Es ist am Ende nie nur eine Zahl. Nicht 80. Nicht über 80. Nicht „ein gutes Alter“. Nicht diese Sätze, die man sagt, weil man irgendetwas sagen muss und weil der Tod im hohen Alter vernünftiger klingt als ein anderer Tod.
Es ist die Mutter.
Für irgendwen ist dieser Mensch nicht alt gewesen, sondern Ursprung. Kindheit. Zuhause. Reibung. Stimme. Geruch. Sorge. Liebe. Pflicht. Alte Muster. Nähe. Konflikt. Wahrscheinlich vieles gleichzeitig.
Und plötzlich ist da ein erwachsener Mann, den man sehr schätzt. Beruflich sicher. Lebenserfahren. Klug. Einer, der Entscheidungen trifft, Verantwortung trägt, Dinge einordnet, sein eigenes Leben gebaut hat und trotzdem ist er jetzt gerade vor allem eins. Ein Sohn, dessen Mutter gestorben ist. Das berührt mich. Weil Eltern in uns nie ganz nur alt werden. Sie bleiben an irgendeiner Stelle groß. Auch dann, wenn wir selbst längst groß sind. Auch dann, wenn wir ihre Schwächen kennen. Ihre Eigenheiten. Ihre Grenzen. Auch dann, wenn wir uns längst abgelöst haben oder es zumindest versucht haben. Eine Mutter hört nicht einfach auf, Mutter zu sein, nur weil ihr Kind erwachsen ist.
Und ein Sohn hört nicht auf, Sohn zu sein, nur weil er über 50 ist. Auch wenn man weiß, dass Sterben zur Reihenfolge und dem Kreislauf des Lebens gehört. Es ist trotzdem traurig. Ich habe über die Jahre so viele Geschichten über seine Mutter gehört, gesehen wie er still gelächelt oder liebevoll die Augen verdreht hat, wenn er von ihr sprach. Habe mit ihm über diese kleinen Eigenheiten gelacht, die Eltern manchmal haben und die einen nerven, prägen und irgendwann fehlen. Ich fand sie immer richtig klasse.
Seine Welt ist gestern Abend ein Stück anders geworden.
Und vielleicht trifft es mich auch deshalb so, weil es mir für einen Moment sehr nah holt, was ich sonst lieber nicht zu Ende denke. Dass auch meine Eltern irgendwann sterben werden. Dass man das selbstverständlich weiß und trotzdem nicht wissen will. Dass man erwachsen sein kann, ein eigenes Leben haben, selbst Mutter sein und an dieser Stelle trotzdem Kind bleibt. Vielleicht bleibt man das immer. Irgendwo.
Nine of a week
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1. Importierte medizinische Produkte aus dem europäischen Ausland. 2.
Weißwein, Oliven und Chorizo Apero in der Abendsonne. 3. Leichte Kost ist
bei dem hei...
vor 23 Stunden

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