Dienstag, Mai 26, 2026

tochtermodus.

Ich kenne den Krisenmodus. Nur zu gut. Er ist immer wieder Teil meines Jobs. Ich kann organisieren. Telefonieren. Informationen sammeln. Ärzte verstehen. Fragen stellen, wenn andere nur noch nicken. Ich kann nicht weinen, wenn es gerade nicht passt. Ich kann völlig problemlos funktionieren, während innen alle Lampen brennen. Ich kann ruhig klingen, obwohl mein Körper längst verstanden hat, dass etwas nicht stimmt. Aber das hier ist anders, weil es mein Vater ist. Da hilft keine Kompetenz. Keine erwachsene Fassung, die man sich morgens anzieht wie einen Mantel. Ich habe meine Mutter auf unser Mädels-Mantra eingeschworen. Wir nehmen es, wie es kommt und wenn es wie eine Welle kommt, schauen wir, wie wir sie reiten. Nicht, weil das besonders mutig klingt. Nicht, weil wir keine Angst haben, sondern weil keiner von uns das Meer anhalten kann. Morgen drehen sie ihn erneut auf links und suchen. Derweil bekommt er weiter fremdes Blut.

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