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Mittwoch, November 04, 2026

personalentwicklung.

Was passiert, wenn man einen Teenager großzieht, der plötzlich selbst argumentieren kann? Ich habe fünfzehn Jahre damit verbracht, diesem Kind eigenständiges Denken beizubringen. Jetzt diskutiert es mit mir. Mit meinen Argumenten. Gegen mich. Ich hätte das Konzept vorher gründlicher prüfen sollen.

Freitag, Oktober 23, 2026

mädelszeit.

Wir fliegen gleich los. Mutter und Tochter. Ein paar Tage unterwegs, nur wir zwei. Ich freue mich darauf. Auf eine andere Stadt, gutes Essen, Herumlaufen ohne wirkliches Ziel und die üblichen Diskussionen darüber, ob wir jetzt wirklich noch in dieses Geschäft müssen. Müssen wir natürlich. Je nachdem, wer gerade fragt. Mit einem Teenager zu verreisen ist ohnehin eine interessante Angelegenheit. Man hat eine Reisebegleitung, die einerseits erstaunlich erwachsen ist, andererseits bei bestimmten Gelegenheiten schlagartig wieder fünf wird. Vorzugsweise dann, wenn Hunger im Spiel ist. Ich übrigens auch.

Ich mag diese Zeit mit ihr. Nicht, weil wir ununterbrochen tiefgründige Gespräche führen oder besonders wertvolle Mutter-Tochter-Momente produzieren müssten. Manchmal laufen wir einfach nebeneinander her. Erzählen Unsinn. Lachen über Dinge, die außer uns vermutlich niemand lustig findet. Oder sind still. Und manchmal erzählt sie plötzlich etwas, von dem ich nicht einmal wusste, dass es sie beschäftigt. Meistens zwischen zwei völlig belanglosen Bemerkungen. Man muss ein bisschen aufpassen, um diese Momente nicht zu verpassen.

Sie wird größer. Selbstständiger. Hat ihre eigene Meinung, ihren eigenen Geschmack und gelegentlich eine bemerkenswert ausgeprägte Vorstellung davon, wie ich mich zu verhalten habe. Keine Ahnung, von wem sie das hat. Ich weiß, dass diese gemeinsamen Reisen irgendwann seltener werden. Weil sie eigene Pläne haben wird, andere Menschen wichtiger werden und das ist okay. Bis dahin genießen wir die Zeit. Ein paar Tage nur wir zwei. Ohne Alltag, ohne Termine, ohne den üblichen organisatorischen Wahnsinn. Gut, ganz ohne Diskussionen wird es vermutlich nicht gehen. Wir sind schließlich verwandt. 

Here we go!

Dienstag, Oktober 06, 2026

morgenrosa.

Gestern früh habe ich das Kind kurzfristig zum See gefahren. Eigentlich nichts Besonderes. Ihre Mitfahrgelegenheit war ausgefallen, also saß ich zu einer Uhrzeit im Auto, zu der ich sonst meistens noch nicht wirklich Teil des Tages bin. Über den Dächern hing noch leichter Nebel. Nicht viel. Gerade genug, dass die Stadt ein bisschen weicher aussah als sonst. Darüber dieser rosa Himmel, erst ganz blass und dann plötzlich in Farben, bei denen man kurz denkt, jemand hätte es mit dem Filter übertrieben. Hatte aber niemand. Ich mag solche Morgen über der Stadt. Häuser, Ampeln, Dächer, irgendwo schon Menschen auf dem Weg irgendwohin. Und darüber veranstaltet der Himmel völlig unbeeindruckt sein eigenes Spektakel.

Das Kind neben mir war naturgemäß weniger ergriffen. Teenager am frühen Morgen haben andere Prioritäten. Wachwerden zum Beispiel. Oder schweigen. Also fuhr ich, guckte immer wieder nach oben und dachte, dass man erstaunlich viel Schönes verpasst, wenn der Alltag immer zur gleichen Uhrzeit beginnt. Manchmal braucht es nur eine ausgefallene Mitfahrgelegenheit, um die eigene Stadt kurz anders zu sehen.

Freitag, Oktober 02, 2026

haushaltskompetenzen.

Sollte morgen die Sonne scheinen, wird der Haufen Teenager übrigens sehen, wie hervorragend schlecht ich das Küchenfenster diese Woche schnell geputzt habe. Im Schatten dachte ich noch: läuft, sieht voll gut aus. Im Sonnenlicht sieht das vermutlich eher nach abstrakter Kunst mit Schlieren aus. Man muss dazu sagen, dass es gestern auch den ganzen Tag geschüttet hat.

Ich muss gerade selbst lachen. Da bereitet man tagelang einen 15. Geburtstag vor und am Ende erzählt das Fenster die ganze Wahrheit über die eigenen Haushaltskompetenzen. Vielleicht einfach Deko davor hängen?

Immerhin habe ich heute ein unerwartetes Zeitfenster gewonnen. Vier ausgefallene Schulstunden. Andere nennen es Unterrichtsausfall. Ich nenne es inzwischen Ressourcenmanagement. Win-win. Wir sind dann mal eben den letzten Rest einkaufen.

Donnerstag, Oktober 01, 2026

speed.

In zwei Tagen hat das Kind Geburtstag und ich fühle mich wie ein Eichhörnchen auf Speed. Ich schlafe kaum. Mein Kopf ist knallvoll. Hier noch etwas besorgen, da noch etwas vorbereiten, zwischendurch arbeiten, organisieren, umplanen, erinnern. Ich denke an zwölf Dinge gleichzeitig und vergesse dabei zuverlässig das dreizehnte. Sie wird einfach fucking 15. Fünfzehn. Ich weiß nicht genau, wann aus dem kleinen blonden Wirbelwind dieser ziemlich großartige Teenie geworden ist, der mir zwischendurch ein Glas hinstellt, einen Eiswürfel reinwirft und offenbar besser erkennt als ich selbst, wann meine Belastungsgrenze erreicht ist. 

Und gleichzeitig verschiebt sich gerade so viel. Nicht nur bei ihr. Es ist der erste Teenie-Geburtstag, den wir so richtig zu dritt feiern. Mit Frühstück. Mit einem gemütlichen Abend. Mit allem dazwischen. Mit diesem neuen Selbstverständnis, dass wir inzwischen ein richtiges kleines Team sind. Gestern Abend haben wir schon die Geschenke eingepackt. Mit Getränk daneben, Geschenkpapier überall und regelmäßigem „Finger drauf“, um die Schleifenbänder festzuziehen. War richtig schön. Und immerhin ist dieser Stress schon mal weg.

Ich möchte, dass es wie immer richtig schön wird. Nicht perfekt. Eigentlich weiß ich das. Nur hat mein Gehirn diese Information offenbar nicht erhalten und betreibt weiterhin Hochleistungslogistik. Vielleicht ist das auch ein bisschen der eigentliche Punkt. Sie wird 15 und bewegt gerade wahnsinnig viel. Wird größer, selbstständiger, klarer. Probiert aus, grenzt sich ab, kommt wieder zurück. Und während sie sich verändert, verändert sich unser Leben einfach mit. Warum macht das eigentlich jedes Jahr aufs Neue so emotional?

Vielleicht weil ich plötzlich nicht nur auf diesen einen Geburtstag schaue. Sondern auf den ganzen Weg bis hierhin. Auf das, was sie in den letzten Jahren getragen hat. Auf das, was sie daraus gemacht hat. Und auf die Person, die da gerade immer deutlicher zum Vorschein kommt. Noch zwei Tage. Dann ist sie 15. Und vermutlich werde ich irgendwann zwischen Frühstück und Geburtstagskerzen kurz dastehen, sie ansehen und sentimental denken: „Ach. Da bist Du ja. So groß schon. Und wahnsinnig wunderbar.“

Freitag, September 04, 2026

selbstständigkeit.

Man bringt einem Kind jahrelang bei, selbstständig zu sein. Dann macht es genau das. Unverschämt. Muss ich mich manchmal noch dran gewöhnen. 

Mittwoch, September 02, 2026

abzweigung.

Heute geht die Schule wieder los. Klasse 9 - wann ist das passiert? Der Teenager verschwindet also wieder morgens mit ihrem Rucksack aus der Tür und passend dazu stolpere ich beim ersten Tee in der FAZ über die Zahl, dass inzwischen fast jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst wird. 2024 waren es rund 159.000.

Natürlich liegt die Erzählung sofort griffbereit. Die Jugend von heute. Zu wenig Durchhaltevermögen. Zu hohe Erwartungen. Zu empfindlich. Früher hätte man sich eben durchgebissen. Früher hatte man allerdings auch deutlich weniger Türen, durch die man gehen konnte. Und vielleicht ist deshalb die Zahl allein gar nicht so interessant. Viel spannender finde ich die Frage, was da eigentlich abgebrochen wird. Eine Ausbildung? Eine falsche Entscheidung? Ein schlechter Betrieb? Oder manchmal einfach die Vorstellung, dass man drei Jahre irgendwo bleiben muss, weil man dort mit 16 oder 17 einmal unterschrieben hat? Knapp die Hälfte derjenigen, deren Vertrag vorzeitig endet, beginnt später eine neue Ausbildung. Häufig in einem anderen Beruf oder Betrieb. Das Wort Abbruch erzählt also längst nicht immer die ganze Geschichte. Manchmal ist es schlicht eine Kurskorrektur.

Natürlich müssen junge Menschen lernen, Frust auszuhalten. Nicht jede Kritik ist toxisch, nicht jeder schlechte Montag eine existenzielle Krise und Arbeit besteht leider nicht durchgehend aus Selbstverwirklichung, Purpose und Hafermilchkaffee. Aber Durchhalten ist eben auch keine Tugend um jeden Preis. Als Gründe für Ausbildungsabbrüche werden unter anderem Kommunikationsprobleme, Konflikte mit Ausbildern, mangelnde Ausbildungsqualität und belastende Arbeitsbedingungen genannt. Gleichzeitig beklagen Unternehmen fehlende Grundkompetenzen und Schwächen im Arbeits- und Sozialverhalten. Wahrscheinlich stimmt beides. Junge Menschen müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen und nicht beim ersten Gegenwind das Handtuch zu werfen. Unternehmen müssen vielleicht gleichzeitig wieder stärker verstehen, dass ein Azubi keine erstaunlich günstige Vollzeitkraft mit gelegentlicher Berufsschulunterbrechung ist. Ausbildung hat tatsächlich etwas mit Ausbilden zu tun.

Und ich sitze hier derweil mit einem Teenager in Klasse 9 und bin ziemlich gespannt, welchen Weg sie irgendwann einschlagen wird. Aktuell möchte sie im nahen Ausland studieren. Das kann sich noch ungefähr zwölfmal ändern. Sie hat ja noch ein paar Jahre. Vielleicht ist genau das auch ganz gut so. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wir überschätzen regelmäßig den Wert geradliniger Lebensläufe. Als müsse eine Entscheidung, die man mit erstaunlich wenig Lebenserfahrung trifft, anschließend möglichst widerspruchsfrei bis zur Rente verteidigt werden. Man darf falsch abbiegen. Man darf zurück. Man darf einen anderen Weg nehmen. Und manchmal ist das gar kein Scheitern. Sondern einfach Erwachsenwerden.

Donnerstag, August 27, 2026

Sonntag, August 23, 2026

15.

Die Untermieterin bastelt ihre Geburtstagseinladungen für ihren 15. Sie will nur ihre engsten Mädels einladen. Sie hat bereits ein Pinterest-Board fürs Buffet, unter anderem mit blutigem Popcorn.

Diesjähriges Motto: „A Party to die for.“
Ich liebe alles dran.

Donnerstag, Juli 23, 2026

halbzeit.

In ein paar Tagen kommt der Teenie wieder und plötzlich fühlt sich die Woche schon ganz anders an. Ein bisschen Vorfreude, ein bisschen Vermissen und dieses besondere Gefühl, wenn das Zuhause bald wieder richtig vollständig wird. Wir machen schon wieder Pläne. Das Einzige, was ich nur so semi vermisse: ihr Chaos. Es liegt nicht mal ein Wäscheturm im Bad. Hier ist es gerade fast so ordentlich, dass ich kaum etwas zum Aufräumen finde und tatsächlich an die Stellen gehe, die ich schon länger mal richtig ausmisten wollte. Der Mann hat sich netterweise sofort angeboten, diesen Part des Kindes selbstlos zu übernehmen. Gestern bin ich direkt über seine Schuhe gestolpert, die strategisch günstig im Weg standen und die ich mit der Wäsche auf dem Arm natürlich nicht gesehen habe. Läuft also.

Da die Beschaffung eines Ersatzes offenbar etwas Zeit in Anspruch nehmen würde, soll ich künftig besser aufpassen und mich möglichst nicht tödlich verletzen. Na gut, dann passe ich auf. Schon allein wegen der Lieferzeiten. Und selbstverständlich aus Gehässigkeit. Seine Lovelanguage: Risikomanagement.

Bis dahin genießen wir noch die letzten ruhigen Tage und zählen innerlich schon langsam runter.

Mittwoch, Juli 15, 2026

zwischenfrage.

Das Kind kam ins Zimmer und fragte: „Hast Du kurz Zeit?“

Diese Frage ist bei Teenagern nicht messbar. Sie kann bedeuten: Wo ist mein Ladekabel? Oder, ich habe eine komplexe moralische Situation, drei Freundinnen sind beteiligt und Du musst sämtliche Vorgeschichten seit der fünften Klasse kennen.

Ich sagte ja. Es war das Ladekabel. Ich war fast enttäuscht.

Freitag, Juli 10, 2026

treibenlassen.

Geburtstagswochenende. Zeit ist gerade ein bisschen knapp, das Leben dafür umso voller. Ich wünsche mir überhaupt nichts Großes. Kein Programm, das man schon morgens um neun ambitioniert abarbeiten muss. Kein Ereignis, das später unbedingt eine gute Geschichte ergeben soll. Kein Freizeitstress mit hübscher Kulisse. Nur einen Tag, an dem wir uns einfach treiben lassen. Zusammen. Ohne Uhr im Nacken, ohne Pflichtgefühl, ohne dieses ewige innere Abhaken, das selbst aus schönen Dingen eine To-do-Liste macht. Ein bisschen schauen. Ein bisschen stehen bleiben. Irgendwo etwas essen. Weitergehen. Lachen. Vielleicht falsch abbiegen und noch eine Runde drehen. Vielleicht irgendwo länger sitzen bleiben als gedacht. Müde werden, ohne erschöpft zu sein. Eventuell treffen wir wieder den „weltbesten“ Panflötenspieler. Vielleicht ist Glück manchmal genau das: kein besonderer Plan. Nur die richtigen Menschen und genug Zeit, ihn nicht zu brauchen. Ich freu mich so richtig. 

Montag, Juni 29, 2026

langfristig.

Als wir letzten Sommer im Urlaub am Meer waren, rief der Mann an und fragte, ob wir uns vorstellen könnten, ihn im nächsten Sommer vielleicht mitzunehmen. Ich weiß noch, wie wir Mädels den abendlichen Spaziergang zum Strand machten und ich die Untermieterin fragte, wie sie das finden würde und ob, sie sich das überhaupt grundsätzlich vorstellen kann. Sie blieb stehen, schaute mich lange prüfend an und meinte völlig trocken: "Na, ER plant ja sehr langfristig." Ich lieb sie einfach. Es war dieser typische Teenager-Moment, in dem in einem einzigen Satz mehr Analyse steckt als in drei Beratungsterminen und einer mittelgroßen PowerPoint-Präsentation. Mittlerweile hat sie ihren ganz persönlichen Countdown und gibt uns jede Woche ein Update, wie viele Tage es noch bis zum Urlaub und den Sommerferien sind. Die beiden freuen sich den Arsch ab, dass wir zu dritt verreisen. Fühlt sich sehr gut an. Das wird die beste und entspannteste Zeit. Es ist so richtig schön normal. Danach sind wir wahrscheinlich alle Schach-Meister und vielleicht lese ich endlich doch noch das Buch, was ich letzten Sommer nicht geschafft habe bzw. einfach nicht reinkam. Am Ende gibts eine Buchpräsentation, weil sie sich seit einem Jahr gemeinsam über mich lustig machen - "Bestes Buch 2025." 

Freitag, Juni 19, 2026

humor.

Situationskomik.
Wir sitzen beim Abendessen und ich frage den Mann, ob er mir die Cola reicht.
Er: „Ich kann Dir auch etwas einschenken.“
Ich reiche ihm mein Glas.
Der Teenie merkt an, dass sie ebenfalls gern Cola hätte.
Die Flasche ist fast leer. Der Mann fängt an die Cola gerecht aufzuteilen, hält inne, schaut breit grinsend von der Untermieterin zu mir: „Wer von euch beiden mag mich eigentlich lieber?“ und schwenkt dabei verschwörerisch die Flasche.

Der Teenie stellte kommentarlos grinsend eine neue Flasche auf den Tisch :) 
Ich mag uns Drei. 

Samstag, Juni 06, 2026

100.

Post einhundert! Für 2026.

Der Teenie ist heute das erste Mal beim CSD mit ihrem besten Freund und Kids aus der LGBTQ Community. Ich habe sie ermutigt, sich das einfach mal anzuschauen und mitzugehen. Ich erinnere mich an 1996 zurück als ich zufällig dort hineingeraten bin am Ku'damm. Ich war völlig geflasht und fasziniert von den bunten Wagen und der Stimmung. Abends saß ich stundenlang vor den Nachrichten, um alles darüber herauszufinden. Ich fand's großartig. Danach bin ich lange regelmäßig jedes Jahr zum CSD mit Freunden. Ich bin gespannt, was die Untermieterin nachher erzählt. 

Sonntag, April 26, 2026

samstage.

Was für ein fantastischer Tag. Einer von denen, die man nicht planen kann und genau deshalb so gut sind. Eigentlich war alles anders gedacht. Termine, Ideen, Struktur. Und dann hat sich der Tag einfach selbst geschrieben. Pläne wurden kurzfristig über Bord geworfen, wir haben uns spontan treiben lassen und genau darin lag diese besondere Ruhe. Diese Leichtigkeit, die entsteht, wenn nichts muss und alles darf. Mein Visionboard ist endlich fertig geworden. Also fast. Es liegt jetzt da, noch nicht geklebt, noch nicht ganz final. Ich mache das nie sofort. Ich brauche immer noch diese eine Nacht dazwischen. Abstand, ein Gefühl, ob es wirklich passt. Aber ich merke jetzt schon, da ist etwas entstanden, das sich richtig anfühlt. Klar. Ruhig. Stimmig. Ich finds richtig gut.

Und dann dieser unerwartete Moment heute - die Untermieterin hat ihre eigenen Pläne einfach abgesagt. Ganz selbstverständlich. Und plötzlich hatten wir Zeit. Ohne Ablenkung. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Nur wir, wie früher. Wir haben stundenlang am großen Tisch gesessen, Kuchen gegessen, geredet. Über alles und nichts. Es war warm, normal, fast selbstverständlich. Die Untermieterin fühlt sich so richtig wohl. Man merkt, wie es sie dorthin zieht. Sie hat bereits zwei Packungen Eis im Tiefkühlschrank gebunkert. Ich weiß, wer den zweiten Löffel gewinnt. Nebenbei lief ein neuer Krimi bei Bookbeat, wir haben geschnitten, sortiert, gedruckt, Papier hin- und hergeschoben wie die Weltmeister, Ideen ausprobiert, wieder verworfen. Dieses kreative Chaos, das sich ganz organisch ordnet. Irgendwo dazwischen dieser kleine, absurde Moment. Die Tischlampe, an der ein BH hängt. Der Teenie schaute mich an, rollte nur die Augen und wir mussten beide lachen. So ein typischer Augenblick. Besser wird's nicht. Ich mag dieses Gefühl von Nähe, von einfach zusammen sein. Kein großes Event, kein „Highlight“ im klassischen Sinne. Sondern ein Tag, der sich still und unaufgeregt richtig gut angefühlt hat. Und manchmal sind genau das die allerbesten Tage, an die wir uns erinnern.

Morgen ist dann Marathon in der Stadt. Wird wieder ein Chaos vor der Haustür, weil die ganze Stadt verkehrstechnisch lahmgelegt ist.

Freitag, April 24, 2026

sturmfrei.

Und Freizeitstress. Ich habe zwei Ziele für die nächsten Tage. Meine Steuererklärung 2024 endlich fertigmachen - ich bin vor Monaten bei 80% hängengeblieben - und mein Visionboard final aufkleben. Ich habs bisher einfach nicht gefühlt, es war einfach zu viel los. Der Mann ist schon ultragespannt und meinte, ich soll schöne Sachen aufkleben. Er steht regelmäßig vor meinen alten Boards und studiert sie aufmerksam. Diesen Zielen gegenüber stehen Kunst, Kultur, ein Ausflug und diverse Freundinnen-Dates. Ausserdem werde ich das ganze Wochenende temporär arbeiten müssen, da wir Sonntag, 14.00Uhr eine Deadline und Abgabe haben - für einen Pitch der Montagvormittag rausgeht. Darüberhinaus bin ich Mutter eines Teenies und wir werden diese Mädelszeit so richtig zelebrieren, haben wir verabredet. Sie sehen die Challenge? Zuviel Freizeit für zu wenig Zeit. Mal schauen wann sie das erste Mal fragt, wann der Mann wiederkommt. Machen Sie's fein!

Donnerstag, April 23, 2026

Girls Day.

Wenn der Teenie an ihrem ersten Girls Day teilnimmt und sich fürs Hacken & Programmieren entschieden hat. Sie hat sich auch für zwei Jahre auf Informatik festgelegt ab dem nächsten Schuljahr. Liebe alles daran, wie sie ihre Komfortzone verlässt und anfängt sich zu orientieren und herauszufinden, was ihr Spaß macht und sie interessiert. Ihre Freundin geht zur Feuerwehr. Ich finds absolut klasse, dass die Mädels das nutzen und wahrnehmen. Bin vielleicht ein bisschen stolz. 

Dienstag, März 31, 2026

mutter.

Als Mutter lernt man ziemlich schnell, dass man alles gleichzeitig sein muss. Planungsabteilung, Improvisationstalent… und manchmal einfach jemand, der nachts noch wach ist, Tee kocht und leise sagt: „Das wird schon wieder.“ Und irgendwo zwischen Gesprächen, Lachen, Diskussionen, Augenrollen und diesen ganz besonderen Momenten - wie gerade - merkt man, wie besonders diese gemeinsame Zeit eigentlich ist. Denn auch wenn vieles stetig im Wandel ist, bleibt eines gleich. Ich bin da. Immer.

Samstag, März 21, 2026

post.

Ich bin ja noch so ganz oldschool unterwegs und schreibe nach wie vor immer und überall sehr gern Postkarten und Briefe. Die Untermieterin ist damit aufgewachsen, dass sie früher auf jede Karte noch ein kleines Bild malen sollte. Bei der Menge der Karten fühlte sich das im Urlaub oder zu Weihnachten regelmäßig wie Kinderarbeit an. Später schrieb sie Karten an ihre Freunde und freute sich jedesmal ein Loch in den Bauch, wenn sie auch eine Karte bekam. Jetzt hat sie - auf Empfehlung - Postcrossing entdeckt, ich habe einfach mal ein Konto für uns eingerichtet. Und es ist sooo schön zu sehen, wie viel Freude ihr das Aussuchen und Schreiben der Karten macht. Sie liest vorher immer das Profil sehr genau und schaut auf Google Maps, wo das Ziel der Karte genau liegt. Wir haben eine schwarze Pappkiste, gefüllt mit unzähligen Postkarten, bunten Briefmarken und Stickern. Gestern kam ihre erste Karte beim Empfänger an und es gab so liebes Feedback, dass das Kind sehr breit grinste und hingebungsvoll eine neue Karte schrieb. Die nächste Karte geht nach Indien, stecke ich auf dem Weg zum Yoga gleich ein. Gestern hat sie schon beim Universum bestellt, dass die nächste nach Thailand geht. Es ist China geworden, aber ich denke, das ist okay.