Ich habe kurz gezuckt, als er es erwähnte und danach fragte. Nicht sichtbar, eher innen. Ein kaum merkliches Stolpern. Weil ich nie angenommen hatte, dass ihm so etwas wichtig ist. Oder überhaupt etwas bedeutet. Der Valentinstag gehörte für mich immer in die Kategorie der Dinge, die man besser nicht erwartet. Nicht, weil sie falsch sind, sondern weil sie nie erwidert wurden. Also legt man sie ab. Ordentlich. Still. Man erklärt sie für nebensächlich, bis sie sich auch so anfühlen. Vielleicht ist der Valentinstag genau deshalb grundsätzlich so ein Reizthema. Nicht, weil er so viel Bedeutung hätte, sondern weil er sichtbar macht, wo etwas lange keinen Raum hatte. Nicht laut, eher wie ein kleiner Spiegel, an dem man sonst vorbeigeht, ohne stehenzubleiben. Und es geht gar nicht darum, ihn plötzlich wichtig zu finden. Sondern darum, sich zu erlauben, dass er es sein dürfte. Ohne Druck. Ohne Bohei. Einfach als Möglichkeit.
Und dann steht da plötzlich jemand und spricht den Tag an, als wäre er nichts Besonderes und genau darin liegt die Irritation. Nicht Pathos, nicht Ablehnung. Einfach ein Satz. Eine Selbstverständlichkeit. Mein Zucken war kein Widerstand. Es war Überraschung. Vielleicht auch ein kurzes Nachjustieren der inneren Landkarte. Manchmal ist es nicht die große Geste, die etwas verschiebt. Sondern der Moment, in dem man merkt, dass der andere an Stellen hinschaut, an denen man selbst längst aufgehört hatte zu suchen. Ich freue mich auf den Abend zu zweit. Ganz gemütlich. Wir trinken Bier und klauen Autos. DAS mag ich.
About Me and the New Year's Eve
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Wenn man es nicht ganz sooo eng betrachtet, hat für mich das neue Jahr mit
einem denkwürdigen Start begonnen: kniend auf dem Asphalt, blutigen Knien,
ein...
vor 43 Minuten

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