Dienstag, April 07, 2026

nachts.

00:30 Uhr. Ich wache auf, stehe auf, gehe ins Bad und bin mir sicher, die Nacht ist schon fast vorbei. Dabei hat sie gerade erst begonnen. Die Dunkelheit fühlt sich anders an, dichter, als hätte sie sich über mich gelegt, nicht nur um mich herum. In mir sind sie längst wach. Diese kleinen schwarzen Ungeheuer. Sie haben nicht geschlafen, nur gewartet. Auf genau diesen Moment, in dem alles still ist und ich ihnen nichts mehr entgegensetzen kann. Ein Bild, ein Gedanke reichen. Ein kaum greifbares Gefühl. Und schon beginnen sie zu nagen, leise zuerst, dann immer deutlicher. Ich setze mich zurück aufs Bett und starre an die Wand. Dieses Blau. Ruhig, gleichmäßig, fast tröstlich. So wie das Meer, das ich mir vorstelle. Weit weg. Unerreichbar. Meine Hand wandert zu Dir, legt sich auf Deine Brust, genau über Dein Herz. Es schlägt ruhig. Stark. Als würde es mich daran erinnern, dass nicht alles in mir aus Unruhe besteht. Die Monster mögen das nicht. Sie werden unruhig, flüstern lauter, schicken Bilder, Erinnerungen, Zweifel. Dinge, die ich längst vergessen wollte. Dinge, die sich niemals vergessen lassen. Für einen Moment denke ich, sie gewinnen wieder. Dann bewegst Du Dich leicht. Fast unmerklich. Deine Hand sucht mich, als wäre es das Natürlichste der Welt. Du schläfst noch, atmest ruhig, gleichmäßig. Ich rutsche näher an Dich heran, verberge mein Gesicht in Deinem Nacken. Deine Wärme breitet sich aus, langsam, aber bestimmt. Die Monster ziehen sich nicht zurück, nicht ganz. Aber sie werden leiser. Vorsichtiger. Als hätten sie verstanden, dass sie gerade nicht die Kontrolle haben. Ich bleibe so liegen. Zähle Deinen Atem. Spüre Deine Haut. Halte mich fest an dem, was real ist. Ich bin in Sicherheit. Und für einen Moment gehört die Ruhe mir.

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