Dienstag, März 17, 2026

tempo.

Das Leben hat selten das Tempo, das man geplant hat. Meistens ist es entweder schneller oder interessanter.

Sonntag, März 15, 2026

a oder b?

Die Untermieterin stellte beim Abendessen eine sehr spannende Frage. "Würdest Du lieber Deine Erinnerungen der Vergangenheit behalten oder die Möglichkeit besitzen, neue Erinnerungen zu schaffen, dafür aber Deine Vergangenheit vergessen?! Man muss sich für eins entscheiden!" Wir haben das kurz diskutiert und stellten fest, wie schwierig es ist, sich zu entscheiden. Ich sagte spontan, ich würde nicht immer nur in der Vergangenheit leben wollen, sondern Erinnerungen und Erlebnisse schaffen. Leben wollen.

Und dann habe ich kurz an Punkte und Menschen meiner Vergangenheit gedacht, die mich zutiefst geprägt und geformt haben. Manchmal merkt man erst, wie sehr ein Mensch Teil der eigenen Lebensarchitektur war, wenn plötzlich eine tragende Wand fehlt. Er gehörte Jahre zu meinem Leben. Nicht perfekt, nicht immer leicht, aber real. Mit all den kleinen Momenten, aus denen sich Beziehungen zusammensetzen. Gespräche, Streit, Versöhnungen, gemeinsame Pläne und Wege, die irgendwann auseinanderliefen. Und dann kam dieser eine Moment, der alles endgültig macht. Ein Satz, den man liest oder hört und der sich erst einmal völlig unwirklich anfühlt. Der Mensch, mit dem man einmal ein Kapitel seines Lebens geteilt hat, ist plötzlich nicht mehr da. Was mich lange begleitet hat, war ein Gefühl von Schuld. Die leise Frage, ob man etwas hätte anders machen können. Ob ein anderes Wort, eine andere Entscheidung, ein anderer Weg etwas verändert hätte. Aber das Leben beantwortet solche Fragen nie.

Eine Zeit lang habe ich geglaubt, dass mich diese Geschichte zerbricht. Dass der Schmerz größer ist als alles, was ich jemals tragen kann. Es gab Tage, an denen ich das Leben gehasst habe. Tage, an denen ich mir gewünscht habe, einfach aufzuhören zu fühlen. Und doch geht das Leben weiter. Nicht weil man es will. Sondern weil es einfach nicht stehen bleibt. Niemals. Es ist seltsam, wie das Leben funktioniert. Manche Beziehungen enden lange bevor ein Leben endet. Und manchmal endet ein Leben, bevor man verstanden hat, was diese Beziehung eigentlich bedeutet hat. Und doch bleibt etwas bestehen. Erinnerungen, Geschichten, vielleicht auch eine leise Dankbarkeit für die Zeit, die man einmal gemeinsam hatte. Er ist Teil meiner Vergangenheit, aber er ist auch Teil meiner Geschichte. Und Geschichten verschwinden nicht einfach. Manche Menschen gehen aus unserem Leben. Manche bleiben auf eine andere Weise. Vielleicht liegt die Antwort auf diese Frage genau darin. Erinnerungen und neue Erlebnisse lassen sich nicht wirklich trennen. Unsere Vergangenheit ist letzlich der Boden, auf dem alles Neue wächst.

strategin.

Meine Strategie für schwierige Tage ist relativ einfach. Bequeme Schuhe. Der Wald vor der Tür. Frische Luft. Freundinnenzeit und ein Stück Kuchen. Und keine vorschnellen Entscheidungen.

Samstag, März 14, 2026

menschenkenntnis.

Menschen sagen viel über sich. Meistens nicht mit Worten.
Ihr Verhalten erzählt alles.

Freitag, März 13, 2026

kuddelmuddel.

Wenn sich berufliche Reiseplanungen und das eine kinderfreie Wochenende in wenigen Tagen, gefühlt, 12x ändern. Erst so, dann doch wieder ganz anders, dann wieder alles zurück. Alles nicht so optimal, das Kind ist super genervt und sauer. Mir hätte es anders auch deutlich besser gepasst. Aber was will man machen?

alleinerziehend.

Alleinerziehend zu sein bedeutete auch, dass niemand da war, der sagt: „Ich mache das schon.“ Also macht man es eben selbst. Man funktioniert. Immer. Die Tage hing ich ziemlich durch. Der Tag war lang, der Kopf völlig leer, der Körper unfassbar müde. Und während ich noch überlegte, wie der Abend irgendwie funktionieren soll, stand plötzlich jemand in der Küche und hat für uns gekocht. Ganz selbstverständlich. Ohne großes Aufheben. Es war einfach das Beste. Es war vielleicht nichts Besonderes. Und gleichzeitig für mich genau das(!!!). Denn irgendwann merkt man, dass sich etwas verändert. Spürbar. Ich muss plötzlich nicht mehr alles alleine tragen. Noch ein sehr ungewohntes Gefühl, aber ein gutes und ich bin dankbar. Alle waren glücklich, vor allem der Koch, dass er das tun konnte. Das ist dieses "Wir sind jetzt zu zweit.", daran erinnert er mich noch regelmäßig. Dann merke ich wieder, wie sehr noch diese Einzelkämpferin in mir steckt. 

Donnerstag, März 12, 2026

küche.

Die Küche ist bei uns DER zentrale Ort. Ich liebe unsere Wohnküche mit der runden Wand. Ich liebe das natürliche Licht, das morgens in die Küche fällt. Und ich liebe diesen massiven Holztisch mit Platz für sechs bis acht Personen. An diesem Tisch wird gegessen, geredet, gelernt, gearbeitet, gelacht, geweint, diskutiert, sinniert und manchmal auch einfach nur gesessen. Das reicht oft schon. Hin und wieder ist auch jemand plötzlich nackt und trinkt Cuba Libre, habe ich gehört. 

Dieser Tisch könnte so viele Geschichten & Anekdoten erzählen.

Mittwoch, März 11, 2026

rücksicht.

Aus Rücksicht auf den Mann und seinen Terminkalender habe ich beschlossen, nicht an meiner Mandelentzündung zu sterben und ins Licht zu gehen. Er meinte nämlich mal, das wäre organisatorisch sehr ungünstig, weil er dann Ersatz bräuchte und der müsse erstmal gefunden werden und das wäre total unnötiger Stress. Romantisch, wie ein Steuerbescheid. Und wir wollen ja nicht, dass er traurig ist. Also bleibe ich gehässig und pflichtbewusst am Leben. Antibiotikum, Tee und eine gewisse Grunddisziplin. Mein Wochenziel: Überleben und den Mann vor unnötigem Datingaufwand bewahren. Außerdem will ich noch wissen, wie sich die neue Grillpfanne macht und was aus dem mir versprochenen Steak wird. Effizienz ist schließlich auch eine Form von Liebe.

Montag, März 09, 2026

ping-pong.

Erstes Viren-Pingpong. Direkt einmal zu dritt geteilt. Montagmorgen: BÄM! F*ck. Das gab's zuletzt in der Kita und die ist über 8Jahre her. Ich fühle mich heute wie ein Eimer. Ein sehr alter Eimer mit schmerzendem Körper. Kippe intravenös Tee in mich rein. Kollegin: "Du gefällst mir gar nicht." Ich gehe auch gleich ins HO. Die Beste war die Apothekerin heute morgen, die erklärte, dass die Viren auch gerade so richtig schön rumgehen. Freude. 50€ in der Apotheke gelassen für 'Stoff'. 

Samstag, März 07, 2026

navigation.

Ich finde, Erwachsen sein wird massiv überschätzt. Früher dachte ich, Erwachsene wüssten genau, was sie tun. Dass sie den ultimativen Masterplan haben, alle Antworten kennen und immer einen Schritt voraus sind. Heute weiß ich, wir tun eigentlich regelmäßig einfach Dinge und hoffen, dass sie einigermaßen funktionieren. Manchmal klappt es erstaunlich gut. Manchmal googelt man heimlich sehr einfache Fragen und tut so, als hätte man das natürlich alles schon gewusst. Als Erwachsener versteht man, dass die meisten von uns einfach nur versuchen, mit halbwegs ruhiger Hand durch das Chaos zu navigieren.

Freitag, März 06, 2026

so simpel.

Man wird älter und merkt irgendwann, die wirklich wichtigen Dinge im Leben sind erstaunlich simpel. Schlaf. Ruhe. Gutes Essen. Cuba Libre und ein großer Limettenbaum. Menschen, bei denen man sich nicht erklären muss. Und das Wichtigste. Jemand, der versteht, dass man manchmal einfach nur Schulter an Schulter still nebeneinander sitzen möchte, ohne dass daraus sofort ein Gespräch entstehen muss. Vielleicht ist das überhaupt das Schönste an echter Nähe, dass sie nicht laut sein muss. Dass sie nicht ständig Worte braucht. Dass sie einfach da ist. Und plötzlich merkt man, genau das hat einem die ganze Zeit gefehlt.

Donnerstag, März 05, 2026

tipping.

Donnerstagmorgen. Ich stehe unter der Dusche.
Der Mann kommt rein. Grinst breit: "Hätte ich jetzt Geldscheine, würde ich..." - deutet es mit den Händen an und küsst mich. 

Mittwoch, März 04, 2026

scheißtag.

Blöde Scheißtage haben die unangenehme Eigenschaft, alles größer zu machen. Früher habe ich an solchen Tagen versucht, alles noch besser zu machen. Noch schneller. Noch perfekter. Noch kontrollierter. Heute weiß ich, blöde Kacktage löst man nicht mit Hochleistung. Sondern mit Erdung. Ich freue mich nachher auf etwas so Banales wie gemeinsam durch den Edeka zu laufen. Zwischen Bier, Chips und Tiefkühltruhe über nichts Wichtiges reden. Einkaufswagen schieben. Abendessen planen. Manchmal ist genau das die richtige Gegenbewegung zu so einem Tag. Nicht eskalieren. Nicht alles bewerten. Einfach runterfahren. 

Morgen ist wieder ein neuer Tag.

Dienstag, März 03, 2026

erdung.

Wie bleibt man normal, wenn die Welt da draussen irre wird? 

Gerade jetzt. Wenn man morgens die Nachrichten liest und noch bevor der Kaffee überhaupt durchgelaufen ist. Weiß, wo es wieder brennt. Kriege. Machtspiele. Männer mit zu viel Ego und zu wenig Verantwortung. Entscheidungen, die Kontinente betreffen. Und ich selbst sitze in der Küche in der Sonne, noch nicht ganz startklar für den Tag. Manchmal fühlt sich das so absurd an. Diese Gleichzeitigkeit. Weltpolitik und Einkaufszettel. Eskalation und die nächste Klassenarbeit. Ich frage mich unweigerlich, wie man dabei nicht selbst irgendwann innerlich kippt.

Ich glaube, normal bleiben heißt nicht, nichts zu fühlen. Im Gegenteil. Es heißt nur, nicht in jede Welle hineinzuspringen, die von außen anbrandet. Nicht jede Empörung mitzunehmen. Nicht jede Schlagzeile in das eigene Nervensystem einziehen zu lassen, als wäre man persönlich verantwortlich für die Lösung. Die Welt war schon immer kompliziert. Nur hatten wir sie nicht permanent in der Hosentasche. Dieses Dauerrauschen, dieses Scrollen durch Katastrophen im Minutentakt, das macht etwas mit einem. Es verführt dazu, permanent alarmiert zu sein. Und Alarmzustand war noch nie ein guter Dauerzustand.

Mir hilft es, meinen Radius bewusst klein zu halten. Nicht aus Ignoranz, sondern aus Selbstschutz. Was liegt heute wirklich in meiner Verantwortung? Wen kann ich konkret unterstützen? Wo kann ich Haltung zeigen, ohne mich zu verlieren? Und dann ist da der Alltag, der oft völlig unterschätzt wird. Ein Gespräch am Küchentisch. Ein Kuss im Flur. Ein Candle-Light-Dinner, das geplant wird, obwohl die Weltlage alles andere als romantisch ist. Terminabsprachen, um ein bisschen Struktur zu schaffen. Das sind keine banalen Dinge. Das sind für mich wichtige Anker.

Ein Spaziergang im Wald. Dieses Knacken unter den Schuhen. Luft, die einfach nach Erde riecht statt nach Schlagzeilen. Ein langes Gespräch mit Freunden, bei dem man merkt, dass echte Nähe lauter ist als jeder Breaking News-Banner. Am Ende des Tages echten Menschen gegenübersitzen. Ohne Bildschirm dazwischen. Zuhören. Lachen. Auch schweigen. Alltag ist für mich keine Flucht, sondern Erdung.

Normal bleiben heißt für mich gerade: informiert sein, aber nicht permanent aufgescheucht. Mitfühlen, aber nicht ausbrennen. Haltung haben, ohne hysterisch zu werden. Und sich immer wieder daran zu erinnern, dass Stabilität im Kleinen beginnt. Die Welt wird de facto nicht ruhiger, nur weil ich mich aufrege. Aber ich werde ruhiger, wenn ich nicht jede Aufregung zu meiner eigenen mache. Und ansonsten hilft Breathwork ganz gut, die eigene Mitte zu finden. 

Montag, März 02, 2026

warsaw. warschau.

Als wir landen, scheint die Sonne. Es liegt Schnee und das Thermometer zeigt Minus 15Grad. Eine dicke Eisschicht ziert die Wege. Scheisse, es ist richtig kalt und ohne Handschuhe geht wirklich gar nichts. Man sagt, Warschau sei eine Phoenix-Stadt. Dass sie, egal wie oft erlebt, zerbombt, zerstört, entkernt, wieder aufgebaut wurde, immer wieder eine neue Version von sich selbst findet. Was man nicht sagt, ist, wie sich das anfühlt, wenn man durch diese Stadt läuft. Nicht oberflächlich. Nicht in Broschüren-Sätzen über Sehenswürdigkeiten. Sondern im Körper. Die Altstadt ist wieder da, steinerne bunte Fassaden, enge Gassen, Kopfsteinpflaster, das alles wirkt fast wie die skurrile Märchenhafte Kulisse eines Ortes, der eigentlich verloren gegangen wäre. Und doch steht sie da, frisch, farbig, historisch rekonstruierte Schönheit, ein Unesco-Weltkulturerbe, das man nicht ansehen würde, wenn man nicht wüsste, dass es einmal nie mehr existierte. Es ist diese doppelte Realität, die Warschau ausmacht. Das Gesicht der Geschichte und das Gesicht des Jetzt.

Auf der einen Seite stehen Monumente und Museen, die nichts beschönigen. Sie erzählen von der Blüte und vom Ausradiertwerden der jüdischen Gemeinschaft mit einer Ehrlichkeit, die erst begreifbar wird, wenn man davorsteht. Keine Pathos-Inszenierung. Nur Stille und Fakten. Und ein paar Straßenecken weiter beginnt der Wandel. Hippe Cafés, lässige Bars, junge Menschen, die aussehen, als hätten sie das „Alt“ schon aufgesogen und würden es mit Leichtigkeit in Modern übersetzen. Warschau ist kein gemütliches Städtchen. Es ist ein Ort mit einem Puls, der aus zwei Rhythmen besteht. Der eine, ein tiefer, langsamer Herzschlag der Erinnerung. Der andere, ein schneller, impulsiver Beat des Aufbruchs.

Ich mochte diesen Ostblock-Charme. Die monumentalen Achsen, die kantigen Fassaden, den massiven Kulturpalast, der wie ein Relikt einer vergangenen Ideologie in den Himmel ragt und jedes Mal an Ghostbusters erinnert - wir haben die Melodie mehrfach gesummt. Offiziell vorbei und doch im Stadtbild verankert. Man kann ihn kritisch sehen. Aber man kann ihn nicht ignorieren. Er steht da wie ein Schatten, der akzeptiert wurde. Und dann diese krasse Moderne. Glas und Stahl. Hochhäuser mit 53 Stockwerken, die sich nicht entschuldigen. Die zeigen, wir sind nicht nur Geschichte. Wir sind Gegenwart. Und wir denken groß.

Da sind breite Alleen und kantige Glas- und Stahlfassaden im Zentrum, und nur ein paar Straßen weiter spiegelt sich in den Fenstern ein Park, der so natürlich wirkt wie ein Wald, der schon immer da war. Und mittendrin fließt die Weichsel, nicht majestätisch ruhig, sondern fließend, beweglich. Ein Wasserlauf, der diese Stadt nicht nur geografisch, sondern auch symbolisch verbindet. Vergangenheit mit Zukunft, Erinnerung mit Möglichkeit. Es ist schwer, Warschau zu „verstehen“, wenn man nur Touri-Listen abarbeitet. Die wirklichen Geschichten findet man in den leeren Gassen vor dem Kaffee, in den stillen Blicken der Leute, die hier leben, als wäre dieser Ort schon immer so gewesen und zugleich nie wirklich fertig.

Und dann ist da dieser Kontrast. Ein modernes Museum, hell, offen, luftig, direkt gegenüber dem massiven sozialistischen Kulturpalast, einem Bau aus einer Zeit, die hier offiziell vorbei ist, aber noch immer in den Schatten aller Dinge steht. Es ist, als läge eine ganze Ideologie im Rücken dieses neuen, offenen Raumes. Vielleicht ist das der Grund, warum mich diese Stadt so nachhaltig beeindruckt hat. Weil sie nichts beschönigt. Weil sie ihre Brüche nicht versteckt. Weil sie zeigt, dass Zerstörung und Würde nebeneinander existieren können. Dass man gebrochen sein und trotzdem wachsen kann. Warschau ist keine Stadt, die man einfach nur abklappert. Warschau ist eine Stadt, die Dich fragt: "Was willst Du mitnehmen? Und was willst Du hinter Dir lassen?" Sie zeigt Dir Schönheit, aber sie versteckt sie nicht hinter polierter Oberfläche. Sie wirft Dich in den Raum zwischen gestern und morgen.



Wenn Ihr die Gelegenheit habt und nach einem etwas anderen Städtetrip sucht, fliegt oder fahrt unbedingt nach Warschau! Große Empfehlung! Es lohnt sich definitiv und es gibt ausserdem ein paar fantastische Bars & tolle Restaurants. Ich habe die Woche dort und das ein bisschen treiben lassen echt sehr geliebt.

Samstag, Februar 28, 2026

markiert.

Er hat mir eine Zahnbürste gekauft und sie neben seine in den nigelnagelneuen Zahnputzbecher in seinem Bad gestellt. Das war ihm sehr wichtig, sagt er. Sieht auch richtig gut aus. 

Freitag, Februar 27, 2026

verdient.

Wenn ich keine Ohren hätte, würde ich im Kreis grinsen. Happiest Girl. 
Ich wurde die Woche öfter gefragt, "Hättest Du das mal gedacht - nach dem Start?" 

Und nein. Ehrlich? Nein. Nicht nach diesem holprigen und beschissenen Anfang. Nicht mit all der Geschichte im Gepäck. Nicht mit meiner Skepsis. Wir haben allerdings nicht so getan, als gäbe es keine Themen. Wir haben sie auf den Tisch gelegt und es war regelmäßig verdammt unbequem, aber ehrlich. Wir haben uns das hart erarbeitet. Und jetzt fühlt es sich nicht nach einem Rausch an, sondern nach Ankommen. Richtig ruhig. Und sowas von verdient. Liebe alles daran. 

Donnerstag, Februar 26, 2026

meilenstein.

Es ist dieses leise Staunen darüber, dass sich Dinge fügen, ohne dass man sie festhalten oder erzwingen muss. Dass etwas entsteht, nicht weil man es ewig geplant, kontrolliert oder strategisch herbeigeführt hat, sondern weil es an der Zeit ist. Weil Entscheidungen getroffen wurden. Weil man selbst nicht mehr weggelaufen ist. So vieles im Leben habe ich gestaltet, organisiert, getragen. Mit Haltung, mit Kraft, mit klarem Kopf. Und dann gibt es diese ganz seltenen Momente, in denen man merkt, nicht alles muss gezogen werden. Manche Entwicklungen kommen, wenn man aufhört zu drücken. Dinge fügen sich, wenn Klarheit auf Klarheit trifft. Wenn Verantwortung nicht diskutiert, sondern übernommen wird. Wenn Nähe nicht fordert, sondern bleibt. Und vielleicht ist genau das die eigentliche Veränderung. Nicht aus Angst festzuhalten, sondern aus Vertrauen loszulassen.

Montag, Februar 23, 2026

learning.

Ich habe irrwitzigerweise sehr lange geglaubt, es sei Rücksicht, wenn ich Dinge mit mir selbst ausmache. Wenn ich Gefühle sortiere, Themen nicht sofort anspreche, erst einmal stark bleibe. Ich wollte niemanden belasten. Wollte fair sein. Wollte souverän wirken. Allmählich verstehe ich, Schweigen ist nicht automatisch Rücksicht. Manchmal ist es viel mehr Ausschluss. Wenn ich Dinge nicht ausspreche, schone ich niemanden, ich halte ihn draußen. Ich entscheide allein, was zumutbar ist. Ich nehme ihm die Möglichkeit, mich wirklich zu verstehen. Und ich verwechsle Kontrolle mit Stärke. Nähe entsteht nicht dadurch, dass ich alles immer alleine trage. Nähe entsteht, wenn ich teile. Wenn ich ausspreche, was in mir passiert. Nicht dramatisch, nicht vorwurfsvoll - einfach ehrlich.

Ich glaube, ich habe es zum ersten Mal wirklich greifbar verstanden. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Und ja, es wird eine Herausforderung für mich, weniger verschlossen zu sein. Es fühlt sich auf jeden Fall ziemlich gut und richtig an, wenn vielleicht noch sehr unbeholfen. Trainingslager, here we go.

Sonntag, Februar 22, 2026

Freitag, Februar 20, 2026

bedeutungslosigkeit.

Manche Beziehungen hinterlassen viel Lautstärke, aber sehr wenig tragfähige Verbindung. Menschen verblassen. Sie verlieren an Schärfe, an Kontur, an Gewicht. Was einmal wichtig war, wird still. Gespräche, die früher etwas bedeutet haben, lösen nichts mehr aus. Namen tauchen auf und bleiben ohne Echo. Keine Trauer. Kein Zorn. Nur ein sachliches Nichts. Bedeutungslosigkeit ist kein Verrat an der Vergangenheit. Sie ist kein Vergessen. Sie entsteht, wenn Verbindung sich löst. Wenn Nähe ihre Funktion verliert. Wenn etwas, das einmal getragen hat, nicht mehr greift.

Es braucht keinen Abschied dafür. Keine letzten Worte. Keine Klärung. Das Verblassen passiert leise. Irgendwann merkt man, dass man nicht mehr zurückdenkt. Dass nichts mehr zieht. Manche verblassen schneller, wenn sie sich festklammern. Wenn sie Nähe erzwingen, Bedeutung behaupten, Wichtigkeit einfordern. Je stärker der Griff, desto schneller löst sich etwas. Festhalten macht nicht präsent. Es macht schwer. Es nimmt Luft. Und irgendwann auch Farbe. Bedeutung lässt sich nicht sichern. Sie entsteht aus Gegenseitigkeit, aus Bewegung, aus dem stillen Einverständnis, dass Nähe freiwillig ist. Wo sie kontrolliert werden soll, wird sie hohl. Was bleiben will, indem es zieht, verliert an Kontur.

So gehen Menschen, weil ihre Zeit vorbei ist. Sie gehörten zu einem Abschnitt, zu einer Version von uns. Und dann nicht mehr. Das ist kein Verlust. Es ist Ordnung. Ein inneres Zurücktreten, weil niemand mehr daran zieht. Vielleicht ist genau das das Natürlichste überhaupt. Dass Menschen kommen, Bedeutung haben, gehen. Und Raum lassen. Und dass das, was wirklich bleibt, sich nicht festklammern muss.

Irre, wo wir ein Jahr später stehen. Sowas von verdient und es ist erst der Anfang, sagt er. Liebe alles daran.