Freitag, Oktober 23, 2026

mädelszeit.

Wir fliegen gleich los. Mutter und Tochter. Ein paar Tage unterwegs, nur wir zwei. Ich freue mich darauf. Auf eine andere Stadt, gutes Essen, Herumlaufen ohne wirkliches Ziel und die üblichen Diskussionen darüber, ob wir jetzt wirklich noch in dieses Geschäft müssen. Müssen wir natürlich. Je nachdem, wer gerade fragt. Mit einem Teenager zu verreisen ist ohnehin eine interessante Angelegenheit. Man hat eine Reisebegleitung, die einerseits erstaunlich erwachsen ist, andererseits bei bestimmten Gelegenheiten schlagartig wieder fünf wird. Vorzugsweise dann, wenn Hunger im Spiel ist. Ich übrigens auch.

Ich mag diese Zeit mit ihr. Nicht, weil wir ununterbrochen tiefgründige Gespräche führen oder besonders wertvolle Mutter-Tochter-Momente produzieren müssten. Manchmal laufen wir einfach nebeneinander her. Erzählen Unsinn. Lachen über Dinge, die außer uns vermutlich niemand lustig findet. Oder sind still. Und manchmal erzählt sie plötzlich etwas, von dem ich nicht einmal wusste, dass es sie beschäftigt. Meistens zwischen zwei völlig belanglosen Bemerkungen. Man muss ein bisschen aufpassen, um diese Momente nicht zu verpassen.

Sie wird größer. Selbstständiger. Hat ihre eigene Meinung, ihren eigenen Geschmack und gelegentlich eine bemerkenswert ausgeprägte Vorstellung davon, wie ich mich zu verhalten habe. Keine Ahnung, von wem sie das hat. Ich weiß, dass diese gemeinsamen Reisen irgendwann seltener werden. Weil sie eigene Pläne haben wird, andere Menschen wichtiger werden und das ist okay. Bis dahin genießen wir die Zeit. Ein paar Tage nur wir zwei. Ohne Alltag, ohne Termine, ohne den üblichen organisatorischen Wahnsinn. Gut, ganz ohne Diskussionen wird es vermutlich nicht gehen. Wir sind schließlich verwandt. 

Here we go!

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