Zwischendurch diskutieren wir über Kamerawinkel, Licht und die Frage, warum ich das Handy immer so komisch halte. Ich halte es überhaupt nicht komisch. Ich halte es so, dass mein Doppelkinn möglichst wenig Gelegenheit bekommt, sich öffentlich zu präsentieren. Die Untermieterin hat solche Probleme nicht. Sie kann sich innerhalb von Sekunden von einem reizenden jungen Mädchen in eine Person verwandeln, die aussieht, als würde sie gleich die Weltherrschaft übernehmen. Oder mich enterben. Je nachdem, was schneller geht. Ich hingegen brauche inzwischen eine gewisse Vorbereitungszeit, um mein Gesicht in eine halbwegs fototaugliche Position zu bringen. Irgendwann haben wir angefangen, Grimassen zu schneiden. Und siehe da. Plötzlich funktionierte es. Keine Diskussionen über Winkel. Keine kritischen Blicke auf das Display. Keine Versuche, möglichst vorteilhaft auszusehen. Einfach zwei alberne Menschen vor einer ziemlich beeindruckenden Kirche. Ich habe die Fotos später noch einmal durchgesehen. Das schönste ist übrigens nicht das, auf dem wir beide besonders hübsch aussehen. Sondern das, auf dem wir lachen. Natürlich ist es verwackelt. Man kann nicht alles haben.
Morgen dann der Endgegner: Fotoautomat :)

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