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Sonntag, Mai 10, 2026

eins.

Er fragte, ob ich es bereue. Ich muss nicht überlegen. Nein, keine Sekunde. Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wo wir landen. Keinen Plan, kein Zielbild, keine Sicherheit. Heute weiß ich, das hier ist besser, als ich es mir vorgestellt habe. Nicht perfekt, aber stimmig. Es hat sich entwickelt. Organisch. Unaufgeregt. Konsequent. Zack, ein Jahr rum. Ein wirklich gutes Jahr. Und jetzt stehe ich da, ein Jahr und einige Tage später und freue mich einfach. So verrückt. Ich liebs. 

Freitag, Februar 27, 2026

verdient.

Wenn ich keine Ohren hätte, würde ich im Kreis grinsen. Happiest Girl. 
Ich wurde die Woche öfter gefragt, "Hättest Du das mal gedacht - nach dem Start?" 

Und nein. Ehrlich? Nein. Nicht nach diesem holprigen und beschissenen Anfang. Nicht mit all der Geschichte im Gepäck. Nicht mit meiner Skepsis. Wir haben allerdings nicht so getan, als gäbe es keine Themen. Wir haben sie auf den Tisch gelegt und es war regelmäßig verdammt unbequem, aber ehrlich. Wir haben uns das hart erarbeitet. Und jetzt fühlt es sich nicht nach einem Rausch an, sondern nach Ankommen. Richtig ruhig. Und sowas von verdient. Liebe alles daran. 

Freitag, Oktober 17, 2025

fragmente.

Zwei Felder, vermessen von Erinnerung und Widerstand. Keine Linie gerade, kein Verlauf berechenbar. und doch fließt alles ineinander, wie Wärme durch Metall. Ich war Länge, er war Takt. Aus meinen Fragmenten baute er keine Ordnung, sondern Atem. In seinen Sätzen war Raum, nicht Versprechen, eher die Möglichkeit, nicht mehr zu müssen. Wir sind kein Paar. Kein Muster, kein Modell. Sondern ein eigenes Gleichgewicht. Ein System aus gegenläufigen Strömungen, das sich selbst stabilisiert, weil wir beide wissen, was kippen heißt. Nähe ist Experiment, kein Fluchtpunkt. Ich lerne, dass Kontrolle nichts anderes ist als die schönste Form von Angst. Und er hat sie mir zurückgespiegelt, dass ich sie nicht mehr brauche. Wenn ich ihn ansehe, verliert der Raum kurz seine Schwerkraft. Nicht weil Liebe leicht wäre, sondern weil sie in diesem Moment keine Beweislast trägt. Und vielleicht ist genau das der Punkt, an dem man bleiben kann.

Montag, August 25, 2025

wild.

Es ist verrückt und wild, wie viel ein einzelner Tag manchmal tragen kann. Es gibt diese Sekunden, da fühlt sich alles zu viel an. Du bist richtig traurig, weil ein kleiner haariger Freund plötzlich in Deinen Armen stirbt und nicht mehr da ist. Und vorher triffst Du spontan den Mann, der plötzlich wirklich da ist. „Kiss & Drive“, alles in einer Bewegung. Zwischen Abschied und dieser festen Umarmung, die alles ein bisschen leichter macht. Die Hände leer, das Herz voll.

Sonntag, Juli 20, 2025

muster.

Alte Muster sind wie schlechte Ex-Beziehungen. Man weiß, dass sie vorbei sind, aber sie tun so, als hätten sie Hausrecht. Sie gehen nicht, weil man es will. Sie kleben. Man merkt erst, wie tief sie sitzen, wenn man etwas anderes versucht. Nähe zum Beispiel. Oder Ruhe. Dann kommen sie, wie ein Reflex. Kontrollieren, zurückziehen, ausweichen. Wer Gefühle will, soll sich halt durch mein inneres Minenfeld navigieren. Aber mit verbundenen Augen und ohne Karte. Es ist so so anstrengend, sie nicht zu bedienen.

Muster sterben nicht leise. Sie kommen zurück, wenn Du Dich veränderst. Wenn Du weich wirst. Wenn Du bleibst, wo du früher gegangen wärst. Oder wenn Du Dich plötzlich heftig verliebst und auf einmal so unfassbar intensiv fühlst, wie Du es vorher noch nie konntest. Dann flippen sie aus. Sie rebellieren, sabotieren, sie klammern sich an die Türklinke. Sie sagen Sätze wie: „Was, wenn Du Dich irrst?", „Was, wenn Du wieder verletzt wirst?“ Oder mein Favorit: „Bleib besser hier. Hier kennst Du Dich wenigstens aus.“ Aber irgendwann merkt man, dass sie nicht mehr passen. Und das ist die Stelle, an der man loslässt und springt.

Montag, Juni 02, 2025

betrunken.

Ich will mit Dir betrunken durch die Straßen laufen. Nachts, lachend, glücklich, gedankenlos und frei. Huckepack auf Deinem Rücken. Du und ich. Arm in Arm. Ich will bei Dir sein, wenn Du schläfst, wenn Du am nächsten Morgen erwachst und mich lächelnd ansiehst. Dich küssen. Will Dir nahe sein, jeden Augenblick genießen. Ich will, dass Du meine Hand hältst, wenn die Welt zu laut ist und sie nie loslässt. Will mich verlieren in Momenten, in denen nichts zählt außer Deinem Blick.

Montag, Mai 26, 2025

bleiben.

Heute Morgen auf dem Weg zur Arbeit habe ich über "Schmerz" nachgedacht. Über den, den wir im Laufe unseres Lebens erleben. In Wellen, in Stichen, in leisen Momenten. Schmerz, der sich manchmal in den Alltag schleicht, manchmal laut da ist, einen völlig umhaut und manchmal einfach nur sehr schwer auf der Brust sitzt, ohne sich erklären zu müssen. Ich habe im Laufe der Jahre erst verstanden, wie tief Schmerz sitzen und wie vielschichtig er sein kann. 

Ich erinnere mich an Momente, in denen ich temporär nicht mehr fähig war zu atmen und mich einfach nur auf die Straße legen und sterben wollte. Ich wollte das es aufhört. Ich wollte und konnte das nicht fühlen. Mich nicht damit auseinandersetzen. Ich musste erst lernen, Schmerz überhaupt zuzulassen. Lange Zeit war funktionieren einfacher. Sich ablenken, unermüdlich arbeiten, weitermachen, alles unter Kontrolle behalten. Aber irgendwann reicht das nicht mehr. Irgendwann meldet sich das, was wir nicht fühlen wollten. Und wenn es kommt, dann nimmt es mir manchmal die Luft. Es sitzt schwer auf meinen Schultern. Und trotzdem – es gehört zu mir. Zu dem, was war. Zu dem, was fehlt.

Mit dem Tod meiner Oma habe ich eine neue Qualität des Schmerzes kennengelernt, die ich noch nicht kannte und ich spüre diesen Schmerz besonders deutlich. Wenn eine Konstante Deines Lebens stirbt, klafft dort ein riesiges Loch. Es gibt so viele Dinge, die sich gerade verändern, so viele Umbrüche, so viel Unsicherheit – und sie fehlt. Nicht, weil sie immer die perfekten Antworten hatte. Sondern weil sie mir diese ruhige, fast unerschütterliche Form von Vertrauen gegeben hat, die ich selbst manchmal nicht aufbringen kann. Sie war da. Immer. Und ihr Blick hat mir gesagt: „Kind, du schaffst das. Du musst nur weitergehen!“ Wie oft hat Sie meine Hand dabei gehalten. Letzte Woche hat mich jemand aus meiner Vergangenheit gefragt, was in der Zwischenzeit passiert ist und ich habe es zum ersten Mal seit Langem ausgesprochen: Sie ist tot. Der Satz kam, und mit ihm eine Welle. Der Schmerz war plötzlich da – groß, dicht, überrollend.

Ich übe mich darin, nicht mehr wegzulaufen oder auszuweichen. Den Schmerz in meinem Leben nicht mehr zu übergehen, nicht kleinzureden. Sondern ihn da sein zu lassen. Als Teil von mir. Als Teil dieser Geschichte, die mich trägt, auch wenn sie manchmal weh tut. Vielleicht ist genau das der mutigste Schritt: einfach dazubleiben. Das auszuhalten. Im Gefühl. In der Verbindung. Und auch in der Erinnerung. Das ist das, was Du mir beigebracht und vorgelebt hast. 

Dienstag, Mai 20, 2025

raum.

Zwei Menschen betreten einen Raum. Es gibt kein bestimmtes Ziel, keinen Vertrag, keine Bedienungsanleitung und keinen Notausgang. Ich bringe Angst mit, er Vertrauen. Ich werfe mit Fragen, er fängt sie mit offenen Händen. Ich teste Grenzen, er nennt es Herausforderung. Er balzt, ich kontere – manchmal einfach mit einem Augenrollen. Dann ist da diese Art von Stille, die Platz schafft. Raum für Nähe, die kein Tempolimit kennt. Und irgendwo dazwischen erzählen wir uns die Dinge, die sonst keiner sehen darf. Die guten, die kaputten und die mit der Aufschrift „Vorsicht, kann bei Berührung explodieren“. Und es passiert etwas, das sich nicht benennen lässt, aber seltsam richtig anfühlt. Leicht und im Flow. 

Es fühlt sich an wie ein System, das sich selbst austariert und gefunden hat. Wie ein Spiel, das keiner gewinnen muss, weil beide freiwillig mitspielen und bleiben. Ohne Agenda. Ohne Druck. Nur zwei Menschen, die sich gegenseitig aufmachen. Wort für Wort, Bild für Bild, Kuss für Kuss, Hemdknopf für Hemdknopf. 

Dienstag, Mai 06, 2025

türen.

Ein Satz, den meine Oma irgendwann mal zu mir gesagt hat, als ich dabei war, mein Innen und Aussen zu sortieren während der Boden temporär wackelig war: "Nutze Deine Sprache wie eine Tür und nicht wie einen Zaun!" 

Das ist mir heute wieder eingefallen. Ich hatte es völlig vergessen. Wie klug sie war. Sie fehlt mir sehr. 

Samstag, Februar 23, 2019

coolness.

Normalerweise bin ich selbstverständlich die Coolness in Person. Es sei denn er lächelt mich so an. Dann werde ich völlig spontan dumm und stumm - aber zurücklächeln und Unsinn erzählen geht noch. Halleluja. 

Dienstag, Februar 12, 2019

mann fürs leben.

Wenn Du einen Termin hast und der Kollege Dich wie ein Cheerleader verabschiedet und "Love" in die Luft schreibt & singt. Die Untermieterin hat letzte Woche bei uns im Office mit dem Taschenrechner berechnet, dass ich in vier (!) Tagen meinen Mann fürs Leben treffen werde und das dann ganz klar geritzt sei. Das ist übrigens heute Tag 4 - der große, magische Tag. Sie hat aber auch errechnet, dass wir irgendwas zwischen 154 und 72.797.235 Jahren alt werden. Ich bin also unsicher bezüglich der Trefferquote. 

Donnerstag, Januar 03, 2019

bewusstsein.

Was gestern, letzte Woche, letzten Monat oder letztes Jahr war, ist zunehmend weiter entfernt. Was ich spüre, bin ich. Hier. Bei mir. Soweit zu kommen, das waren verdammt viele Schritte vorwärts. Zwischen all den Zweifeln. Zwischen all den Gedankenkreisen und Gesprächen, zwischen Gefühlen und Ängsten, zwischen Distanz und Nähe, zwischen Alkohol, Ablenkungen und schlaflosen Nächten, Hochgefühlen, Mutausbrüchen und tiefer Traurigkeit, zweifle ich. Auch an mir selbst. Am Ende der Nacht brauche ich nur Platz für mich. Ein lächelndes Gesicht im Spiegel. Ein lächelndes Gesicht dort gegenüber. Hände, die mich leiten und im richtigen Moment loslassen. Ich tanze. Ich atme, lebe, fühle, gebe, lache, bin und vielleicht träume ich von Dir. Doch war ich schon lange nicht mehr so nah bei mir. Allein mit mir. 

Sonntag, Dezember 30, 2018

2018.

Hört auf das Jahr 2018 bis ins kleinste Detail zu analysieren! Schaut einfach, welche Entscheidungen ihr getroffen habt und seht, ob diese Entscheidungen euch dahin gebracht haben, wo ihr hin wolltet. Seid ihr glücklich? Diese Bilanz zwickt vielleicht ein bisschen, aber sie ist gut. Wir haben nicht die Antwort auf jedes Gefühl und jedes Ereignis, so funktioniert das Leben nicht. Wir entdecken das Leben, indem wir es leben. Gelegenheiten ergreifen und verpassen, um Rat bitten und es uns zu Herzen nehmen oder umgehen, falsche Entscheidungen treffen oder gar keine... Das Leben lehrt uns jeden Tag, was wichtig ist und was nicht. Manchmal platzen wir vor unfassbarem Glück und ein anderes Mal haben wir keine Ahnung, was wir tun sollen. Das ist beängstigend, aber es ist okay. Das Leben passiert. Verlasst euch auf eure Intuition und vertraut euch immer selbst, egal wie groß die Selbstzweifel sind! 2018 war vielleicht nicht ganz das Jahr, was wir uns erträumt haben oder vielleicht doch - und in 2019 wird das Leben höchstwahrscheinlich auch eigene Wege gehen, die wir nicht vorhersehen können. Aber wir können jeden Tag versuchen, etwas Schönes zu schaffen und ich bin überzeugt, egal was kommt, es wird am Ende großartig sein. Mir hat 2018 richtig richtig weh getan. In jeder Hinsicht. Aber ich habe unglaublich viel über mich selbst gelernt, vor allem das es immer weiter geht. Ich freue mich so sehr auf dieses nächste Jahr, das vor uns liegt und so viele neue Möglichkeiten. Und ich bin dankbar. Für jede Enttäuschung und jeden Glücksmoment. Für die Menschen, die mich auf meinem Weg begleiten. Ich bin wieder mehr bei mir und das fühlt sich ziemlich gut an und genau da möchte ich 2019 weitermachen. Bei mir sein, ankommen und bleiben.

Rutscht alle gut rüber in ein fulminantes, glückliches neues Jahr, das von uns gelebt werden möchte! Mit allen Höhen und Tiefen.

Dienstag, Dezember 11, 2018

frage.

Wenn ich jetzt hier so bei Kerzenschein sitze und die Liebe rational überdenke, stellt sich mir die Frage. Woher weiß ich, dass es beim nächsten Mal, wenn ich Schmetterlinge im Bauch habe, es wie (verrückt) kribbelt und aus meinem dümmlich lächelndem Mund nur noch ziemlicher Quatsch kommt, nicht nur pure Einbildung ist? Ist Liebe überhaupt etwas anderes als Einbildung? Wir suchen uns unbewusst oder auch bewusst Menschen aus, die in unser momentanes Leben hineinpassen und es letztendlich zu dem machen was es ist. Aber wie erkenne ich nun, was da ist und was wiederum nur in meinem Kopf/ Bauch? Wie kann ich mir selbst vertrauen? 

Freitag, Dezember 07, 2018

vielleicht.

Vielleicht ist die Vorstellung von uns besser als die Tatsächlichkeit. Hmm? Aber es spielt gerade keine Rolle. Denn wer weiß das schon? Ich habe beschlossen zu leben - weniger zu "denken" oder Angst zu haben. Mehr zu atmen, fühlen, lieben und sagen. Einfach mal schauen, wo die Reise hingeht und genießen, dass es sich gut anfühlt so wie es ist. Ist es nicht wichtig, jeden Moment zu genießen? Irgendwie schon. 

Mittwoch, November 28, 2018

wtf.

Du liest in mir wie in einem Buch. Betrachtest genau, was da ist und siehst jedes Detail unverfälscht, denn alles ist wie es ist. Und ich? Ich mache mich mit allergrößtem Talent und bester Frau Eiskalt-Manier zum offenbar völlig verblödeten Trottel. WTF? Das hatte ich überhaupt nicht bestellt oder vorgesehen, wo kann man das abstellen? Demnächst hilft wahrscheinlich nur noch umziehen und das Land verlassen. 

Montag, März 19, 2018

trotzdem.

Trotzdem ist da dieses Vermissen. Ich vermisse es mit Dir zu lachen. Ich vermisse die Vorfreude auf Dich, genauso wie das Gefühl angekommen zu sein und nicht mehr zu suchen. Ich vermiss Deine Gemeinheiten und Umarmungen, genauso wie das Gefühl neben Dir einzuschlafen und aufzuwachen. Das Gefühl in Dich verliebt zu sein. Ich bin es nicht mehr. Aber noch viel mehr als dieses Gefühl, vermisse ich Dich als Freund. Ich vermisse Dich.

Montag, Juni 27, 2011

oO.

Und auf einmal sind es nur noch 99 Tage. Bis zur Verabredung mit der Untermieterin. Kann mir jemand ein tolles Reiseziel für Ende September empfehlen? Im Flugzeug kann ich ja dann pikiert behaupten, ich sei schon immer so fett und rund.