Donnerstag, August 27, 2026

Mittwoch, August 26, 2026

rauschen.

Unglaublich wilden Mist geträumt. Brauchte heute Morgen erstmal zwei Stunden, um das ansatzweise zu verarbeiten und saß ab 07.30 Uhr am Rechner. Der Mann fand es anscheinend ein bisschen witzig und hatte direkt eine absurde Idee dazu. Passend dazu meldete sich heute ausgerechnet jemand, der erstaunlich gut in das Konzept des Mannes gepasst hätte. Als könnten die das riechen. Schräg.

Nächsten Monat jährt sich ein Todestag. Heute ist mir wieder eingefallen, dass ich damals kurz vorher diesen einen Traum hatte, in dem er gestorben ist. Ich hatte das völlig vergessen. Komisch, was der Kopf irgendwo verstaut und Jahre später plötzlich wieder auf den Tisch legt. Ich habe mich danach sehr lange schuldig gefühlt. Rückblickend natürlich völlig irrational. Damals hat es sich trotzdem echt angefühlt. Fast so, als hätte ich etwas wissen müssen. Als hätte ich irgendwo nicht gut genug aufgepasst. Vielleicht sitzt genau da ein Teil von meinem Reflex, die Schuld grundsätzlich erstmal bei mir zu suchen. Zu überlegen, was ich falsch gemacht habe. Und Dinge unbedingt reparieren zu wollen, auch wenn sie längst passiert sind, nicht meine Baustelle sind oder sich schlicht nicht reparieren lassen.

Danach vier Stunden beim Kunden im Meeting gewesen. Falls sich jemand fragt, wie viel ein einzelner Mensch mit sehr viel Hybris und erstaunlich wenig innerem Stoppschild sprechen kann - erstaunlich viel. Alter Schwede, der Kollege meinte hinterher nur, er müsse sich jetzt erstmal eine Flasche Wein aufmachen. Und ehrlich, ich hab’s gefühlt. Irgendwann ist das kein Gespräch mehr. Eher so ein diffuses Rauschen im Ohr, wo einem die Ohren bluten. Ich hatte danach 20 Seiten Transkript. Nur vom Redeanteil des GF. Habe daraus inzwischen ein acht Seiten Briefing gemacht.

Manche Tage sind wirklich erstaunlich voll mit Dingen. Reicht dann auch mit Themen, Menschen und Material für heute.

Dienstag, August 25, 2026

Montag, August 24, 2026

ruhe.

Heute Morgen war einer dieser Momente, in denen die Welt um 4.30 Uhr kurz zu viel war. Schlecht geträumt, zu viel Verantwortung, panisch hochgeschreckt. Ich habe meinen eigenen Herzschlag und Puls gehört. Erst versucht, mich selbst zu beruhigen. Mit mäßigem Erfolg. Mich schließlich überwunden, den Mann geweckt und gebeten, mich fest in den Arm zu nehmen. Hat er augenblicklich gemacht. Er gibt die weltbesten Umarmungen. So fest, dass für einen Moment nichts dazwischen passt und die Welt plötzlich ein bisschen leiser wird. Einer meiner sichersten Orte, abends Arm in Arm im Bett liegen und für einen Moment nichts tragen müssen. Egal wie gut oder schlecht der Tag war. Das ist fast immer mit einer der besten Momente. Ich mag die Ruhe darin. Mir gibt das Kraft. 

rückkehr.

Erster richtiger Arbeitstag nach dem Urlaub. Laptop an. Hirn langsam hochfahren. Passwort beim ersten Versuch falsch. Postfach auf. Direkt wieder zu. Zwei Wochen lang Meer, Bücher, Kochen, Essen, langsamer Kopf. Mal kein "müssen". Dann wieder Zuhause und innerhalb von 20 Minuten zwei Maschinen Wäsche, 47 Mails und die Frage, warum Erholung so schlecht lagerfähig ist.

Schön, wie viele Dinge während meiner Abwesenheit offenbar ganz hervorragend ohne mich weitergelaufen sind. Andere Themen dagegen haben die Zeit genutzt, sich zu vermehren. Aus einer offenen Frage sind drei geworden. Aus einem kleinen Abstimmungsbedarf ein Termin mit sechs Personen. Auch schön. Nach ungefähr zwei Stunden bin ich wieder drin. Ich sage Dinge wie „nächste Schritte“, „Entscheidungsbedarf“ und „wir müssen das sauber aufsetzen“. Mein Körper sitzt im Homeoffice. Mein Kopf hängt noch irgendwo zwischen Buch, Weinglas und Meer. Wird schon. Der Kalender ist jedenfalls wieder vollständig einsatzbereit.

Sonntag, August 23, 2026

15.

Die Untermieterin bastelt ihre Geburtstagseinladungen für ihren 15. Sie will nur ihre engsten Mädels einladen. Sie hat bereits ein Pinterest-Board fürs Buffet, unter anderem mit blutigem Popcorn.

Diesjähriges Motto: „A Party to die for.“
Ich liebe alles dran.

Samstag, August 22, 2026

lesefluss.

Das Buch "Never lie" von Freida McFadden. Ich hatte Gänsehaut. Richtige. Das Buch durfte deshalb sofort in die sehr kleine Kategorie „Menschen müssen davon erfahren“. Es ist irre, wie selten es geworden ist, dass man wirklich komplett in einer Geschichte verschwindet und der Plottwist so überrascht. Meine Empfehlung!

Freitag, August 21, 2026

ortswechsel.

Zuhause brauche ich für einen klaren Gedanken Ruhe, Zeit und ideale Bedingungen. Hier reicht offenbar ein gutes Getränk und zehn Minuten aufs Wasser starren. Unverschämt. Plötzlich sortieren sich Dinge, für die ich zuhause manchmal mindestens drei Anläufe, einen Spaziergang und einen vollkommen unnötigen Blick aufs Handy brauche. Vielleicht liegt es am Abstand. Vielleicht am meditativen Wasser. Vielleicht daran, dass gerade nicht alles gleichzeitig etwas von mir will. 

Kann ich das bitte einpacken und mitnehmen? Am besten zusammen mit dem Meer.

Donnerstag, August 20, 2026

fotomaterial.

Siebenundzwanzig Bilder vom Meer. Drölf vom Himmel. Dreiundneunzig von Essen. Eins vom Mann, auf dem er vermutlich sagt, dass ich jetzt wirklich genug Fotos gemacht habe. Ich dokumentiere Erholung sehr sorgfältig.

Mittwoch, August 19, 2026

hygge.

Draußen regnet es. So ein gleichmäßiger Regen, der nicht nervt. Eher dieses leise Trommeln auf Dach, Holzterrasse, die Tische und irgendetwas Metallischem draußen, das alle paar Sekunden anders klingt. Mal dumpf. Mal heller. Dazwischen das Rauschen in den Bäumen. Die Luft ist kühl und riecht nach nassem Boden. Ein bisschen nach Gras. Ein bisschen nach Holz. Ein bisschen nach Sommer, der heute offenbar keine Lust hat, sich besonders anzustrengen. Der Himmel ist diesig und wolkenverhangen, alles draußen wirkt ein bisschen weicher. Gedämpfter. Als hätte jemand die Lautstärke runtergedreht.

Drinnen stehen Kerzen auf dem Tisch. Das Licht flackert auf den Gläsern und macht aus einem ganz normalen Nachmittag im August plötzlich ziemlich viel Hygge. Wir sitzen hier am großen Esstisch. Gemütlich. Ohne Programm. Heute kein Ausflug. Kein Plan. Kein „wir könnten noch“. Kein Gefühl, irgendetwas aus diesem Tag herausholen zu müssen. Einfach Regen am Fenster und zwischendurch ein paar Sätze. Ich schreibe ein bisschen. Jeder macht seins. Manchmal reden wir. Manchmal nicht. Ab und zu gibts einen Kuss oder eine Umarmung. Einer holt sich noch einen Keks oder einen Rest Bolognese von gestern. Jemand zieht die Beine unter sich. Der Teenie bemalt ihre Hände künstlerisch. Draußen tropft es weiter von den Kanten und drinnen muss gerade nichts passieren.

Ich mag solche Tage zwischendurch ganz gern. Tage, die einem die Entscheidung abnehmen, ob man noch etwas unternehmen sollte. Bei Regen ist die Lage klar. Drinnen bleiben. Kerzen an. Vielleicht später schon ein Bier oder ein Glas Wein. Reicht.

Dienstag, August 18, 2026

urlaubsgarderobe.

Ich habe für mindestens sieben verschiedene Frauen gepackt. Angekommen ist offenbar nur eine.

Mittwoch, August 12, 2026

ferienpersönlichkeit.

Im Urlaub werde ich zuverlässig zu einer Version von mir, die morgens Sport macht, Yoga übt, viel liest, viel schreibt, weniger online ist und auch noch deutlich bewusster atmet. Diese Frau wird jedes Jahr sorgfältig mit eingeplant. Aktuell ist sie sogar da. Ich mache morgens zuverlässig mein schweißtreibendes HIT-Workout und Yoga auf der Terrasse. Sehr konsequent. So konsequent, dass ich inzwischen Muskelkater an Stellen habe, von deren Existenz ich vorher nur theoretisch wusste. Heute hatte ich schon kurz ernsthafte Schwierigkeiten, aus dem Auto auszusteigen. Es läuft also wirklich hervorragend.

Dafür habe ich schon ein Buch gelesen. Ganz. Nicht nur drei Seiten und anschließend aufs Meer geschaut. Ein richtiges Buch. Auf Englisch. Und es war so gut, dass ich beim Plottwist übel Gänsehaut hatte. Das zählt für mich inzwischen als Hochleistung. Die digitale Reduktion klappt ebenfalls ganz gut. Das Schreiben besser. Das Atmen meistens auch. Nur beim Aufstehen sollte gerade niemand zugucken. Ferienpersönlichkeit eben. Sehr motiviert. Lediglich leicht eingeschränkt in der Beweglichkeit. Ausserdem haben wir schon gut Farbe bekommen. Könnte schlimmer sein.