Dienstag, April 07, 2026

sicherheitsnetz.

Heute gehört. "Nicht alles sichern zu müssen, um Dich sicher zu fühlen." Der Satz ging richtig tief. Mitten ins Herz. Ich hab's so sehr gefühlt, dass ich spontan etwas im Auge hatte. Ich merke, wie sehr ich es gewohnt bin, Dinge zu verstehen, einzuordnen, zu erklären und abzusichern. Vorausschauend. Immer ein bisschen vorbereitet. Und dann kommt der Moment, in dem ich spüre. Ich kann nichts festhalten. Keine Entwicklung. Kein Gefühl. Keine Sicherheit im Außen. Und ich merke, wie schnell mein System immer versucht, doch wieder irgendwo Halt zu finden. In Gedanken. In Bedeutungen. In Fragen. In kleinen Versuchen, etwas greifbar zu machen. Und genau da wird es plötzlich still. Und verdammt ehrlich. Und ja… auch traurig. Weil ich merke, wie ungewohnt es für mich ist, mich sicher zu fühlen, ohne überhaupt etwas sichern zu müssen oder können. Weil ich nicht mehr ausweichen kann. Nicht mehr steuern. Nicht mehr „richtig“ reagieren. Nur noch da sein. Mit allem, was ich nicht weiß. Mit allem, was ich nicht festhalten kann. Und vielleicht ist genau das das Neue daran. Dass Sicherheit nicht mehr daraus entsteht, dass ich etwas im Griff habe. Sondern daraus, dass ich bleibe und es auszuhalten lerne, auch wenn ich nichts halten kann. Und dann denke ich mir, "Wow, dafür musste ich erst 44Jahre alt werden, um genau das zu erleben und diese Lernkurve so mitnehmen zu dürfen." 

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