Freitag, April 24, 2026

sturmfrei.

Und Freizeitstress. Ich habe zwei Ziele für die nächsten Tage. Meine Steuererklärung 2024 endlich fertigmachen - ich bin vor Monaten bei 80% hängengeblieben - und mein Visionboard final aufkleben. Ich habs bisher einfach nicht gefühlt, es war einfach zu viel los. Der Mann ist schon ultragespannt und meinte, ich soll schöne Sachen aufkleben. Er steht regelmäßig vor meinen alten Boards und studiert sie aufmerksam. Diesen Zielen gegenüber stehen Kunst, Kultur, ein Ausflug und diverse Freundinnen-Dates. Ausserdem werde ich das ganze Wochenende temporär arbeiten müssen, da wir Sonntag, 14.00Uhr eine Deadline und Abgabe haben - für einen Pitch der Montagvormittag rausgeht. Darüberhinaus bin ich Mutter eines Teenies und wir werden diese Mädelszeit so richtig zelebrieren, haben wir verabredet. Sie sehen die Challenge? Zuviel Freizeit für zu wenig Zeit. Mal schauen wann sie das erste Mal fragt, wann der Mann wiederkommt. Machen Sie's fein!

Donnerstag, April 23, 2026

Girls Day.

Wenn der Teenie an ihrem ersten Girls Day teilnimmt und sich fürs Hacken & Programmieren entschieden hat. Sie hat sich auch für zwei Jahre auf Informatik festgelegt ab dem nächsten Schuljahr. Liebe alles daran, wie sie ihre Komfortzone verlässt und anfängt sich zu orientieren und herauszufinden, was ihr Spaß macht und sie interessiert. Ihre Freundin geht zur Feuerwehr. Ich finds absolut klasse, dass die Mädels das nutzen und wahrnehmen. Bin vielleicht ein bisschen stolz. 

Dienstag, April 21, 2026

argumente.

Nochmal rund 80 Seiten Gerichtsakten konzentriert durchgearbeitet, um final zu prüfen, ob Argumente fehlen und eine letzte Replik erforderlich ist. Was auffällt, es wird extrem viel geschrieben. Wirklich viel. Gleiche Argumente, leicht anders formuliert, nochmal gedreht, nochmal erklärt. Die eigentlichen Punkte sind ziemlich überschaubar. Wer hat was gemacht? Was ist belegt? Was passt nicht zusammen? Was fehlt? Der Rest ist Beiwerk. Mit jeder weiteren Seite wird es nicht unbedingt klarer. Eher im Gegenteil. Am Ende bleibt ein ziemlich einfacher Eindruck. Es kommt nicht darauf an, möglichst viel zu sagen. Sondern das Relevante argumentativ sauber hinzubekommen. Und ich mag unseren Anwalt, wirklich. Gerade nochmal mit ihm gesprochen und wir sind uns einig. Sie dürfen trotzdem die Daumen drücken! Ich bin sehr zuversichtlich - aber ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, wie mein Vater immer so schön sagt. 

Montag, April 20, 2026

zeitgefühl.

Meine kleine Nichte wird heute 6. In Worten sechs Jahre alt. Es ist so verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Sie wurde damals mitten in Corona geboren. Ihre Halbschwester wird im Sommer 17(!) und fährt jetzt seit Ende letzten Jahres ein 45km/h Auto - wir nennen es liebevoll "Bobbycar mit Schnur". Ich glaube, wir sind ganz schön alt geworden, seit dieser Blog hier existiert. 2007 war ich unschuldige 25 - alter Schwede. Ich fühle mich nur überhaupt nicht so und glücklicherweise werde ich immer noch deutlich jünger geschätzt. Am Ende ist es nur eine Zahl, auch wenn der Mann keine Gelegenheit auslässt, mich darauf hinzuweisen, dass ich stark auf die 50 zugehe. Ich teste im Sommer erstmal dieses „Mitte 40“. Ist dann der zweite Geburtstag, den wir gemeinsam feiern. Gefällt mir.

Sonntag, April 19, 2026

projektionsfläche.

Nicht jede Reaktion gehört mir. Ich habe vor längerem aufgehört, alles anzunehmen, nur weil es mir entgegengeworfen wird. Manche Menschen begegnen nicht mir, sondern sich selbst. Ihren Themen, ihren Verletzungen, ihrem Kontrollverlust. Ihrer Angst, ihrer Unsicherheit, ihrem Verlust, ihrer Wut. Ich bin einfach nur der Ort, an dem das sichtbar wird. Früher hätte ich das noch sortiert, hätte mich gefragt, wo mein Anteil ist, ob ich etwas übersehe. Heute nicht mehr. Ich weiß ziemlich genau, was meins ist. Und der Rest bleibt da, wo er hingehört. Nicht bei mir. Fühlt sich ziemlich gut an. 

Samstag, April 18, 2026

learning.

Wenn ich eins im Leben gelernt habe. Man kann Menschen nicht dorthin stellen, wo man sie gern hätte. Niemanden. Niemals. Egal, wie gern man etwas anderes möchte. Und man muss sie auch nicht verschieben. Jeder zeigt irgendwann sehr klar, welchen Platz er selbst einnimmt. Wie er spricht. Wie er handelt. Wie er sich verhält, wenn es schwierig wird. Und genau dort steht er dann. Dort, wo er sich selbst positioniert hat. Das Einzige, was wirklich in unserer Hand liegt, ob wir daneben stehen bleiben oder aufstehen, loslassen und unseren eigenen Platz wählen.

Dienstag, April 14, 2026

Sonntag, April 12, 2026

sonntagmorgen.

Sonntagmorgen gemeinsam in der Küche sitzen. Der Teenie noch selig schlummernd im Bett. Die FAZ im Hintergrund, ein gemütliches Frühstück. Kein Tempo. Einfach da sein und über das sprechen, was gerade ist. Ich mag diese Unaufgeregtheit. Diese Ruhe. Kein Müssen. Nur dieser Moment. Ich liebs. 

Samstag, April 11, 2026

geborgenheit.

Es gibt nichts Schöneres, als nachts von der Toilette zu kommen und den Mann halb auf meiner Seite liegen zu sehen. Wie er wortlos die Decke hebt, damit ich drunterkrabbeln kann und einfach wieder in seine Arme rutsche. Er mich zärtlich küsst, ganz festhält und wohlig atmet.

Freitag, April 10, 2026

learning.

Bestes Learning. Selbst wenn Dich etwas für einen Moment völlig überfährt - nicht alles, was zurückkommt, gehört wieder ins eigene Leben. Manches passt einfach nicht mehr, egal, was passiert ist. Manchmal muss man einfach kurz stehen bleiben. Atmen. Und wieder bei sich ankommen und dann loslassen. 

zeit.

Zeit hat die erstaunliche Fähigkeit, Dinge zu sortieren.

Dienstag, April 07, 2026

sicherheitsnetz.

Heute gehört. "Nicht alles sichern zu müssen, um Dich sicher zu fühlen." Der Satz ging richtig tief. Mitten ins Herz. Ich hab's so sehr gefühlt, dass ich spontan etwas im Auge hatte. Ich merke, wie sehr ich es gewohnt bin, Dinge zu verstehen, einzuordnen, zu erklären und abzusichern. Vorausschauend. Immer ein bisschen vorbereitet. Und dann kommt der Moment, in dem ich spüre. Ich kann nichts festhalten. Keine Entwicklung. Kein Gefühl. Keine Sicherheit im Außen. Und ich merke, wie schnell mein System immer versucht, doch wieder irgendwo Halt zu finden. In Gedanken. In Bedeutungen. In Fragen. In kleinen Versuchen, etwas greifbar zu machen. Und genau da wird es plötzlich still. Und verdammt ehrlich. Und ja… auch traurig. Weil ich merke, wie ungewohnt es für mich ist, mich sicher zu fühlen, ohne überhaupt etwas sichern zu müssen oder können. Weil ich nicht mehr ausweichen kann. Nicht mehr steuern. Nicht mehr „richtig“ reagieren. Nur noch da sein. Mit allem, was ich nicht weiß. Mit allem, was ich nicht festhalten kann. Und vielleicht ist genau das das Neue daran. Dass Sicherheit nicht mehr daraus entsteht, dass ich etwas im Griff habe. Sondern daraus, dass ich bleibe und es auszuhalten lerne, auch wenn ich nichts halten kann. Und dann denke ich mir, "Wow, dafür musste ich erst 44Jahre alt werden, um genau das zu erleben und diese Lernkurve so mitnehmen zu dürfen." 

nachts.

00:30 Uhr. Ich wache auf, stehe auf, gehe ins Bad und bin mir sicher, die Nacht ist schon fast vorbei. Dabei hat sie gerade erst begonnen. Die Dunkelheit fühlt sich anders an, dichter, als hätte sie sich über mich gelegt, nicht nur um mich herum. In mir sind sie längst wach. Diese kleinen schwarzen Ungeheuer. Sie haben nicht geschlafen, nur gewartet. Auf genau diesen Moment, in dem alles still ist und ich ihnen nichts mehr entgegensetzen kann. Ein Bild, ein Gedanke reichen. Ein kaum greifbares Gefühl. Und schon beginnen sie zu nagen, leise zuerst, dann immer deutlicher. Ich setze mich zurück aufs Bett und starre an die Wand. Dieses Blau. Ruhig, gleichmäßig, fast tröstlich. So wie das Meer, das ich mir vorstelle. Weit weg. Unerreichbar. Meine Hand wandert zu Dir, legt sich auf Deine Brust, genau über Dein Herz. Es schlägt ruhig. Stark. Als würde es mich daran erinnern, dass nicht alles in mir aus Unruhe besteht. Die Monster mögen das nicht. Sie werden unruhig, flüstern lauter, schicken Bilder, Erinnerungen, Zweifel. Dinge, die ich längst vergessen wollte. Dinge, die sich niemals vergessen lassen. Für einen Moment denke ich, sie gewinnen wieder. Dann bewegst Du Dich leicht. Fast unmerklich. Deine Hand sucht mich, als wäre es das Natürlichste der Welt. Du schläfst noch, atmest ruhig, gleichmäßig. Ich rutsche näher an Dich heran, verberge mein Gesicht in Deinem Nacken. Deine Wärme breitet sich aus, langsam, aber bestimmt. Die Monster ziehen sich nicht zurück, nicht ganz. Aber sie werden leiser. Vorsichtiger. Als hätten sie verstanden, dass sie gerade nicht die Kontrolle haben. Ich bleibe so liegen. Zähle Deinen Atem. Spüre Deine Haut. Halte mich fest an dem, was real ist. Ich bin in Sicherheit. Und für einen Moment gehört die Ruhe mir.

Montag, April 06, 2026

winterorange.

06.04.2026. Ostermontag. Aus Versehen mit "Winter-Orange" geduscht. Kann man mal machen. Rieche ich beim Osterbrunch einfach mal lecker weihnachtlich-orangig. Why not? Ist halt ein multisaisonales Duftkonzept. Der frische Hefezopf wird das gleich sowieso übertönen mit seinem großartigen Duft. Könnte schlimmer sein. Ich mag unser erstes Ostern.  

Samstag, April 04, 2026

workshop.

Heute einen Osterworkshop für "selbstgemachte Kartoffelklöße" absolviert. Der Kursleiter sagt, danach möchte ich nie wieder fertigen Thüringer Kloßteig aus der Metro. Das Kaninchen ist im Ofen, der Rotkohl ist der Hammer und diese Sauce ein Träumchen. Schade, dass ihr das hier nicht riechen könnt. Sooo gut. Gehabt euch wohl und frohe Ostern! Wir kochen uns hier entspannt durch das lange Wochenende und tun einfach mal nichts. Tut mal so gut.