Mittwoch, Dezember 30, 2009

tschüss.

Tschüss 2009. Schön, aufregend und emotional war's. Vorsätze für 2010 gibt es keine (abgesehen von 10h Sport/ Woche, weniger denken, mehr tun,...), die halte ich eh nicht ein. Vor kurzem hat mich jemand an etwas Wichtiges erinnert: "Es ist völlig unerheblich, was wir denken, es geht einzig und allein darum, was wir tun!" Diesen Satz mache ich zu meinem persönlichen Mantra für 2010. Es soll sich einfach alles weiterentwickeln und der Rest wird sich finden, wenn es soweit ist.

Den Jahreswechsel zum Anlass nehmend, möchte ich mich bei euch allen bedanken. Es erstaunt mich nach wie vor, wieviele Menschen hier täglich vorbeischauen. Und wie viele Menschen sich an den Diskussionen beteiligen, kommentieren, Mails schreiben, Mut machen, Tipps geben, einfach nur aufmuntern oder lachen. Es gab Momente der unfassbaren Freude, der Ohnmacht & Sprachlosigkeit, der Hyperventilation vor Aufregung, des Glücks, Kopfschüttelns - sprichwörtlich eine Achterbahn der Gefühle - die ich mit euch geteilt habe. Das ist es, was meinen Blog für mich so wichtig macht. Dafür danke ich euch allen von ganzem Herzen!

Auch wenn ich nicht immer meine Spuren hinterlasse oder antworte - ich lese und sehe euch alle. Und ich mag euch alle, naja fast (bis auf Herr Schmidt ;)) – bleibt so wie ihr seid auch 2010 und rutscht gut rein!

Ein glückliches neues Jahr mit vielen fantastischen Höhepunkten, wünsche ich euch.

Dienstag, Dezember 29, 2009

geschafft.

Im wahrsten Sinne des Wortes, wenn
+++
Frau Eiskalt morgens verschlafen zum Frühstück erscheint, sich noch ein Gedeck holt und dabei einen überdimensionalen Suppenteller erwischt und es nicht merkt. +++ Frau Eiskalt die kleinste Parklücke wählt, so dass sie sich bei der Rückkehr zum Auto fragt, wie sie aus dem Auto aussteigen konnte und ihr daraufhin innerhalb weniger Sekunden die Tür am Nachbarauto festfriert. +++ Frau Eiskalt beim Verlassen des Fitnessstudios versucht durch eine geschlossene Tür zu laufen, nur weil sie den Männern im Eingangsbereich nett zulächeln und das "Ciao" zurückhauchen muss. Naja wenigstens haben die erst laut gelacht, als ich außer Hörweite war. Sooo peinlich.


Die Verwandtschaft ist jedenfalls endlich wieder weg und Weihnachten damit nach 5 Tagen geschafft und ich auch. Wer hat behauptet Weihnachten sei erholsam? Bei dem feier ich nächstes Jahr.

Montag, Dezember 28, 2009

verfall.

Falten, hängendes Fleisch, Cellulite und knietiefe Augenränder.

Kommen die Tage eigentlich wieder, an denen man sich umwerfend gutaussehend und extrem sexy findet???

Samstag, Dezember 26, 2009

mechthild.



Am liebsten hätte ich den kleinen Terrorzwerg behalten. Wir haben gemeinsam ihr Weihnachtsgeschenk eingeweiht, einige Seiten meiner derzeit englischsprachigen Lektüre "Manhunting" gelesen (einer muss sie schließlich auf den Ernst des Lebens vorbereiten), rumgealbert, die Tante schön angekotzt, Arm in Arm geschlafen, gelacht, erzählt, die bunten Fensterbeleuchtungen der Nachbarn ausgewertet, gebrüllt, gekuschelt und gespielt. Die Kleine ist Zucker und ich bin immer noch ganz verliebt, obwohl sie mich morgens vor 09.00 geweckt hat... aber ihr Lächeln über beide Ohren und Rumgegluckse waren es wert.

Donnerstag, Dezember 24, 2009

wünsche.

Selbstverständlich überlasse ich euch nicht einfach der fetten Weihnachtsgans ohne ein paar gute Wünsche und Gedanken. Vergangene Woche habe ich auf Konnas Gedankendeponie einen Gastbeitrag geschrieben, mit dem ich euch an dieser Stelle gern in die Weihnachtsfeiertage schicken möchte.

Es ist der 14. Dezember 2009 und eigentlich fühle ich mich an wie Sommer, abgesehen von den sibirischen Temperaturen vor meiner Haustür. Ich trage kurze Hosen, einen Pulli, dicke Wollsocken sowie Schal und heize auf karibisch. Ich habe kein einziges Weihnachtsgeschenk und auch noch nicht wirklich in Ruhe darüber nachgedacht, was ich wem nun schenken könnte. Schlimmer noch: ich habe auch überhaupt keine Böcke darauf. Ein Zustand, der durch den Umbau der Wohnung, den ich seit Wochen parallel zum alltäglichen Leben stemme, sicherlich begünstigt wird. Zwischen Agentur, Meetings, Veranstaltungen, Farbeimern, Umzugskisten, Werkzeug, neuen Möbeln, Handwerkern, Speditionen und Suchaktionen z.B. nach der Kuchenspringform bleibt einfach wenig Zeit und noch weniger Nerven.

In ungefähr einer Woche ist Weihnachten und es fühlt sich an, wie die Einladung zu einer Party, die einem nicht richtig unangenehm ist, aber unbedingt hingehen will man auch nicht. Es ist mir sozusagen momentan ziemlich egal – ich habe andere Probleme – ich schiebe sämtliche Weihnachtsdeadlines fleißig vor mir her, aber so langsam sind sie allesamt mausetot. Die Tage um Weihnachten und den Jahreswechsel empfinde ich als ein Eckdatum und wenn man es genau betrachtet, ist so ein Jahr irgendwie wie ein Kartenspiel. Man betrachtet stets seine Karten, die man im Laufe eines Jahres zieht oder zugeschoben bekommt, legt sich eine Taktik zurecht und spielt seine Karten aus – vielleicht gewinnt man, vielleicht verliert man. It doesn’t matter, denn anschließend werden die Karten neu gemischt, gezogen und alles fängt wieder von vorne an. Zwar andere Karten, andere Gewinner und Verlierer, aber der Ablauf bleibt gleich. Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester nutzt man um Bilanz zu ziehen – das Jahr Revue passieren zulassen. Man wird nachdenklich, traurig, glücklich,… und nimmt sich eventuell selbst ins Gebet. Ein Jahr endet – etwas Neues beginnt. Das Buch 2010 liegt reinweiß vor uns und wartet darauf beschrieben und gefüllt zu werden.

Das tut jetzt aber eigentlich nichts zur Sache, denn eigentlich wollte ich ja über meine Assoziationen und Erinnerungen bezüglich Weihnachten schreiben. Als ich mein Gedächtnis vor kurzem durchkramte, in der Hoffnung auf eine Erinnerung zu stoßen, die mich ein wenig weihnachtlicher einzustimmen vermag, kam ich auf die Erkenntnis, die bedauerlicherweise wahrscheinlich jedem von uns bereits bewusst ist: Weihnachten ist unübertrefflich, wenn ein Kind da ist, das noch an den Weihnachtsmann glaubt. Das Wahren des großen Geheimnisses, das geschickte Aushorchen nach Geschenken, das Verstecken der Geschenke, das heimliche Suchen und dann auch noch die wirklich strapaziöse Aufgabe der Erwachsenen, sich diese Verstecke zu merken. Einfach großartig. Nie hat Weihnachten mehr Spaß gemacht.

Obwohl, das stimmt so nicht. Am allerbesten war Heiligabend nämlich, als ich selbst noch daran glaubte. Dass ein großer, breitschultriger, gemütlicher, alter Mann mit weißem Rauschebart, warmer Stimme und rotem Mantel an einem Abend im Jahr auf seinem Schlitten herumfliegt und allen Kindern Geschenke bringt. Wie schön war es doch, tatsächlich zu glauben, dass es ein Wesen gibt, das niemand jemals wirklich gesehen hat. Zumindest kein Kind. Ja, Erwachsene manchmal, aber immer nur am Fenster vorbei fliegen und bis man dann selbst zum Fenster gestürzt war, war es auch schon weg. Logisch, dass den Weihnachtsmann nie einer wirklich sehen konnte, er muss schließlich innerhalb eines Tages alle Kinder weltweit beschenken – er ist der viel beschäftigste Mann in diesen Tagen. Dieser Mann hat mich fasziniert. Die Wünsche der Kinder einfach so zu wissen, Säckeweise Geschenke zu schleppen und auf einem Schlitten fliegen zu können. So sehr ich ihn manches Jahr auch gefürchtet habe, so sehr habe ich ihn auch geliebt und er hat mich nie enttäuscht. Es roch nach Plätzchen und Spekulatius, das Wohnzimmer wurde von Kerzen und einem hübsch geschmückten Baum erleuchtet, die Pyramide mit den Holzfiguren drehte sich, aus den Lautsprechern drang Musik mit Glockengeläut und wir Sprösslinge übten im Kinderzimmer im aufgerüschten Kleid und Hemd aufgeregt unsere Gedichte und Lieder, die wir extra für den Mann mit dem Rauschebart gelernt hatten. Eine magische Zeit, so unbefangen und unbekümmert.

In diesen Tagen vermisse ich diese Zeit, Magie und den Weihnachtsmann manchmal. Ich möchte einmal nochmal Kind sein und an diesen großartigen Mann glauben, diese Aufregung und Vorfreude spüren. Er müsste mir noch nicht mal ein Geschenk mitbringen, lediglich dieses Gefühl. Leider kann ich mein Wissen nicht rückgängig machen. Jedoch bleibt ein kleines Trostpflaster, nämlich der Gedanke daran, dass ich irgendwann vielleicht selbst ein Kind haben werde und damit dann zum Santa Claus Bodenpersonal gehöre und der ganze Zauber wieder ein bisschen spürbarer wird. Ein schöner Gedanke mit dem ich zum Schluss kommen möchte.

Vergesst nicht während aller Hektik, Weihnachten findet genau genommen in unserem Herzen statt, welches uns das Jahr über gelegentlich das Leben so schwer macht. Zugleich aber auch der allerbeste Grund überhaupt ist, jeden Morgen wieder lächelnd auf die Straße, raus in die Welt zu gehen. Weihnachten passiert in der Brust und nicht auf der Straße oder in irgendwelchen Geschäften!

Ich wünsche allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest, Zeit innezuhalten und nach vorne zu schauen, neue Ziele zu formulieren – um sie 2010 zuversichtlich zu realisieren, und ein paar dieser Momente, in denen man jemandem eine Kleinigkeit in die Hand drückt und dieser Mensch beim Auspacken dieses aufrichtige Glänzen in den Augen hat.


In diesem Sinne wünsche ich euch ein wunderbar entspanntes Fest, Zeit zum Genießen und alles Liebe! Übrigens habe ich meine Geschenke alle rechtzeitig zusammen bekommen und sogar noch pünktlich Weihnachtskarten verschickt ;) ...jetzt fehlt nur noch die Weihnachtsstimmung.
Also merry X-mas!

Mittwoch, Dezember 23, 2009

gesprächsfetzen.

+++ Oma Eiskalt betrachtet beeindruckt ihren Gepäckberg vor der Abreise in den Hauptstadtweihnachtsurlaub: "Die Nachbarn denken bestimmt, ich wander aus." - Frau Eiskalt zuckersüss lächelnd und für die Nachbarn gut hörbar: "Na Oma, dann bringen wir Dich jetzt mal in das Altersheim, dass wir für Dich ausgesucht haben." +++

+++ Frau Eiskalt lenkt das Auto bei Glatteis durch eine äußerst bescheidene 90Grad-Rechtsbaustellenkurve. Oma Eiskalt aus heiterem Himmel: "Oooooooooh guck mal, da drüben ist ein Schwan!" - Frau Eiskalt: "Würdest Du bitte Deinen Zeigefinger aus meinem Auge nehmen und mich fahren lassen!" +++

merke.

Merke! Unter bestimmten Umständen bringt man es so­gar fer­tig, ei­ne seit bald einem Mo­na­t defek­te Glüh­bir­ne aus­zu­wech­seln.

Dienstag, Dezember 22, 2009

gelacht.

Brüderlein Eiskalt hypnotisiert den Kühlschrankinhalt. Fürchterliche Angewohnheit.
Frau Eiskalt: "Sag mal, hast Du eigentlich ein Foto Deiner Ex in der Brieftasche?"
Bruderherz: "Ähm ja...noch.", schaut irritiert.
Frau Eiskalt: "Dann wird es Zeit, dass Du das gegen ein Neues austauscht. HIER! Such Dir eins aus!!!" und drückt ihm grinsend folgende Fotos in die Hand.



Der "Du-bist-so-blöd-wir-können-unmöglich-verwandt-sein"-Blick war unbezahlbar.

Montag, Dezember 21, 2009

frühaufsteher.


Ein URLAUBS-Montagmorgen im Hause Eiskalt. Punkt 06.30 Uhr aufgewacht, Weihnachtskorespondenz fertig gestellt und Frühstück gemacht. Finde den Fehler!

Sonntag, Dezember 20, 2009

glatt.

Was macht Frau Eiskalt nach einer durchzechten Nacht, wenn Sie den Brunch mit einigen Berliner Twitterern verschläft und draussen sibirische Kälte herrscht? Sich von oben bis unten mit Zuckerpaste einschmieren, eine Schokoladenmaske sowie Haarkur, zupfen, cremen, lackieren und fönen, um anschließend auf die Idee zu kommen, doch ins Fitnessstudio zu einer extra schweißtreibenden Cardiosession zu gehen. Na wenigstens sehe ich dabei richtig gut aus & rieche erstklassig.

Samstag, Dezember 19, 2009

brechreiz.

Machen wir uns nichts vor, an der Weihnachtszeit ist nicht mehr viel Besinnliches, wenn man einen Unter-Nachbarn hat, der mit einer bahnbrechenden Penetranz & Lautstärke seine alten DJ Bobo Scheiben hört. Und deswegen geh ich jetzt da runter, hau' dem eine aufs Maul und dreh ihm die Sicherung raus - auch wenn er mit seinem Musikgeschmack schon genug gestraft ist. Muss sein. Und wenn er fragt warum, kriegt er noch mal eins drüber - zur Reserve.

Freitag, Dezember 18, 2009

gefährlich.

Frau Eiskalt springt vor den Papiertonnen mit einem Cuttermesser auf den überdimensionalen Möbelkartons rum, um diese in ein kleineres Format zu zerlegen, als ein Nachbar mit seiner zähnefletschenden, kläffenden Miniaturkampfratte den Ort des Geschehens passiert. Wäre dieser Zwergpintscher nicht angeleint gewesen, hätte er mir wahrscheinlich am liebsten die Halsschlagader durchgebissen - das ist der einzige Hund weit und breit, der jedesmal wie irre auf mich losgeht.

Frau Eiskalt lächelt entwaffnend, aber genervt. Der Hund zerrt kläffend an der Leine und das Herrchen eindringlich zum Tier: "KOMM Lisa!!! Die Frau hat ein Messer und ist gefährlich." Leute gibt's.

Donnerstag, Dezember 17, 2009

fragen.

So Jungs und Mädels, wer mir schon immer einen Antrag machen, mit mir gehen (z.B. Kaffee trinken oder zur nächsten Mülltonne), mich bekochen, einen Rat oder seine Wohnung durchgestylt haben, will oder aber etwas völlig anderes auf dem Herzen hat, kann mich ab sofort hier http://www.formspring.me/EvoEiskalt fragen - sogar anonym (wäre beim Heiratsantrag allerdings ungünstig ;)). Ich bin quasi Fräulein Google und weiß auf alles eine blonde, unqualifizierte Antwort.

Bitte nur leichte Fragen stellen!!!

Dienstag, Dezember 15, 2009

Gastbeitrag: Don't you waste your time on me

Heute mache ich erstmalig Platz für einen Gastbeitrag. Im Rahmen von Konnas Blogjulklapp wurde ixiter meinem Blog zugelost und er hat einen tollen Artikel geschrieben. Ich wünsche euch ebenso viel Spaß beim Lesen, wie ich ihn hatte. Kommentiert fleißig (wie immer) und seid lieb zu ihm! ;) ...Mein Gastbeitrag "Superheld mit Rauschebart" wurde ebenfalls heute auf der Gedankendeponie von Konna veröffentlicht - falls jemand Sehnsucht nach mir haben sollte. Genug von mir für diesen Tag. Here we go...

Don't you waste your time on me
(frei nach „Cosmic Debris“ von Frank Zappa)


Wenn man nachts durch Köln streift, sieht man den Hauseingängen immer
wieder seltsame Gestalten hocken, stehen, liegen oder Dinge tun, die
hier nur Leute ab 18 lesen dürfen. Manche dieser Leute wohnen in diesen
Hauseingängen. Tagsüber treffen sie sich mit befreundeten anderen
Hauseingansbewohnern in Parks oder auf öffentlichen Plätzen, sind
fröhlich und reden und trinken den ganzen Tag miteinander. Für andere
sind die Hauseingänge der Arbeitsplatz. Sie bieten dort Wahren aller Art
an. Manche betreiben auch reine Serviceagenturen. Vor ein paar Wochen
wurde ich dann plötzlich mit einem mir bis dahin unbekannten Werbeslogan
angesprochen.

„Ich kann deine kosmischen Kräfte erwecken“ klang es hauchend bis
röchelnd aus einem Hauseingang. Völlig verdutzt blieb ich stehen. Den
Spruch hatte ich ja noch nie gehört. Wie aus einem Reflex, obwohl ich es
verstanden hatte, fragte ich. „Was?“

Eine hagere männliche Gestalt, weißer Vollbart, langes graues Haar, in
einem Frauenkleid, trat ins Licht und wiederholte: „Ich kann deine
kosmischen Kräfte erwecken.“ - „Ahja.“ meinte ich nur. Mein Hirn
versuchte, das Bild das sich ihm bot, mit den Mustern in seinen Synapsen
zu vergleichen, um es erfassen und hoffentlich verstehen zu können. In
die grauen Haare waren bunte Plastikperlen und Hühnerknochen
eingeflochten. Sogar im Bart. Obwohl ich mir nicht sicher war, ob die
Knochen dort auch eingeflochten waren, oder einfach so da rumhingen. Das
blaue Kleid war vielleicht mal ein Dirndl gewesen. Jetzt hatte es
Taschen und Öffnungen, wo früher nie welche waren. Sogar in Schritthöhe
war vorne ein Reisverschluss angebracht. Überall an den Armen und
Fingern der Gestalt, klimperte und glitzerte irgendwelcher Metallkram.
Verbogene Gabeln und Löffel, Drähte aus Kupfer, ein Armband aus
Kugelschreiberfedern. Gold- und Silberringe an den Fingern. Keine
Schuhe. Und so wie die Füße aussahen, haben sie auch schon seit Monaten
oder sogar Jahren nicht mehr in Schuhen gesteckt. Ich hatte ja schon so
manchen abgedrehten Vogel kennen gelernt, aber der hier war an
Schrägness nicht mehr zu überbieten.

„Nur 50€ Energieausgleich, und du wirst noch heute Nacht das Nirwana
erreichen.“ hauchte es mir wieder röchelnd entgegen.

„Was?“

„Setz dich, Freund. Ich spüre die Energie. Setz dich. Du bist
auserwählt. Ich bin der Mystik Mann.“

„Wow.“ war der Ausdruck meines minderen Interesses.

„Ich werde alle meine Lasten von mir werfen, mich befreien von Allem und
meine ganze kosmische Energie nur dir widmen. Nur 50€ Energieausgleich,
und du wirst noch heute Nacht das Nirwana erreichen.“, schwor er nahezu
singend auf mich ein.

„Pass auf Mann, lass mich mit deinem kosmischen Schnickschnack in Ruhe.
Verschwende deine Zeit nicht mit mir“, versuchte ich ihm klar zu machen.

Er wurde sehr aufgeregt und nestelte in seinen Taschen herum, so als
müsse er mir noch was wichtiges zeigen. Dann hielt er eine Schachtel in
der Hand und öffnete sie. Es sah irgendwie nach Rasierzeug aus,
irgendwie aber auch nicht.

„Es gibt nichts, was ich mit diesen Dingen nicht tun könnte.“ fuhr der
Mystik Mann aufgeregt fort. „Das Öl der Aphrodite und der Staub des
großen Wasi Basi. Du glaubst es nicht, aber ich werde damit auch dein
Asthma heilen“, redete er auf mich ein, als würde gleich meine Welt
untergehen und er sei der einzige Heilsbringer und Retter.

„Hör zu“, versuchte ich nochmal ihm zu erklären. „Mir ist egal was für
eine Art Guru du bist. Es hat keinen Zweck. Verschwende deine Zeit nicht
mit mir!“ Irgendwie nervte er mich ziemlich. „Ich hab meine eigenen
Sorgen und Probleme, bei denen DU mir bestimmt nicht helfen kannst. Also
pack deine Meditationen und deine Präparate und schieb sie dir in den
Arsch! Und ich habe kein Asthma!“

„ABER ICH HABE EINE KRISTALLKUGEL!“, sagte er laut und bestimmend wobei
ihm ein Knochen aus dem Bart fiel, und hielt die Kugel hoch ins Licht.

Mann oh Mann, was ein Spinner, dachte ich mir. Ich riss ihm die Kugel
aus der Hand und zeigte ihm wie man so was richtig macht. Ich nahm eine
Zeitung, wickelte sie mir um den Kopf, so dass es aussah wie ein
indischer Turban. Mein Blick wurde so noch tiefer und durchdringender.
Dann murmelte ich was von Abrakadabra und Firlefanz, bespritze ihn mit
seinem Aphroditenöl, pustete etwas Staub vom großen Wasi Basi in sein
Gesicht. und befahl ihm einzuschlafen. Der alte Spinner war tatsächlich
hypnotisiert, er konnte keinen Piep mehr sagen. Ich klaute ihm seine
Ringe, seine Uhr, sein Handy und alles was ich finden konnte und habe
ihm dann noch seine Zukunft vorher gesagt.

„Die Fleischpreise werden steigen und deine Frau wird sterben. Versuch
es also besser als Metzger. Oder geh zu Pro 7. Oder werde Metzger bei
Pro 7. Da könntest du mehr Geld machen.
Aber verschwende deine Zeit nicht mit mir.! Om Shanti, Om Shanti, Om.“

Montag, Dezember 14, 2009

gelauscht.

Gestern im Fitnessstudio gehört, dass der Mann durchschnittlich elf Erektionen pro Tag hat.

Elf Ständer!!! Pro Tag!? Wie macht ihr das? Immer weite Hosen tragen oder hinterm Schreibtisch verstecken? Enge Unterhosen? Merkt das keiner? Flüchtet ihr schnell aufs Klo, wenn's los geht? Wie fühlt es sich an, wenn in diesem Moment 10 Leute um euch rumwuseln? Funktioniert das überhaupt in einem Meeting, ich habe da meistens ganz andere Dinge im Kopf? Und verdammt - wer zum Teufel verschafft euch diese Erektionen???

Donnerstag, Dezember 10, 2009

idee.

Merke! Spätestens wenn man versucht die Kerzen mit dem Lippenpflegestift zu entzünden und sich wundert, warum dieses Sche*ßfeuerzeug nicht funktioniert, ist man reif fürs Bett oder den ersten Punsch (mit Alkohol!) des Abends.

Übrigens kam mir heute eine PHÄNOMENALE Idee. Da ich momentan im absoluten Arbeits-Umbau-Renovierungs-Baustellenchaos versinke (Fotos folgen) und weder zum entspannten Weihnachtsgeschenke kaufen noch zum Plätzchen backen komme, habe ich beschlossen, dass ich die Kekse meiner Leser & Groupies testessen werde. Das ist eure Chance Arsen unterzumischen, BlödeKuhKekse zu entwerfen, mit ungewaschenen Händen oder einfach mit viel Liebe zu backen - vorsichtshalber lasse ich selbstverständlich erst den Hund probieren.

Also mir gefällt die Idee. Ihr backt - ich esse, lobe und blogge darüber.

Mittwoch, Dezember 09, 2009

wetten.

dass... Frau Eiskalt es schafft, den Punsch so lang zu kochen bis ganz sicher jeglicher Alkohol verflüchtigt ist!? Beim Einschenken die Hälfte in die Küche statt in den Becher zu kippen!? Und es ihr nach dem Abstellen auf dem Schreibtisch garantiert gelingt einen 6cm großen Magneten genau in die randvolle Tasse zu befördern!? Wie soll man sich da gepflegt betrinken???

geschworen.

Mach niemanden zu Deiner Priorität, der Dich nur zur Option macht!!!

Dienstag, Dezember 08, 2009

befremdlich.

Während ich vorhin ein Interview für den Chef abwickelte, erinnerte ich mich, wie befremdlich es war, als ich mir vor vielen Jahren das erste Mal aus der Zeitung entgegen lächelte. Meine Stimme im Radio hörte. Mich im Fernsehen sah.

Sonntag, Dezember 06, 2009

miserably failed.

Gestern an der Supermarktkasse wunderte sich Frau Eiskalt, dass sie von der Kassiererin Lindt-Schokolade geschenkt bekam. Sie schob es auf ihre gute Kinderstube, da sie noch zwei Minuten zuvor auf Knien im Kassenbereich rumgerutscht war und das heruntergefallene Kleingeld einer sehr alten, gebrechlichen Dame aufsammelte, die bereits so scheintot war, dass sie das nicht mal bemerkt hatte. Die Kassiererin war vermutlich dankbar, dass Frau Eiskalt verhindert hatte, dass die Oma auf die Idee kommen könnte sich zu bücken - die wäre ohne fremde Hilfe definitiv nicht wieder in eine annährend mittelmäßig aufrechte Position gekommen.

Heute fiel es Frau Eiskalt siedendheiß ein - es ist NIKOLAUS. Und sie hat's völlig vergessen. Wie sie ebenfalls bereits den Adventskalender sowie die Tatsache, dass Weihnachten in Riesenschritten naht, vergessen hat. Dafür ist die Baustelle so weit fertig, dass morgen der Fußbodenleger ans Werk kann.

Wenn ich die Lindt-Schokolade nicht schon gegessen hätte (sie war übrigens nicht vergiftet!), würde ich sie mir jetzt aus erzieherischer Bestrafungsmaßnahme für die Vergesslichkeit wegnehmen. Zur Strafe geh ich jetzt auf den Weihnachtsmarkt Glühwein trinken und mich schämen.

Freitag, Dezember 04, 2009

verkauft.

Haha. Grad unsere kleine, private Sammlung der lustigen Taschenbücher über Ebay vertickt - für 6 grüne Scheine. Und das nur, weil der Mitarbeiter der Bibliothek "dezent" inkompetent und unfreundlich war, als ich fragte, ob sie Bücherspenden annehmen. Der Kumpel meines Vaters seinen Trödelmarktstand aufgegeben hat und auch die gemeinnützigen Vereine recht unflexibel scheinen bei größeren Anfragen. Die Konsequenz für Frau Eiskalt - Ebay.

Donnerstag, Dezember 03, 2009

läuft.

Und was hat Frau Eiskalt heute wieder gelernt?
Stell Dich mit kurzem Rock in die Fußgängerzone und warte ab was passiert!!! Fakt ist, es gibt Schlimmeres als zweimal an einem Tag den Schlüssel für eine Location zu vergessen (DASS wurde in der Agentur gefeiert - "Frau Eiskalt ist ein Mensch und hat auch endlich mal was vergessen."), sich zu bekleckern, auf der frisch gewischten Treppe einen YouTube-reifen Stunt hinzulegen, zu versuchen den Raum möglichst elegant durch die geschlossene Tür zu verlassen und mitten im Satz zu vergessen, was man sagen wollte. Ich würde sagen, unsere Zusammenarbeit läuft hervorragend.

Worüber lacht der an meinen nächsten zwei freien Tagen???

Mittwoch, Dezember 02, 2009

geträumt.

Ein Grund zum Auswandern oder Stadt verlassen ist der, wenn in einer kleinen Bar mehrere Exfreunde zusammen finden beim Date mit einem Neuen.