Es braucht keinen Abschied dafür. Keine letzten Worte. Keine Klärung. Das Verblassen passiert leise. Irgendwann merkt man, dass man nicht mehr zurückdenkt. Dass nichts mehr zieht. Manche verblassen schneller, wenn sie sich festklammern. Wenn sie Nähe erzwingen, Bedeutung behaupten, Wichtigkeit einfordern. Je stärker der Griff, desto schneller löst sich etwas. Festhalten macht nicht präsent. Es macht schwer. Es nimmt Luft. Und irgendwann auch Farbe. Bedeutung lässt sich nicht sichern. Sie entsteht aus Gegenseitigkeit, aus Bewegung, aus dem stillen Einverständnis, dass Nähe freiwillig ist. Wo sie kontrolliert werden soll, wird sie hohl. Was bleiben will, indem es zieht, verliert an Kontur.
So gehen Menschen, weil ihre Zeit vorbei ist. Sie gehörten zu einem Abschnitt, zu einer Version von uns. Und dann nicht mehr. Das ist kein Verlust. Es ist Ordnung. Ein inneres Zurücktreten, weil niemand mehr daran zieht. Vielleicht ist genau das das Natürlichste überhaupt. Dass Menschen kommen, Bedeutung haben, gehen. Und Raum lassen. Und dass das, was wirklich bleibt, sich nicht festklammern muss.
Irre, wo wir ein Jahr später stehen. Sowas von verdient und es ist erst der Anfang, sagt er. Liebe alles daran.

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