Die Anderen waren längst gegangen, nur die Beiden saßen noch in den weichen Ledersesseln. Tranken Wein. Genossen den wunderbaren Ausblick auf den Genfer See. Und schwiegen sich taub.
"Was ist passiert?", unterbrach er die Stille. Sie blickte durch die Dunkelheit aufs Wasser und schluckte schwer: "Es war ein Autounfall. Er ist gegangen. Ich bin geblieben. Bevor er starb, hat er alles Ungesagte ausgeräumt und reinen Tisch gemacht. Er redete, ich schwieg. Ich habe ihm nicht mehr sagen können, dass ich ihn liebe. Niemals hätte ich gedacht, dass es so enden und er sterben würde." Tränen liefen über ihre Wangen in die Tiefe. "Mein Herz akzeptiert es nicht. Wenn ich ihn jetzt loslasse, kommt er nie wieder... "
Er nahm ihre Hände, sah ihr wissend in die Augen und sagte: "Es zählt nicht, dass er nicht mehr da ist. Niemand, den man wirklich liebt, ist jemals tot. Deine Erinnerung, Sehnsucht und Liebe ist unsterblich - das hört nie auf, aber ich verspreche Dir, dass der dumpfe Schmerz eines Tages etwas Neuem weichen wird. Verschließe Dein Herz nicht! Du musst Dich irgendwann von ihm verabschieden und ihn gehen lassen!" Er atmete tief durch und nahm einen Schluck aus seinem Glas: "Wenn sie mir besonders fehlt und ich glaube, sie ans Vergessen zu verlieren, dann schaue ich in den Himmel und stelle mir vor, sie ist einer der Sterne, der Windhauch oder das Glitzern der Sonne. Sie sind stets bei uns. Leben weiter. In unserem Herzen. Für immer." Sie musste nichts sagen. Dankbar drückte sie seine Hand und folgte seinem Blick, der schweigend die Lichter betrachtete, die sich auf der Wasseroberfläche spiegelten.
Manchmal ist Stille die wunderbarste Melodie, weil Träume in ihr unbegrenzt tanzen können.
Begegnungen
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Ich wünschte, ich hätte Chris 20 Jahre früher kennengelernt. Selten
jemanden begegnet, dessen Ansichten, Erklärungen und Darstellungen der
Gegebenheiten ei...
vor 2 Stunden




