzählt, versucht, Pausen zu füllen, sitzt man da und denkt: Bitte nimm das nicht persönlich. Ich bin einfach gerade völlig überfordert. Nicht von Dir. Sondern von allem, was dieser Moment mit mir macht.

Und vielleicht war ich überhaupt nicht souverän. Nicht locker und leicht wie sonst. Nicht besonders charmant. Aber ich war da. Mit allem, was ich in dem Moment hatte. Ich wollte nicht stolpern.