Und dann dieser unerwartete Moment heute - die Untermieterin hat ihre eigenen Pläne einfach abgesagt. Ganz selbstverständlich. Und plötzlich hatten wir Zeit. Ohne Ablenkung. Ungeteilte Aufmerksamkeit. Nur wir, wie früher. Wir haben stundenlang am großen Tisch gesessen, Kuchen gegessen, geredet. Über alles und nichts. Es war warm, normal, fast selbstverständlich. Die Untermieterin fühlt sich so richtig wohl. Man merkt, wie es sie dorthin zieht. Sie hat bereits zwei Packungen Eis im Tiefkühlschrank gebunkert. Ich weiß, wer den zweiten Löffel gewinnt. Nebenbei lief ein neuer Krimi bei Bookbeat, wir haben geschnitten, sortiert, gedruckt, Papier hin- und hergeschoben wie die Weltmeister, Ideen ausprobiert, wieder verworfen. Dieses kreative Chaos, das sich ganz organisch ordnet. Irgendwo dazwischen dieser kleine, absurde Moment. Die Tischlampe, an der ein BH hängt. Der Teenie schaute mich an, rollte nur die Augen und wir mussten beide lachen. So ein typischer Augenblick. Besser wird's nicht. Ich mag dieses Gefühl von Nähe, von einfach zusammen sein. Kein großes Event, kein „Highlight“ im klassischen Sinne. Sondern ein Tag, der sich still und unaufgeregt richtig gut angefühlt hat. Und manchmal sind genau das die allerbesten Tage, an die wir uns erinnern.
Morgen ist dann Marathon in der Stadt. Wird wieder ein Chaos vor der Haustür, weil die ganze Stadt verkehrstechnisch lahmgelegt ist.

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