Dienstag, Januar 13, 2026

phase II.

Diese Woche geht es weiter und ich merke, wie viel Spannung das in mir auslöst. Nicht dramatisch, eher konstant. Eine innere Wachsamkeit, die da ist, seit klar ist, dass ich wieder tiefer gehe. Mich zu öffnen ist kein romantischer Akt. Es ist kontrollierter Kontrollverlust. Ein bewusster Schritt in etwas, von dem ich weiß, dass es nicht angenehm wird. Öffnen klingt nach Leichtigkeit, nach etwas Gutem. In Wahrheit fühlt es sich an wie das vorsichtige Lösen einer alten Struktur, die lange Stabilität versprochen hat und längst zu eng geworden ist. Da ist Angst. Leise, beharrlich, nicht hysterisch. Eher diese eine Frage. Ob das, was sich zeigt, zu viel sein könnte. Ob Aufmachen bedeutet, für einen Moment die Kontrolle aus der Hand zu geben und ob ich halten kann, was dann kommt, ohne dass mir alles um die Ohren fliegt.

Mein Körper reagiert schneller als mein Kopf. Druck. Enge. Dieses alte Bereitsein. Trauma ist kein Bild, es ist ein Zustand. Als das Wissen, dass der Körper Dinge trägt, die nie vollständig ausgesprochen wurden. Und genau dort liegt die Ambivalenz. Der Wunsch nach Erleichterung trifft auf die Furcht vor der Wucht dessen, was darunter liegt. Und genau deshalb kostet es Kraft, hinzusehen statt weiter zu funktionieren. Ich mache es trotzdem. Nicht, weil ich besonders mutig bin, sondern weil Wegschieben anstrengender geworden ist als Aushalten. Weil ich nicht mehr nur stabil sein will. Ich weiß nicht, was diese Woche freilegt. Ich weiß nur, dass das Aufmachen Konsequenzen hat. Und dass ich bereit bin, sie zu tragen.

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