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Mittwoch, Oktober 07, 2026

soulfood.

Es gibt Tage, da braucht man keine Lösung. Man braucht Nudeln. Heute ist so ein Tag, wo alles explodiert und besonders nervig ist. Ich brauche nicht dieses symbolische „Ich tue mir jetzt etwas Gutes“-Ding. Sondern Nudeln mit Garnelen. Knoblauch. Chili. Oder mit Oliven und Kapern. Vielleicht ein bisschen Zitrone. Salz. Viel Geschmack. Wenig Diskussion. Ich liebe Essen, das keine Fragen stellt. Nudeln mit Garnelen sagen nicht: "Hast du das schon geklärt?" Sie sagen nicht: "Du solltest aber auch mal!" Sie sagen: "Hier. Warm. Scharf. Gut. Iss!" Und ganz ehrlich, das ist heute vermutlich genau die Art von Unterstützung, die ich brauche.

Montag, September 21, 2026

wählerwanderung.

Berlin ist gestern nicht einfach „nach rechts gerückt“. Es hat sich sortiert. 75.000 Stimmen netto aus dem Nichtwählerlager zur Linken. 57.000 von den Grünen, 39.000 von der SPD. Und auf der anderen Seite 60.000 netto von der CDU zur AfD. DAS ist vielleicht die spannendere Zahl hinter den Prozenten. Menschen verschwinden nicht plötzlich politisch. Sie wandern. Und manchmal ziemlich weit.

verschiebung.

Ich bin Berlinerin. Nicht „da mal gewohnt“. Sondern geboren, aufgewachsen, im Ost-Berlin. Familie. Prägung. Dieses spezielle Verhältnis zu einer Stadt, die man gleichzeitig beschimpft, verteidigt und vermisst. Meine Familie und ein Teil meiner Freunde leben noch dort. Und der Wahlkreis meiner Eltern hat gestern die AfD gewählt. Ich habe heute Morgen mehrfach auf die Wahlkarte geschaut. Als würden sich Zahlen durch ausreichend irritiertes Draufstarren noch einmal umentscheiden. Tun sie nicht.

In Berlin gewinnt Die Linke mit 25,7 Prozent. Die CDU kommt auf 18,8, die AfD auf 16,3 Prozent – 2023 waren es noch 9,1. Grüne 14,3, SPD 12,1 Prozent. Und ein paar hundert Kilometer weiter: Mecklenburg-Vorpommern. 38,2 Prozent AfD. Die SPD 35,5. Die CDU 4,9 Prozent und damit erstmals nicht mehr im Landtag. 38,2 Prozent!!! Ich schreibe die Zahl noch einmal hin, weil mein Gehirn offenbar beschlossen hat, sie beim ersten Mal nicht vollständig zu verarbeiten.

Und natürlich startet sofort wieder die große Erklärungsmaschine. Die Ossis. Die Abgehängten. Die Wütenden. Die Protestwähler. Ich bin Ossi. Vielleicht reagiere ich deshalb inzwischen leicht allergisch darauf, Ostdeutsche wie eine ethnologische Forschungsgruppe zu behandeln, deren merkwürdiges Wahlverhalten man aus ausreichender Entfernung untersucht. So einfach ist es nicht. Und auch „Protestwahl“ ist mittlerweile ein ausgesprochen praktisches Wort. Klingt ein bisschen nach einem energisch ausgefüllten Beschwerdeformular. Nur ist eine Wahl kein Beschwerdeformular. Wer eine Partei wählt, wählt eben auch deren Personal, Programm und politische Vorstellungen. Das gilt für die AfD. Und übrigens auch für Die Linke.

Deshalb kann ich mich über deren Wahlsieg in Berlin auch nicht einfach freuen, nur weil dort nicht die AfD stärkste Kraft geworden ist. Mir ist das Gesellschafts- und Wirtschaftsbild der Linken zu weit von meinem entfernt. Ich bin für einen starken Sozialstaat. Natürlich. Menschen müssen aufgefangen werden, wenn sie Hilfe brauchen. Bildung darf nicht vom Elternhaus abhängen. Krankheit oder Arbeitslosigkeit dürfen niemanden ins Bodenlose schicken. Und selbstverständlich muss sich jeder Mensch sein Leben leisten können. Wohnen. Essen. Energie. Mobilität, soziale Teilhabe. Das ist für mich keine Frage. Aber Solidarität bedeutet für mich nicht grenzenlose Umverteilung. Leistung, Eigentum und wirtschaftlicher Erfolg sind für mich auch nichts grundsätzlich Verdächtiges, das möglichst umfassend neu verteilt werden muss. Beides muss gleichzeitig möglich sein - ein Leben, das man sich leisten kann und eine Gesellschaft, in der sich Arbeit, Verantwortung und eigenes Vorankommen weiterhin lohnen. Genau deshalb fremdele ich mit einer Politik, die für mein Empfinden zu oft zuerst darüber nachdenkt, was noch verteilt werden kann, statt darüber, wie mehr Menschen überhaupt in die Lage versetzt werden, selbst Wohlstand aufzubauen.

Die Berliner Linke macht aus ihrer Richtung dabei kein Geheimnis. Die Umsetzung der Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände bezeichnet sie als „oberste Priorität“. Vorgesehen sind Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen; die Partei spricht selbst vom „Bruch mit Markt und privater Verwertungslogik“. Und dann schaue ich auf die Zahlen. Berlin erwartet für 2026 ein Finanzierungsdefizit von knapp 4,6 Milliarden Euro. Ende 2025 lag der vorläufige Schuldenstand bereits bei rund 69,1 Milliarden Euro. Gleichzeitig reden wir über die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände, deren Entschädigung je nach Berechnungsmodell einen zweistelligen Milliardenbetrag erreichen könnte. Wie daraus ohne erhebliche Haushaltsrisiken dauerhaft niedrigere Mieten entstehen sollen, ist für mich eine ziemlich entscheidende Frage. Und nein. „Das bezahlt sich irgendwann selbst“ reicht mir bei solchen Summen irgendwie nicht als finanzpolitisches Konzept. Vielleicht liegt genau darin mein eigentliches Unbehagen mit diesem Wahlabend. Ich schaue nach rechts und erschrecke. Ich schaue weit nach links und finde dort ebenfalls keine politische Heimat.

Heute Morgen lese ich dazu einen Kommentar in der FAZ. Die Diagnose dort. Union, FDP und auch SPD hätten insbesondere den Kontakt zu großen Teilen der arbeitenden Bevölkerung verloren. Das traditionelle bürgerliche Lager, das jahrzehntelang große Teile der Wählerschaft gebunden hat, sei massiv eingebrochen. Der Autor fordert deshalb eine neue bürgerliche Partei. Soziale Marktwirtschaft. Leistungsfähiger Staat. Weniger Überregulierung. Wirtschaftliche Vernunft. Ob eine neue Partei die Antwort wäre, weiß ich nicht. Aber dass etwas grundsätzlich nicht mehr funktioniert, kann man nach solchen Wahlabenden schwer übersehen. Menschen merken, wenn Dinge nicht funktionieren. Verwaltung. Bildung. Wohnen. Infrastruktur. Migration. Wirtschaft. Soziale Sicherheit. Man kann nicht jahrelang erklären, vermitteln und beschwichtigen und sich anschließend ausschließlich darüber wundern, dass Menschen irgendwann nicht mehr zuhören. Nur folgt daraus eben nicht, dass jede politische Antwort darauf eine vernünftige ist.

Genau da hängen wir offenbar fest. Die eine Seite ruft: Alles Nazis. Die andere: Alles nur enttäuschte Bürger. Beides ist mir zu einfach. Menschen können sich von Politik im Stich gelassen fühlen und trotzdem Verantwortung dafür tragen, wem sie ihre Stimme geben. Regierungen können schlecht arbeiten und trotzdem nicht für jede Radikalisierung verantwortlich sein. Man kann verstehen wollen, warum Menschen AfD wählen, ohne die Entscheidung zu verharmlosen. Und man muss einen Wahlsieg der Linken nicht automatisch als beruhigendes Gegengewicht empfinden. Eigentlich müsste all das gleichzeitig in einen Kopf passen. Scheint derzeit eine überraschend anspruchsvolle Übung zu sein.

Und dann bleibt da dieser blaue Fleck auf der Berliner Wahlkarte. Der Wahlkreis meiner Eltern. Ich kenne dort Straßen. Häuser. Supermärkte. Bushaltestellen. Statistik ist erstaunlich abstrakt, bis sie plötzlich eine Straßenbahnhaltestelle hat. Ich verstehe meine Heimat heute ein bisschen weniger als vorgestern. Nicht, weil Menschen anders wählen als ich. Das gehört zur Demokratie. Sondern weil ich nicht verstehe, wie wir an einen Punkt gekommen sind, an dem so viele Menschen ihre politische Antwort bei Parteien suchen, in denen ich mich überhaupt nicht wiederfinde.

Vielleicht sollten die Parteien, die dieses Land jahrzehntelang getragen haben, deshalb weniger fragen: "Wie erklären wir den Leuten, dass sie falsch liegen?" Und häufiger: "Warum erreichen wir sie eigentlich nicht mehr?" Erklärung ist keine Entschuldigung. Empörung ist keine Analyse. Die Probleme sind kompliziert. Die Antworten werden immer einfacher. Und ich verstehe die Welt gerade tatsächlich ein bisschen weniger.

Mittwoch, September 16, 2026

vertrauen.

Es gibt gerade so viel zu erzählen und eigentlich auch nichts. Nicht, weil nichts passiert. Im Gegenteil. Es passiert so viel. Ich möchte es nur gerade nicht teilen. Es ist schön. Es ist gut. Es wird ruhiger. Was erstaunlicherweise gar nicht automatisch angenehm ist, wenn man innerlich lange auf irgendwas gewartet hat. Auf den Einschlag. Die Wendung. Den Haken an der Sache. Ich merke, dass ich mich an genau das erst gewöhnen muss. Meine Therapeutin sagte letzte Woche einen Satz, der hängen geblieben ist: „Das ist die Ruhe, die nun einkehrt.“ Vielleicht war genau das diese Unruhe, die ich wochenlang nicht richtig greifen konnte. Dieses merkwürdige Gefühl, dass doch irgendetwas sein müsste, ich irgendwas übersehen habe. Dass Ruhe verdächtig ist. Dass Sicherheit eigentlich nur diese kurze Pause vor dem nächsten Einschlag sein kann. Vielleicht ist es tatsächlich endlich diese Ruhe, von der der Mann schon lange sagt, dass sie kommen wird. Und vielleicht fange ich tatsächlich an, mich langsam sicher zu fühlen. Auch so ein Satz, den mein Nervensystem vermutlich gern erst einmal zur Prüfung einreichen würde.

Ein ausgesprochen ungewohnter Zustand. Aber echt schön. Und für unsere fulminante Großartigkeit können wir schließlich nichts. Ich mag uns zusammen.

Mittwoch, September 09, 2026

schwerstarbeit.

Therapiestunde heute morgen. Ich stelle fest, ich bin komplett erledigt. Schon faszinierend, wie ich 50 Minuten auf einem Sofa sitzen kann - von außen betrachtet eine ausgesprochen überschaubare Tätigkeit. Reden. Zuhören. Nachdenken. Ab und zu schweigen. Und mein Körper anschließend so tut, als hätte ich einen Umzug, einen Halbmarathon und drei Familienfeiern parallel absolviert. Inklusive unmöglicher Sitzordnung. Und Diskussionen über Politik. Manchmal ist „reden“ nur die sehr freundliche Umschreibung für Schwerstarbeit im Nervensystem. Leider ohne Schrittzähler und ohne Anspruch auf Sonderurlaub. Aber war sehr gut. intensiv, aber gut. Wieder was verstanden und sortiert. 

Sonntag, September 06, 2026

weggabelung.

Ich glaube, heute wird Geschichte geschrieben. Nicht die große Pathetische. Eher die, bei der wir ein paar Jahre später zurückschauen und denken: „Ach. Da war also dieser Punkt.“

In Sachsen-Anhalt wird heute gewählt. Die letzte Umfrage sieht die AfD bei 41 Prozent, die CDU bei 23. Und die Menschen gehen wählen. Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bereits bei 54,4 Prozent. 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 27,1 Prozent. Das sagt noch überhaupt nichts darüber, wen diese Menschen wählen. Aber es sagt ziemlich deutlich, diese Wahl mobilisiert.

Nein. Das ist nicht 1933. Die AfD ist nicht die NSDAP und Sachsen-Anhalt nicht die Weimarer Republik. Ich halte wenig davon, jede politische Entwicklung reflexhaft mit 1933 zu vergleichen. Geschichte ist kein Kopierpapier. Aber sie hat Muster. Und interessanter als Gleichsetzungen sind ohnehin die Mechanismen. Auch der Aufstieg der NSDAP kam nicht aus dem Nichts. Davor lagen Jahre voller Krisen, Vertrauensverlust, Wut, Feindbilder und sehr einfacher Antworten auf ziemlich komplizierte Fragen. Da waren Menschen, die überzeugt waren. Andere, die protestieren wollten. Und wieder andere, die glaubten, das werde sich schon irgendwie einrenken. Deshalb finde ich die 41 Prozent zwar erschreckend. Aber fast noch erschreckender finde ich, was dahinter passiert ist.

Nicht, weil plötzlich 41 Prozent der Menschen Extremisten geworden wären. Sondern weil eine Demokratie über Jahre Vertrauen verloren hat. Und eine Partei rechts außen dieses Vakuum gefüllt hat. Inzwischen offenbar nicht mehr nur mit Protest, sondern mit dem Vertrauen, sie könne es besser. Das(!) muss die demokratischen Parteien eigentlich sehr viel mehr erschrecken als die nächste schlechte Umfrage. Denn irgendwann reicht es nicht mehr zu erklären, warum die anderen gefährlich sind. Man muss auch endlich wieder glaubhaft zeigen können, warum man selbst Probleme lösen kann. Wenn Menschen jahrelang den Eindruck haben, dass ihre Sorgen zwar analysiert, kommentiert und verwaltet werden, aber wenig besser wird, entsteht irgendwann Raum. Und irgendwer besetzt ihn.

Dazu kommt die Frage, welche Geschichte wir uns über dieses Land erzählen. Otto. Luther. Bismarck. Große Männer, große Mythen, große nationale Erzählungen. Geschichte kann man kritisch betrachten, mit all ihren Brüchen und Widersprüchen. Oder man macht sie wieder schön einfach. Auch das ist Politik. 

Und wir machen gleich Wahlabend. Mit phänomenalem, selbstgekochtem Hühnerfrikassee - dafür verdiene ich einen Schrein, weil es so gut geworden ist - einer Flasche Wein und der Live-Berichterstattung. Ein bisschen absurd vielleicht, dabei zuzusehen, wie möglicherweise Geschichte geschrieben wird, während man noch Reis nachnimmt. Aber vermutlich ist genau das auch Demokratie - hinschauen, diskutieren, aushalten und weiteressen.

Vielleicht sieht morgen alles weniger dramatisch aus. Vielleicht auch nicht. Aber ich glaube, wir werden uns an diesen 6. September erinnern. Nicht unbedingt wegen einer einzelnen Prozentzahl. Sondern weil sich heute zeigen könnte, was wir inzwischen für normal halten.

Freitag, September 04, 2026

tragfähigkeit.

Meine Eltern sind seit gestern 49 Jahren verheiratet. Das war für mich immer irgendwie das Bild. Nicht die Hochzeit. Nicht das Kleid. Nicht dieses ganze „für immer“-Gedöns. Sondern tatsächlich mit einem Menschen alt werden. Gemeinsam durch Jahrzehnte stolpern. Wissen, wie der andere morgens guckt, wo die Tassen stehen und welche Geschichten man besser nicht vor Gästen erzählt. Ich wollte genau das auch immer.

Lustigerweise wusste ich sehr lange überhaupt gar nicht, dass ich auch gern geheiratet hätte. Meine Mutter hat selbst mit 19 geheiratet und trotzdem immer gesagt: "Du musst nicht heiraten. Überleg Dir das wirklich gut!" Vielleicht habe ich deshalb lange eher gelernt, was ich nicht muss, als zu fragen, was ich eigentlich tatsächlich will. Heute weiß ich, ich brauche keine Hochzeit um der Hochzeit willen. Aber die bewusste Entscheidung füreinander, die mag ich schon sehr.

Lange dachte ich, dafür müsse ich vor allem durchhalten. Krisen aushalten. Nicht beim ersten Gegenwind die Flinte ins Korn werfen. Bleiben, wenn es unbequem wird. Und ja, meine Eltern haben durchgehalten. Aber eben nicht im Sinne von, einer trägt alles und der andere lehnt sich zurück. Sie haben beide daran gearbeitet. Immer wieder. Sich gestritten. Sich wieder zusammengerauft. Sich verändert. Sich manchmal vermutlich auch gegenseitig echt wahnsinnig gemacht. Und trotzdem immer wieder zueinander gefunden. Ich glaube, genau das ist der Unterschied. Eine Beziehung kann nicht von einem Menschen allein gerettet, getragen oder in die richtige Richtung geschoben werden. Irgendwann ist man dann zwar noch zu zweit, aber einer arbeitet Vollzeit an etwas, das der andere nur noch bewohnt. Hab's getestet. 

Ich möchte immer noch mit einem Menschen alt werden. Sehr sogar. Aber inzwischen weiß ich. Dafür müssen zwei Menschen wollen, dass es funktioniert und in dieselbe Richtung gehen. Nicht immer gleich schnell. Nicht immer elegant. Aber grundsätzlich beide. Sonst ist Durchhalten irgendwann nur noch ein ziemlich freundliches Wort für allein weitermachen und aushalten. Für Stillstand. Für dieses merkwürdige Festhalten an etwas, das längst nicht mehr gemeinsam getragen wird. Und irgendwann hält man dann nicht mal mehr die Beziehung zusammen. Sondern nur noch sich selbst darin fest. 

Mittwoch, September 02, 2026

abzweigung.

Heute geht die Schule wieder los. Klasse 9 - wann ist das passiert? Der Teenager verschwindet also wieder morgens mit ihrem Rucksack aus der Tür und passend dazu stolpere ich beim ersten Tee in der FAZ über die Zahl, dass inzwischen fast jeder dritte Ausbildungsvertrag vorzeitig gelöst wird. 2024 waren es rund 159.000.

Natürlich liegt die Erzählung sofort griffbereit. Die Jugend von heute. Zu wenig Durchhaltevermögen. Zu hohe Erwartungen. Zu empfindlich. Früher hätte man sich eben durchgebissen. Früher hatte man allerdings auch deutlich weniger Türen, durch die man gehen konnte. Und vielleicht ist deshalb die Zahl allein gar nicht so interessant. Viel spannender finde ich die Frage, was da eigentlich abgebrochen wird. Eine Ausbildung? Eine falsche Entscheidung? Ein schlechter Betrieb? Oder manchmal einfach die Vorstellung, dass man drei Jahre irgendwo bleiben muss, weil man dort mit 16 oder 17 einmal unterschrieben hat? Knapp die Hälfte derjenigen, deren Vertrag vorzeitig endet, beginnt später eine neue Ausbildung. Häufig in einem anderen Beruf oder Betrieb. Das Wort Abbruch erzählt also längst nicht immer die ganze Geschichte. Manchmal ist es schlicht eine Kurskorrektur.

Natürlich müssen junge Menschen lernen, Frust auszuhalten. Nicht jede Kritik ist toxisch, nicht jeder schlechte Montag eine existenzielle Krise und Arbeit besteht leider nicht durchgehend aus Selbstverwirklichung, Purpose und Hafermilchkaffee. Aber Durchhalten ist eben auch keine Tugend um jeden Preis. Als Gründe für Ausbildungsabbrüche werden unter anderem Kommunikationsprobleme, Konflikte mit Ausbildern, mangelnde Ausbildungsqualität und belastende Arbeitsbedingungen genannt. Gleichzeitig beklagen Unternehmen fehlende Grundkompetenzen und Schwächen im Arbeits- und Sozialverhalten. Wahrscheinlich stimmt beides. Junge Menschen müssen lernen, Verantwortung zu übernehmen und nicht beim ersten Gegenwind das Handtuch zu werfen. Unternehmen müssen vielleicht gleichzeitig wieder stärker verstehen, dass ein Azubi keine erstaunlich günstige Vollzeitkraft mit gelegentlicher Berufsschulunterbrechung ist. Ausbildung hat tatsächlich etwas mit Ausbilden zu tun.

Und ich sitze hier derweil mit einem Teenager in Klasse 9 und bin ziemlich gespannt, welchen Weg sie irgendwann einschlagen wird. Aktuell möchte sie im nahen Ausland studieren. Das kann sich noch ungefähr zwölfmal ändern. Sie hat ja noch ein paar Jahre. Vielleicht ist genau das auch ganz gut so. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wir überschätzen regelmäßig den Wert geradliniger Lebensläufe. Als müsse eine Entscheidung, die man mit erstaunlich wenig Lebenserfahrung trifft, anschließend möglichst widerspruchsfrei bis zur Rente verteidigt werden. Man darf falsch abbiegen. Man darf zurück. Man darf einen anderen Weg nehmen. Und manchmal ist das gar kein Scheitern. Sondern einfach Erwachsenwerden.

Freitag, August 21, 2026

ortswechsel.

Zuhause brauche ich für einen klaren Gedanken Ruhe, Zeit und ideale Bedingungen. Hier reicht offenbar ein gutes Getränk und zehn Minuten aufs Wasser starren. Unverschämt. Plötzlich sortieren sich Dinge, für die ich zuhause manchmal mindestens drei Anläufe, einen Spaziergang und einen vollkommen unnötigen Blick aufs Handy brauche. Vielleicht liegt es am Abstand. Vielleicht am meditativen Wasser. Vielleicht daran, dass gerade nicht alles gleichzeitig etwas von mir will. 

Kann ich das bitte einpacken und mitnehmen? Am besten zusammen mit dem Meer.

Samstag, August 01, 2026

absicht.

Die beiden Händler

In einer kleinen Stadt lebten zwei Händler. Der eine verkaufte Lügen. Große, glänzende Lügen, sorgfältig verpackt und mit bunten Schleifen versehen. Jeder erkannte sie, sobald er die Verpackung öffnete. Die Menschen waren empört, warnten einander und mieden seinen Laden. Der andere Händler verkaufte Unwahrheiten. Sie waren kleiner und unauffälliger. Er nahm ein Stück Wahrheit, schnitt das Unbequeme heraus und füllte die entstandene Lücke mit Schweigen. Danach sah alles beinahe echt aus.

„Ich habe doch nichts Falsches gesagt“, erklärte er, wenn jemand misstrauisch wurde. Und tatsächlich: Seine Worte waren selten vollkommen gelogen. Es fehlte nur immer genau der Teil, der ihre Bedeutung verändert hätte. Die Menschen vertrauten ihm lange. Denn eine offene Lüge macht Lärm. Eine Unwahrheit dagegen spricht leise. Sie lässt Tatsachen weg, verschiebt Zusammenhänge und erzählt nur so viel, wie nötig ist, um glaubwürdig zu bleiben.

Eines Tages kaufte eine Frau bei beiden Händlern. Die Lüge des ersten erkannte sie sofort und gab sie zurück. Die Unwahrheit des zweiten nahm sie mit nach Hause. Erst viel später bemerkte sie, dass etwas fehlte. Nicht irgendein Detail, sondern genau die Wahrheit, die sie gebraucht hätte, um selbst entscheiden zu können.

Da verstand sie. Eine Lüge täuscht mit dem, was sie sagt. Eine Unwahrheit täuscht mit dem, was sie verschweigt. Und der entscheidende Unterschied liegt nicht nur in den Worten, sondern in der Absicht.

Samstag, Juli 18, 2026

reichtum.

Gestern hatte ich den besten Abend. Mein Geburtstags-Sit-in mit den Mädels. Nur der engste Kreis. Menschen, die ich inzwischen seit acht, zehn, teilweise zwölf Jahren kenne. Vor fünfzehn Jahren bin ich in diese Stadt gezogen. Damals kannte ich hier niemanden. Außer den Ex. Und heute sitze ich in einem Raum voller Frauen, mit denen ich inzwischen halbe Leben geteilt habe. Es ist schon verrückt, wie sich so etwas entwickelt. Erst kennt man sich lose. Dann kennt man irgendwann die Geschichten. Die Familien. Die Muster. Die Katastrophen. Die Männer. Die noch schlechteren Entscheidungen. Und irgendwann kennt man sich so gut, dass ein Blick reicht und niemand mehr so tun muss, als wäre alles in Ordnung.

Wir sind miteinander durch einige ziemlich tiefe Täler gelaufen und durch viele schöne Momente. Sie mit mir durch meine, auch in Zeiten, in denen ich mich selbst kaum wiedererkannte. Ich mit ihnen durch ihre. Nicht immer elegant, aber zuverlässig. Gestern habe ich Karten bekommen, so schön und wertschätzend, dass ich kurz nicht wusste, wohin mit mir. Es war wirklich rührend. Darin stand noch einmal schwarz auf weiß, welchen Platz ich in ihrem Leben habe. Ich bin die Freundin, die man anrufen kann. Und ich komme. Ohne große Fragen. Mit einer Schaufel, Taschentüchern, einer Flasche Rum und Limetten. Je nachdem, was die Lage erfordert.

Und ich weiß, dass es auf Gegenseitigkeit beruht. Da wird schon mal alles stehen und liegen gelassen, und fünfzehn Minuten später steht jemand vor meiner Tür, trocknet Tränen, kocht Tee, läuft mit mir Kilometer durch den Wald oder übernimmt vorübergehend die Erwachsenenaufsicht. Damals bei der Trennung war das eine richtig üble Zeit. Aber sie waren an meiner Seite. Auch wenn ich das meiste trotzdem mit mir selbst ausgemacht habe. Mein persönlicher Lernbereich ist weniger das Geben. Das kann ich richtig gut - ich gebe gern, wenn ich jemanden in unser Leben lasse. Mein Lernbereich ist das Annehmen. Wirklich anzurufen. Zu sagen, ich brauche Dich. Nicht erst dann, wenn ich schon alles allein getragen, dreimal analysiert und vorsichtshalber noch den Müll rausgebracht habe. Das musste ich erst lernen. Und ich übe stetig weiter. Es kostet mich jedesmal Überwindung und ist ein Kampf mit mir selbst, aber ich werde allmählich besser.

Aber gestern saß ich da, zwischen diesen Frauen, diesen Geschichten und diesen völlig übertrieben schönen Karten, und dachte: "Fuck. So sieht echter Reichtum aus. Die lieben mich. Ich bin ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens." Und es ist einfach schön zu erleben, dass Menschen gern bleiben.

Donnerstag, Juli 02, 2026

mitreisende.

Manchmal denke ich, das Leben besteht aus lauter Versionen von uns, die irgendwo zurückgeblieben sind. Eine an einem Krankenbett. Eine in einer alten Liebe. Eine in einem Gespräch, das zu spät kam. Eine in einer Nacht, in der sie etwas erfahren hat, was sie nie wissen wollte. Eine mit einem Kind an der Hand. Eine mit einem Koffer. Eine mit einem Lächeln, das noch nicht wusste, was kommt. Und viele weitere. Und dann muss man all diese Versionen irgendwie mitnehmen, ohne dass sie einem ständig ins Steuer greifen. Das ist Arbeit.

Samstag, Juni 27, 2026

luxus.

Ich glaube, kleiner Luxus wird gern unterschätzt. Nicht Hotel, Spa, Champagner, Infinitypool. Eher: frische Bettwäsche. Eine kalte Flasche Eistee bei 38Grad oder Wein. Niemand will gerade etwas. Raum und Luft. Die Küche ist für sechs Minuten sauber. Ein Paket kommt wirklich an. Das Kind schreibt freiwillig eine Nachricht. Der Mann fragt: „Soll ich was mitbringen?“ Das sind keine großen Dinge. Aber große Dinge sind sowieso oft überbewertet. Sie machen Lärm, kosten Geld und brauchen meistens Schuhe, in denen man nicht gut laufen kann. Kleiner Luxus kommt leiser. Er steht in der Küche. Liegt auf dem Bett. Klingelt kurz. Schiebt einem ein Glas hin. Merkt, dass man müde ist. Ich werde offenbar älter. Früher habe ich vielleicht mehr Glanz gebraucht. Heute denke ich manchmal, wenn jetzt noch jemand die Spülmaschine ausräumt, ist das hier praktisch Versailles.

Sonntag, Juni 21, 2026

ursprung.

Es ist am Ende nie nur eine Zahl. Nicht 80. Nicht über 80. Nicht „ein gutes Alter“. Nicht diese Sätze, die man sagt, weil man irgendetwas sagen muss und weil der Tod im hohen Alter vernünftiger klingt als ein anderer Tod.

Es ist die Mutter.

Für irgendwen ist dieser Mensch nicht alt gewesen, sondern Ursprung. Kindheit. Zuhause. Reibung. Stimme. Geruch. Sorge. Liebe. Pflicht. Alte Muster. Nähe. Konflikt. Wahrscheinlich vieles gleichzeitig.

Und plötzlich ist da ein erwachsener Mann, den man sehr schätzt. Beruflich sicher. Lebenserfahren. Klug. Einer, der Entscheidungen trifft, Verantwortung trägt, Dinge einordnet, sein eigenes Leben gebaut hat und trotzdem ist er jetzt gerade vor allem eins. Ein Sohn, dessen Mutter gestorben ist. Das berührt mich. Weil Eltern in uns nie ganz nur alt werden. Sie bleiben an irgendeiner Stelle groß. Auch dann, wenn wir selbst längst groß sind. Auch dann, wenn wir ihre Schwächen kennen. Ihre Eigenheiten. Ihre Grenzen. Auch dann, wenn wir uns längst abgelöst haben oder es zumindest versucht haben. Eine Mutter hört nicht einfach auf, Mutter zu sein, nur weil ihr Kind erwachsen ist.

Und ein Sohn hört nicht auf, Sohn zu sein, nur weil er über 50 ist. Auch wenn man weiß, dass Sterben zur Reihenfolge und dem Kreislauf des Lebens gehört. Es ist trotzdem traurig. Ich habe über die Jahre so viele Geschichten über seine Mutter gehört, gesehen wie er still gelächelt oder liebevoll die Augen verdreht hat, wenn er von ihr sprach. Habe mit ihm über diese kleinen Eigenheiten gelacht, die Eltern manchmal haben und die einen nerven, prägen und irgendwann fehlen. Ich fand sie immer richtig klasse. 

Seine Welt ist gestern Abend ein Stück anders geworden. 

Und vielleicht trifft es mich auch deshalb so, weil es mir für einen Moment sehr nah holt, was ich sonst lieber nicht zu Ende denke. Dass auch meine Eltern irgendwann sterben werden. Dass man das selbstverständlich weiß und trotzdem nicht wissen will. Dass man erwachsen sein kann, ein eigenes Leben haben, selbst Mutter sein und an dieser Stelle trotzdem Kind bleibt. Vielleicht bleibt man das immer. Irgendwo.

Donnerstag, Juni 18, 2026

111.

Schnapszahlenpost. Ich freu mich gerade. Weil ich merke, alles ist auf dem Weg und sortiert sich. Mit den Jahren gelernt. Manches bewegt sich. Manches findet seinen Platz. Manches wird endlich losgelassen. Manches, das lange wild und unklar war, wird langsam ruhiger. Vielleicht ist das genau der Moment zwischen Chaos und Ankommen. Und manchmal reicht das schon, um kurz dankbar zu sein. 

Samstag, Mai 30, 2026

erkenntnis.

Es gibt zwei Arten von Entscheidungen: die richtigen und die, aus denen man später etwas lernen musste. Beide bringen einen weiter. Nur auf unterschiedliche Weise.

Mittwoch, Mai 13, 2026

verbindlichkeit.

Ich glaube, wir haben irgendwann angefangen, Individualität mit Isolation zu verwechseln. Jeder soll besonders sein. Eigenständig. Unabhängig. Emotional autonom. Niemand will mehr „zu viel“ brauchen. Niemand will abhängig wirken. Also bauen Menschen sich Leben, die von außen maximal frei aussehen und innerlich oft erschreckend unverbunden sind. Alles kreist um Selbstverwirklichung, Selbstoptimierung, Selbstschutz. Um Grenzen. Bedürfnisse. Und vieles davon ist wichtig. Wirklich. Aber manchmal frage ich mich, ob wir dabei langsam verlernen, wie sich echtes Miteinander eigentlich anfühlt. Dieses unspektakuläre, nicht performative Dasein füreinander. Ohne strategische Distanz. Ohne permanente Selbstbehauptung.

Vielleicht macht genau das diese Zeit so seltsam müde. Dass jeder gleichzeitig sichtbar sein will, aber möglichst unangreifbar bleibt. Dass Menschen Nähe wollen, aber kaum noch bereit sind, die Unordnung auszuhalten, die echte Nähe automatisch mitbringt. Ich merke das auch bei mir selbst. Wie schnell man sich zurückzieht, sobald etwas emotional relevant wird. Wie tief dieses Bedürfnis sitzt, sich im Zweifel lieber selbst zu regulieren, bevor man jemandem wirklich zumutet, was in einem los ist. Vielleicht ist genau das die traurigste Form von Einsamkeit. Wenn Menschen sich gegenseitig vermissen, während gleichzeitig alle versuchen, möglichst souverän zu wirken.

Und vielleicht ist das auch der Grund, warum so viele Begegnungen heute gleichzeitig intensiv und seltsam unverbindlich wirken. Menschen öffnen sich schnell. Erzählen intime Dinge nach wenigen Stunden. Teilen Traumata, Ängste, Sehnsüchte. Aber sobald echte Verbindlichkeit entsteht, sobald etwas beginnt, Konsequenzen für das eigene Leben zu bekommen, ziehen sich plötzlich alle wieder zurück. Als wäre emotionale Tiefe inzwischen erlaubt, solange sie folgenlos bleibt. Ich merke, wie sehr wir gelernt haben, uns selbst zu managen. Gefühle einzuordnen. Bedürfnisse wegzuregulieren. Uns nicht zu sehr zuzumuten. Bloß nicht klammern. Bloß nicht bedürftig wirken. Bloß die eigene Würde behalten. Und gleichzeitig sitzen so viele Menschen nachts alleine mit diesem absurden Wunsch, einfach irgendwo wirklich gemeint zu sein.

Vielleicht ist genau das die große Erschöpfung unserer Zeit. Dieses permanente Austarieren zwischen Sehnsucht und Selbstschutz. Zwischen dem Wunsch nach Nähe und der Angst, dabei die Kontrolle über sich selbst zu verlieren. Und manchmal frage ich mich, wie viele Menschen eigentlich gerade parallel nebeneinander leben und sich heimlich nach genau demselben sehnen, während alle so tun, als bräuchten sie niemanden wirklich.

Ich habe selbst Jahre geglaubt, dass Rückzug Sicherheit bedeutet. Dass ich souveräner wirke, wenn ich möglichst wenig brauche. Dass Kontrolle schützt. Bis irgendwann jemand geblieben ist und sich einfach gemütlich dazugesetzt hat, obwohl ich es ihm überhaupt nicht leicht gemacht habe. Und vielleicht hatte ich einfach nur Glück, dass er nicht irgendwann aufgehört hat, gegen meine Mauern anzulaufen. Und richtig spannend wird es erst, wenn zwei Menschen plötzlich merken, wie viel eigene Geschichte mit am Tisch sitzt. Irre. Ich glaube, Nähe ist am Ende gar nichts Spektakuläres. Sie ist einfach nur die seltene Entscheidung, nicht sofort zu verschwinden, sobald es unbequem wird.

Sonntag, April 19, 2026

projektionsfläche.

Nicht jede Reaktion gehört mir. Ich habe vor längerem aufgehört, alles anzunehmen, nur weil es mir entgegengeworfen wird. Manche Menschen begegnen nicht mir, sondern sich selbst. Ihren Themen, ihren Verletzungen, ihrem Kontrollverlust. Ihrer Angst, ihrer Unsicherheit, ihrem Verlust, ihrer Wut. Ich bin einfach nur der Ort, an dem das sichtbar wird. Früher hätte ich das noch sortiert, hätte mich gefragt, wo mein Anteil ist, ob ich etwas übersehe. Heute nicht mehr. Ich weiß ziemlich genau, was meins ist. Und der Rest bleibt da, wo er hingehört. Nicht bei mir. Fühlt sich ziemlich gut an. 

Samstag, April 18, 2026

learning.

Wenn ich eins im Leben gelernt habe. Man kann Menschen nicht dorthin stellen, wo man sie gern hätte. Niemanden. Niemals. Egal, wie gern man etwas anderes möchte. Und man muss sie auch nicht verschieben. Jeder zeigt irgendwann sehr klar, welchen Platz er selbst einnimmt. Wie er spricht. Wie er handelt. Wie er sich verhält, wenn es schwierig wird. Und genau dort steht er dann. Dort, wo er sich selbst positioniert hat. Das Einzige, was wirklich in unserer Hand liegt, ob wir daneben stehen bleiben oder aufstehen, loslassen und unseren eigenen Platz wählen.

Dienstag, April 14, 2026