Ich bin eine Frau. Das heisst: ich rede gern und viel. Fasse mich selten kurz. Rede unaufgefordert. Ohne Unterbrechung. Sogar auf die Gefahr hin meine Umgebung zu Tode zu langweilen. Jedoch stelle ich in den letzten Jahren vermehrt fest, dass ich anderen - in gewissen Situationen - nicht mehr zuhören kann und will. Im Job zum Beispiel. Das ist Arbeit. Kein Sex. Ich benötige kein Vorspiel. Und kein Nachspiel. Am liebsten habe ich es kurz und bündig - Sachen auf den Punkt gebracht. Fertig. Meine Wunschvorstellung.
Wenn allerdings zu viel ausgeschmückt und herumgeredet, dann das Ganze noch mit reichlich ääääh's künstlich in die Länge gezogen wird, schaffe ich es meist kaum noch zu verbergen, wie sehr mich so etwas grundsätzlich nervt und langweilt. Nein, das war gelogen. In Wahrheit bemühe ich mich seltenst irgendetwas zu verbergen, sondern falle anderen direkt ins Wort, mal mehr oder weniger charmant - mit der Aufforderung auf den Punkt zu kommen.
Noch mehr nervt es mich aber, auf Fragen keine Antworten zu bekommen. Man stellt eine klar formulierte Frage und bekommt erstmal aufgetischt, wie es dazu kommen konnte und wer, was und vor allem wann gesagt und wie es jemand anderer verstanden hat. Und so weiter... Naja für mein Verhalten in solchen Situationen werde ich wohl leider nie für den Friedensnobelpreis nominiert werden. Macht aber eigentlich auch nichts, denn bei diesen Verleihungen wird ohnehin zu viel geredet.