Der Tag danach fühlt sich wild an. Ungezähmt. Ich habe kaum geschlafen. Mehr Wachsein als Ruhe. Der Körper war die ganze Zeit gespannt, aufmerksam, ohne Abschalten. Heute ist alles näher. Geräusche, Bewegungen, Haut. Die Schutzschicht fehlt. Berührung kommt nicht an wie Nähe, sondern wie Eindringen. Nicht falsch. Nur zu viel. Zu früh. Der Körper weicht zurück, schneller als jeder Gedanke. Es ist roh. Offen. Spannung sitzt unter der Haut, zwischen den Atemzügen. Nichts ist eskaliert und doch ist alles empfindlich. Der Körper trägt noch, was gestern aufgebrochen wurde. Ohne Sprache. Es ist ein Nachschwingen. Ein Zustand ohne Ordnung. Ich erkläre nichts. Ich halte nichts aus. Ich lasse. Der Körper weiß, dass alles in Bewegung ist. Ich tue etwas, was neu ist - ich gebe mir Raum. Ich lächle nicht weg. Ich funktioniere nicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Ein Hinweis. Ein Blog gehört nur dem Schreiber und ist für ihn der Ort, um alles abzuladen - egal ob nichtssagend, reflektiert, unreflektiert, gewichtig, emotional, scheisse oder sonst was. Ein Blog ist auch ein bisschen als Zugang zu den Gedanken eines Menschen zu sehen, d.h. es ist ein Privileg mitlesen zu dürfen.