Irgendwo auf der Rückreise habe ich gestern offenbar im Durchzug gesessen. Mich hat's über Nacht etwas umgekachelt. Ich könnte jetzt problemlos eine 0190er-Nummer betreiben und hocherotischen Telefonsex verkaufen. Zumindest stimmlich wären die Voraussetzungen gegeben. Ich habe beschlossen, nicht krank zu werden. Das ist keine Hoffnung, sondern eine Entscheidung. Mein Körper wurde darüber informiert. Nach Wochen zwischen Arbeit, Flughäfen, Hotels und einer eher symbolischen Anzahl erholsamer Nächte scheint mein Immunsystem ernsthaft über eine Kündigung nachzudenken. Nicht mit mir.
Also habe ich frische Zitronen und Orangen ausgepresst, Ingwer gekocht und das Ganze mit Honig zu einem Getränk verarbeitet, mit dem man vermutlich auch einen mittelgroßen Abfluss freibekäme. Drei Liter habe ich inzwischen getrunken. DREI. Meine Nieren haben bereits eine Betriebsversammlung einberufen. Natürlich beschränkt sich mein Gesundheitsmanagement nicht auf Getränke. Ich habe auch die übrigen Maßnahmen berücksichtigt. Vitamine. Frische Luft. Gesundes Essen. Schlaf. Bewegung. Entspannung. Sex. Vor allem Sex. Der Liebste muss schließlich auch seinen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge leisten. Ich kann hier nicht allein die gesamte Immunabwehr organisieren. Küssen zur Stressreduktion. Umarmungen fürs Nervensystem. Körperliche Betätigung zur Förderung der Durchblutung. Und alles Weitere selbstverständlich vorwiegend aus medizinischen Gründen.
Ich überlege, ob ich dafür einen Behandlungsplan aufstelle. Dreimal täglich Zuneigung, bei Bedarf häufiger. Nebenwirkungen ausdrücklich erwünscht. Ansonsten habe ich heute Morgen beschlossen, Stress konsequent zu vermeiden. Das funktioniert hervorragend, solange ich weder meine E-Mails öffne noch mit anderen Menschen kommuniziere. Ruhe wäre natürlich ebenfalls sinnvoll. Mein Gehirn hat allerdings noch keinen passenden Termin dafür gefunden. Ich bin jedenfalls bestens vorbereitet. Mein Körper wurde mit Vitaminen versorgt, mein Immunsystem zur Mitarbeit aufgefordert und der Liebste vorsorglich in die Therapie eingebunden.
Ich würde sagen, das könnte glatt funktionieren. Drückt mir die Daumen! Und falls nicht, habe ich immerhin noch eine berufliche Alternative mit der 0190er-Nummer.
It´s good to be back
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Berlin. Ich habe seit je her ein gespaltenes Verhältnis zu Berlin. Seit
meiner Jugend. Ich kenne Berlin noch, als es nur per Transitstrecke zu
erreichen wa...
vor 3 Stunden
