Montag, April 27, 2026

unbekümmertheit.

Wenn allmählich ins Bewusstsein sickert, dass Du in dieser Nacht geglaubt hast, Du würdest sterben und Dir später manchmal gewünscht hast, es wäre so gewesen. Dann ist das kein Wunsch nach dem Tod. Es war der Moment, in dem jegliche Sicherheit endete und das reine Überleben begann. Nicht Leben. Nicht Vertrauen. Nur Funktionieren. Und Durchhalten. Immer nur weiter. Stets auf der Hut sein. Niemals stehenbleiben oder ankommen. Der ewige Kampf gegen mich selbst. Manchmal vermisse ich die Zeit davor. Diese Unbekümmertheit. Das selbstverständliche Gefühl von Sicherheit. Das war richtig schön. 

Sonntag, April 26, 2026

samstage.

Was für ein fantastischer Tag. Einer von denen, die man nicht planen kann und genau deshalb so gut sind. Eigentlich war alles anders gedacht. Termine, Ideen, Struktur. Und dann hat sich der Tag einfach selbst geschrieben. Pläne wurden kurzfristig über Bord geworfen, wir haben uns spontan treiben lassen und genau darin lag diese besondere Ruhe. Diese Leichtigkeit, die entsteht, wenn nichts muss und alles darf. Mein Visionboard ist endlich fertig geworden. Also fast. Es liegt jetzt da, noch nicht geklebt, noch nicht ganz final. Ich mache das nie sofort. Ich brauche immer noch diese eine Nacht dazwischen. Abstand, ein Gefühl, ob es wirklich passt. Aber ich merke jetzt schon, da ist etwas entstanden, das sich richtig anfühlt. Klar. Ruhig. Stimmig. Ich finds richtig gut.

Und dann dieser unerwartete Moment heute - die Untermieterin hat ihre eigenen Pläne einfach abgesagt. Ganz selbstverständlich. Und plötzlich hatten wir Zeit. Ohne Ablenkung. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Nur wir, wie früher. Wir haben stundenlang am großen Tisch gesessen, Kuchen gegessen, geredet. Über alles und nichts. Es war warm, normal, fast selbstverständlich. Die Untermieterin fühlt sich so richtig wohl. Man merkt, wie es sie dorthin zieht. Sie hat bereits zwei Packungen Eis im Tiefkühlschrank gebunkert. Ich weiß, wer den zweiten Löffel gewinnt. Nebenbei lief ein neuer Krimi bei Bookbeat, wir haben geschnitten, sortiert, gedruckt, Papier hin- und hergeschoben wie die Weltmeister, Ideen ausprobiert, wieder verworfen. Dieses kreative Chaos, das sich ganz organisch ordnet. Irgendwo dazwischen dieser kleine, absurde Moment. Die Tischlampe, an der ein BH hängt. Der Teenie schaute mich an, rollte nur die Augen und wir mussten beide lachen. So ein typischer Augenblick. Besser wird's nicht. Ich mag dieses Gefühl von Nähe, von einfach zusammen sein. Kein großes Event, kein „Highlight“ im klassischen Sinne. Sondern ein Tag, der sich still und unaufgeregt richtig gut angefühlt hat. Und manchmal sind genau das die allerbesten Tage, an die wir uns erinnern.

Morgen ist dann Marathon in der Stadt. Wird wieder ein Chaos vor der Haustür, weil die ganze Stadt verkehrstechnisch lahmgelegt ist.

Freitag, April 24, 2026

sturmfrei.

Und Freizeitstress. Ich habe zwei Ziele für die nächsten Tage. Meine Steuererklärung 2024 endlich fertigmachen - ich bin vor Monaten bei 80% hängengeblieben - und mein Visionboard final aufkleben. Ich habs bisher einfach nicht gefühlt, es war einfach zu viel los. Der Mann ist schon ultragespannt und meinte, ich soll schöne Sachen aufkleben. Er steht regelmäßig vor meinen alten Boards und studiert sie aufmerksam. Diesen Zielen gegenüber stehen Kunst, Kultur, ein Ausflug und diverse Freundinnen-Dates. Ausserdem werde ich das ganze Wochenende temporär arbeiten müssen, da wir Sonntag, 14.00Uhr eine Deadline und Abgabe haben - für einen Pitch der Montagvormittag rausgeht. Darüberhinaus bin ich Mutter eines Teenies und wir werden diese Mädelszeit so richtig zelebrieren, haben wir verabredet. Sie sehen die Challenge? Zuviel Freizeit für zu wenig Zeit. Mal schauen wann sie das erste Mal fragt, wann der Mann wiederkommt. Machen Sie's fein!

Donnerstag, April 23, 2026

Girls Day.

Wenn der Teenie an ihrem ersten Girls Day teilnimmt und sich fürs Hacken & Programmieren entschieden hat. Sie hat sich auch für zwei Jahre auf Informatik festgelegt ab dem nächsten Schuljahr. Liebe alles daran, wie sie ihre Komfortzone verlässt und anfängt sich zu orientieren und herauszufinden, was ihr Spaß macht und sie interessiert. Ihre Freundin geht zur Feuerwehr. Ich finds absolut klasse, dass die Mädels das nutzen und wahrnehmen. Bin vielleicht ein bisschen stolz. 

Dienstag, April 21, 2026

argumente.

Nochmal rund 80 Seiten Gerichtsakten konzentriert durchgearbeitet, um final zu prüfen, ob Argumente fehlen und eine letzte Replik erforderlich ist. Was auffällt, es wird extrem viel geschrieben. Wirklich viel. Gleiche Argumente, leicht anders formuliert, nochmal gedreht, nochmal erklärt. Die eigentlichen Punkte sind ziemlich überschaubar. Wer hat was gemacht? Was ist belegt? Was passt nicht zusammen? Was fehlt? Der Rest ist Beiwerk. Mit jeder weiteren Seite wird es nicht unbedingt klarer. Eher im Gegenteil. Am Ende bleibt ein ziemlich einfacher Eindruck. Es kommt nicht darauf an, möglichst viel zu sagen. Sondern das Relevante argumentativ sauber hinzubekommen. Und ich mag unseren Anwalt, wirklich. Gerade nochmal mit ihm gesprochen und wir sind uns einig. Sie dürfen trotzdem die Daumen drücken! Ich bin sehr zuversichtlich - aber ich habe schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen, wie mein Vater immer so schön sagt. 

Montag, April 20, 2026

zeitgefühl.

Meine kleine Nichte wird heute 6. In Worten sechs Jahre alt. Es ist so verrückt, wie schnell die Zeit vergeht. Sie wurde damals mitten in Corona geboren. Ihre Halbschwester wird im Sommer 17(!) und fährt jetzt seit Ende letzten Jahres ein 45km/h Auto - wir nennen es liebevoll "Bobbycar mit Schnur". Ich glaube, wir sind ganz schön alt geworden, seit dieser Blog hier existiert. 2007 war ich unschuldige 25 - alter Schwede. Ich fühle mich nur überhaupt nicht so und glücklicherweise werde ich immer noch deutlich jünger geschätzt. Am Ende ist es nur eine Zahl, auch wenn der Mann keine Gelegenheit auslässt, mich darauf hinzuweisen, dass ich stark auf die 50 zugehe. Ich teste im Sommer erstmal dieses „Mitte 40“. Ist dann der zweite Geburtstag, den wir gemeinsam feiern. Gefällt mir.

Sonntag, April 19, 2026

projektionsfläche.

Nicht jede Reaktion gehört mir. Ich habe vor längerem aufgehört, alles anzunehmen, nur weil es mir entgegengeworfen wird. Manche Menschen begegnen nicht mir, sondern sich selbst. Ihren Themen, ihren Verletzungen, ihrem Kontrollverlust. Ihrer Angst, ihrer Unsicherheit, ihrem Verlust, ihrer Wut. Ich bin einfach nur der Ort, an dem das sichtbar wird. Früher hätte ich das noch sortiert, hätte mich gefragt, wo mein Anteil ist, ob ich etwas übersehe. Heute nicht mehr. Ich weiß ziemlich genau, was meins ist. Und der Rest bleibt da, wo er hingehört. Nicht bei mir. Fühlt sich ziemlich gut an. 

Samstag, April 18, 2026

learning.

Wenn ich eins im Leben gelernt habe. Man kann Menschen nicht dorthin stellen, wo man sie gern hätte. Niemanden. Niemals. Egal, wie gern man etwas anderes möchte. Und man muss sie auch nicht verschieben. Jeder zeigt irgendwann sehr klar, welchen Platz er selbst einnimmt. Wie er spricht. Wie er handelt. Wie er sich verhält, wenn es schwierig wird. Und genau dort steht er dann. Dort, wo er sich selbst positioniert hat. Das Einzige, was wirklich in unserer Hand liegt, ob wir daneben stehen bleiben oder aufstehen, loslassen und unseren eigenen Platz wählen.

Dienstag, April 14, 2026

Sonntag, April 12, 2026

sonntagmorgen.

Sonntagmorgen gemeinsam in der Küche sitzen. Der Teenie noch selig schlummernd im Bett. Die FAZ im Hintergrund, ein gemütliches Frühstück. Kein Tempo. Einfach da sein und über das sprechen, was gerade ist. Ich mag diese Unaufgeregtheit. Diese Ruhe. Kein Müssen. Nur dieser Moment. Ich liebs. 

Samstag, April 11, 2026

geborgenheit.

Es gibt nichts Schöneres, als nachts von der Toilette zu kommen und den Mann halb auf meiner Seite liegen zu sehen. Wie er wortlos die Decke hebt, damit ich drunterkrabbeln kann und einfach wieder in seine Arme rutsche. Er mich zärtlich küsst, ganz festhält und wohlig atmet.

Freitag, April 10, 2026

learning.

Bestes Learning. Selbst wenn Dich etwas für einen Moment völlig überfährt - nicht alles, was zurückkommt, gehört wieder ins eigene Leben. Manches passt einfach nicht mehr, egal, was passiert ist. Manchmal muss man einfach kurz stehen bleiben. Atmen. Und wieder bei sich ankommen und dann loslassen.