Freitag, Januar 23, 2026

schneekugel.

Freitag, 15.00Uhr. What a week. Das waren sieben sehr intensive, herausfordernde und heftige Tage. Da hat einer die Schneekugel so richtig heftig geschüttelt. Hat mich enorm gefordert. Aber das Beste? Es hat sehr viel Klarheit auf allen Seiten gebracht, ich habe viel für mich mitgenommen und gelernt - vor allem auch über mich selbst. Finde ich gut. Und ich habe wieder festgestellt, wie grossartig die Menschen in meinem Leben sind. Es wird nicht gefragt, sondern Zeit einfach sofort möglich gemacht, eingecheckt, nachgefragt - für mich, die nie um Hilfe bittet, eine tolle Erfahrung. Offenbar habe ich einiges richtig gemacht in meinem Leben. 

Und jetzt werde ich zusammenpacken und heute mal eher ins Wochenende starten. Auf dem Programm steht ein asiatischer Abend mit Freunden und Jägermeister. 

Freitag, Januar 16, 2026

langstrecke.

Er sagt, ich habe unbedingt Wiedergutmachung zu leisten für all die Zeit und fulminanten Dinge, die ich ihm so lange absichtlich vorenthalten habe. Trotz seiner engagierten Bemühungen. Er hat das mal grob überschlagen. Das Ergebnis ist eindeutig. Das wird dauern. Länger. Sehr viel länger. Ich nehme das sportlich. Wiedergutmachung ist schließlich kein Sprint. Eher ein Langstreckenprojekt. Mit Pausen. Und vielen Wiederholungen. Ich will ja gründlich sein.

Donnerstag, Januar 15, 2026

waffe.

Sie hat lange nichts gefühlt. Der Körper funktionierte, die Haut reagierte, aber sie selbst war nie ganz da. Sex, eine Waffe. Gegen die Erinnerung. Gegen das Gefühl. Gegen den Kontrollverlust. Sie hat sich selbst zurückgeholt. Nicht durch Rückzug. Nicht durch Bitten. Sondern durch Kontrolle. Sie bestimmte das Tempo. Die Richtung. Die Regeln. Und wenn sie spielte, dann auf Sieg. Nicht aus Lust, sondern aus Macht. Selbstschutz folgt selten einem klaren Plan. Nur Instinkt. Ihr Körper sprach weiter, lange nachdem sie verstummt war. Sie wollte der Gegner sein, der zurückschlägt. Mit derselben Waffe, aber diesmal in ihrer Hand. 

Sie war nie kaputt. Nur auf Verteidigung programmiert. Der Versuch, die Kontrolle zurückzuholen - auf eigene Art. Wer gelernt hat, sich durch Funktion zu schützen, weiß nicht, wie man loslässt.

Mittwoch, Januar 14, 2026

walentynki.

Ich habe kurz gezuckt, als er es erwähnte und danach fragte. Nicht sichtbar, eher innen. Ein kaum merkliches Stolpern. Weil ich nie angenommen hatte, dass ihm so etwas wichtig ist. Oder überhaupt etwas bedeutet. Der Valentinstag gehörte für mich immer in die Kategorie der Dinge, die man besser nicht erwartet. Nicht, weil sie falsch sind, sondern weil sie nie erwidert wurden. Also legt man sie ab. Ordentlich. Still. Man erklärt sie für nebensächlich, bis sie sich auch so anfühlen. Vielleicht ist der Valentinstag genau deshalb grundsätzlich so ein Reizthema. Nicht, weil er so viel Bedeutung hätte, sondern weil er sichtbar macht, wo etwas lange keinen Raum hatte. Nicht laut, eher wie ein kleiner Spiegel, an dem man sonst vorbeigeht, ohne stehenzubleiben. Und es geht gar nicht darum, ihn plötzlich wichtig zu finden. Sondern darum, sich zu erlauben, dass er es sein dürfte. Ohne Druck. Ohne Bohei. Einfach als Möglichkeit.

Und dann steht da plötzlich jemand und spricht den Tag an, als wäre er nichts Besonderes und genau darin liegt die Irritation. Nicht Pathos, nicht Ablehnung. Einfach ein Satz. Eine Selbstverständlichkeit. Mein Zucken war kein Widerstand. Es war Überraschung. Vielleicht auch ein kurzes Nachjustieren der inneren Landkarte. Manchmal ist es nicht die große Geste, die etwas verschiebt. Sondern der Moment, in dem man merkt, dass der andere an Stellen hinschaut, an denen man selbst längst aufgehört hatte zu suchen. Ich freue mich auf den Abend zu zweit. Ganz gemütlich. Wir trinken Bier und klauen Autos. DAS mag ich. 

Dienstag, Januar 13, 2026

phase II.

Diese Woche geht es weiter und ich merke, wie viel Spannung das in mir auslöst. Nicht dramatisch, eher konstant. Eine innere Wachsamkeit, die da ist, seit klar ist, dass ich wieder tiefer gehe. Mich zu öffnen ist kein romantischer Akt. Es ist kontrollierter Kontrollverlust. Ein bewusster Schritt in etwas, von dem ich weiß, dass es nicht angenehm wird. Öffnen klingt nach Leichtigkeit, nach etwas Gutem. In Wahrheit fühlt es sich an wie das vorsichtige Lösen einer alten Struktur, die lange Stabilität versprochen hat und längst zu eng geworden ist. Da ist Angst. Leise, beharrlich, nicht hysterisch. Eher diese eine Frage. Ob das, was sich zeigt, zu viel sein könnte. Ob Aufmachen bedeutet, für einen Moment die Kontrolle aus der Hand zu geben und ob ich halten kann, was dann kommt, ohne dass mir alles um die Ohren fliegt.

Mein Körper reagiert schneller als mein Kopf. Druck. Enge. Dieses alte Bereitsein. Trauma ist kein Bild, es ist ein Zustand. Als das Wissen, dass der Körper Dinge trägt, die nie vollständig ausgesprochen wurden. Und genau dort liegt die Ambivalenz. Der Wunsch nach Erleichterung trifft auf die Furcht vor der Wucht dessen, was darunter liegt. Und genau deshalb kostet es Kraft, hinzusehen statt weiter zu funktionieren. Ich mache es trotzdem. Nicht, weil ich besonders mutig bin, sondern weil Wegschieben anstrengender geworden ist als Aushalten. Weil ich nicht mehr nur stabil sein will. Ich weiß nicht, was diese Woche freilegt. Ich weiß nur, dass das Aufmachen Konsequenzen hat. Und dass ich bereit bin, sie zu tragen.

Donnerstag, Januar 08, 2026

intimer als sex.

Man kann mit jemandem schlafen und trotzdem keinen Urlaub planen. Denn Urlaub ist keine Romantik, Urlaub ist Zukunft. Er bedeutet Abstimmung, Nerven, Wetter und ein erstaunlich hohes Enttäuschungspotenzial. Urlaub fragt nicht, ob man sich begehrt, sondern ob man sich gegenseitig aushält. Das ist Zeit ohne Ausweichbewegung. Sex zeigt Körper. Urlaub den Charakter - und es ist stellenweise intimer als Sex. 

Wir testen das mal. Mit diesem Urlaub. 2026 - ist fast durchgeplant. Tat irgendwie gar nicht weh. Der Teenie freut sich bereits so richtig auf den Sommer.  

Mittwoch, Januar 07, 2026

?

Vielleicht ist Nähe das, was übrig bleibt, wenn ich aufhöre, sie zu sichern und beweisen zu müssen? 

Dienstag, Januar 06, 2026

substanz.

Substanz erkennt man nicht an Worten. Sondern daran, was bleibt, wenn nichts inszeniert wird. Wenn Gespräche Gewicht haben, ohne schwer zu sein. Wenn Nähe nicht zieht, sondern trägt. Wenn Humor Platz hat, obwohl es ernst ist. Substanz ist, wenn man nicht überzeugen muss. Wenn man sich nicht kleiner macht, um größer zu wirken. Wenn Dinge nicht perfekt sind, aber ehrlich. Ich habe keine Lust mehr auf Leichtigkeit ohne Tiefe. Und keine Angst mehr vor Tiefe mit Gewicht. Substanz stellt Fragen. Sie fordert Präsenz. Sie braucht keine Bühne und kein Versprechen. Substanz fühlt sich nicht aufregend oder laut an. Sie fühlt sich ruhig an. Was Gewicht hat, muss ich nicht hochheben. Ich muss einfach nur stehen bleiben können. Substanz zeigt sich oft erst dort, wo niemand mehr geht - sondern jemand neben einem stehenbleibt. 

Montag, Januar 05, 2026

servicepost.

Kaum ist ein neuer Mann in meinem Leben, stehen sie Schlange. Der Ex als neuer bester Freund vom Liebsten. Der andere Ex als Casting-Agent fürs Schlafzimmer. Und irgendwer fragt, ob wir „offen für Experimente“ sind und eventuell einen zweiten Mann bräuchten. Alter, kannst Du Dir nicht ausdenken. Mein Leben ist schön. 

Samstag, Januar 03, 2026

365tage.

365 Tage, in denen die Welt weitergemacht hat, während sich alles innerlich neu sortiert hat. Ich habe gelernt, dass Trauer kein Zustand ist, sondern ein leiser Begleiter. Mal kaum spürbar, mal mit voller Wucht. Dass Menschen gehen können und trotzdem bleiben. In Gedanken. In Gesten. In Sätzen, die plötzlich auftauchen. Und in diesen stillen Momenten, in denen ich denke: Das hätte ich erzählen wollen.

Manchmal fühlt es sich an, als wärst Du nie wirklich gegangen. Du bist nur weniger sichtbar geworden. Du bist jetzt in meinem Tempo, in der Art, wie ich einen Raum betrete, in dieser inneren Ruhe, die nicht erklärt werden muss. Du hattest eine Präsenz, die nichts verlangte. Unaufgeregt und klar. Nähe war bei Dir kein Ereignis, sondern ein Zustand. Man konnte einfach da sein. Das Schwerste am Abschied ist nicht der Schmerz. Es ist zu wissen, dass man ohne diesen Menschen weiterlebt. Weiterleben kann. Wird. Und muss. Dass man lacht, liebt, Pläne macht und sich dabei manchmal fast schuldig fühlt. Als würde man etwas verraten, nur weil das Leben nicht stehen geblieben ist.

Dieses Jahr hat mich weicher gemacht. Und stärker. Der Verlust ist tief. Er nimmt Raum ein, ohne sich aufzudrängen. Du fehlst mir nicht in großen Gesten. Du fehlst mir in den kleinen Momenten, in denen ich kurz innehalte und weiß: Du hättest das verstanden. Und gleichzeitig hat dieses Jahr gezeigt, dass genau im größten Haltverlust neue Verbundenheit entstehen kann. Still. Echt. Tragend. Vielleicht, weil das, was Du mir gegeben hast, nicht an Deine Anwesenheit gebunden war. Ich trage Dich nicht nur als Erinnerung, sondern als Haltung. In mir. Und vielleicht ist genau das die sanfteste Form von Bleiben.

Donnerstag, Januar 01, 2026

happy new year.

2026 beginnt leise. Mit Tagen, die sich nicht beeilen. Mit Zeit, die nicht verplant ist. Mit uns zu dritt. Diese Tage waren so schön. Einfach da sein, lachen bis der Bauch wehtut, rumalbern, quatschen, kochen, schweigen, zusammen einschlafen und aufwachen. Entschleunigt. Entspannt. Nah. 

Ich merke, wie sehr mir das gefehlt hat. Nicht mehr immer zu funktionieren. Nicht alles zu optimieren. Sondern Zeit zu haben. Für Nähe. Für Alltag, der sich gut anfühlt. Wenn ich mir etwas für dieses Jahr wünsche, dann genau das. Mehr solcher Tage. Mehr Raum. Mehr Miteinander. Weniger Müssen. Mehr Sein. So darf ein Jahr anfangen. 

Starten Sie in ein fulminantes neues Jahr voller großer und kleiner Momente, die das Herz voll machen!